Da steigt man morgens nichts ahnend aus dem Auto nur um sich plötzlich mit der perfekten Einleitung für den nächsten Text konfrontiert zu sehen:

Der Wind heult zwischen den Häuserschluchten und trägt den Schrei eines einsamen Raben mit sich. -oder- Brettspiele die eine Geschichte erzählen

Die TOP Liste meiner „One and Done“ Spiele war schon ein kleiner Vorbote von dem was jetzt folgt. Es gibt Brettspiele die eine Geschichte erzählen und ich steh auf so ‘nen Scheiss.
Ich rede jetzt nicht von den einmaligen Momenten die man beim Spielen erlebt, wo alles auf einen einzigen Würfelwurf ankommt und es niemanden mehr auf seinem Stuhl hält.
Nein, ich rede von kohärent erzählten Geschichten.
Wie ein guter Film, eine gute Serie, ein guter Comic oder ein gutes Videospiel kann auch ein schnödes Brettspiel den Konsumenten so in seinen Bann ziehen, wie man es von einem guten Buch kennt.

Diese Immersion kann auf verschiedene Weisen erzeugt/erreicht werden.

Es gibt einerseits die „verbrettspielichung“ (Ja, das ist jetzt ein Wort) der Escape rooms die durch eine Fülle von Rätseln unter Zeitdruck versucht diese Spannung aufzubauen.
Nicht schlecht, ABER, es ist und bleibt eine Rätselsammlung.
Man könnte also quasi die Rätselseite der Bunten versuchen zu lösen, während man zwischen Staubsaugen und Kochen auf die Wäsche wartet.
Das krasse Gegenteil hierzu sind diverse „RPGs in a box“ die sich von einem normalen Pen and Paper nur dadurch unterscheiden, dass mehr Material dabei ist. Hier ist die Grenze recht schwammig.

Ist Descent schon ein Rollenspiel? Ist DnD 4. Ed.+ schon ein Brettspiel?

Die, für mich, besten Vertreter sind Spiele deren Geschichte mehr oder minder fest steht und nach und nach preisgegeben wird, ohne zu sehr die Brettspielnatur aufzugeben.
T.I.M.E Stories, Arkham Horror Das Kartenspiel…
Was genau diese Spiele so besonders macht erzähle ich euch in den einzelnen Artikeln.
So viel sei schon mal gesagt, für mich ist es die episodische Erzählweise, analog zur Fernsehserie.
Vorteil dieser Art von Spiel ist einerseits die immer fortschreitende Story (aus Verlagssicht natürlich die Möglichkeit immer neuen Content zu verkaufen) und andererseits, dass das Spiel nie alt wird bzw. mit relativ wenig Aufwand immer auf dem neuesten Stand bleibt.
Der Nachteil ist, dass ich irgendwann durch bin und damit das Spiel keinen Wert mehr hat. Klar kann man irgendwann alles wieder spielen wenn man die Story vergessen hat…
Für Details mag das gelten, aber das große Ganze vergisst man so schnell nicht und erst recht nicht den Plot-Twist.

Es gibt noch eine weitere Kategorie wo das Geschichten erzählen sehr gut funktioniert.

Das sind Spiele wie Near and Far, Agents of SMERSH.
Alternativ  Szenario basierte Sachen wie This War of Mine oder auch 7th Continent, Kingdom Death: Monster. Zu einem geringeren Grad auch Robinson Crusoe.
Hier wird die Geschichte nicht in einer fertigen Textfolge erzählt sondern entwickelt sich durch das Spiel. Ihr bekommt entweder je nach Situation einen Text zu lesen der Entscheidungen und einen anderen Weg durch das Abenteuer nach sich zieht oder ihr müsst euren eigenen Weg finden und dieser ist gespickt von kleinen Texten und Hinweisen.
Auch hier ist es so, dass das Spiel irgendwann durch ist. Durch die Aneinanderreihung von kleinen zufällig auserwählten Schnipseln rückt dieser Punkt viele Spiele in die Zukunft, aber dennoch ist es möglich.

Um der „Lösung“ entgegenzuwirken warten diese Spiele meistens mit einem sehr hohen Grad an Individualisierbarkeit auf.

Kurzer Blick zurück…
Oh weia, das wird ja immer länger. Mehr nach der Werbung…


Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl. 

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