Dann mach ich’s mir halt selbst
– oder: Solo-Spiele

Es gibt viele Gründe warum Solo-Spiele durchaus Sinn und Spaß machen. Der einfachste vielleicht ist das Regelstudium: Es gibt immer einen armen Idioten der die Regeln lernen und erklären muss. Damit man auch die Hintergründe und Abläufe richtig versteht ist es manchmal sinnvoll verschiedene Situationen aufzubauen und nachzustellen. Manche gehen dann so weit und spielen eine Probepartie gegen sich selber.

Andere wiederum spielen das Spiel gegen sich selber um verschiedene Strategien auszuprobieren oder weil es einfach keine Mitspieler gibt. Dies hört man öfter bei den traditionellen Wargames. Ich persönlich bin der Meinung, dass man jedes Spiel in 5 Minuten so weit erklären kann, dass man anfangen und spielen kann.  Der Rest kommt dann halt situationsgebunden nach und nach.

Nicht so bei Hex and Counter Wargames. Hier haben wir Regelbücher in Lexikonform mit über 30Seiten reinem Text. Das ist nicht mal schnell erklärt und dafür jemanden zu finden ist schon schwer. Zusätzlich noch die Thematik und die optische Gestaltung. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass sich viele dieser Spiele sehr gut für das Solo-spielen eignen.

Manche Spiele sind aber auch genau darauf ausgelegt. Entweder sind sie für einen designed und künstlich auf mehrere Spieler aufgeblasen oder das Spiel wird unübersichtlicher/länger je mehr Spieler beteiligt sind.

Mage Knight ist eins dieser Spiele.

Es ist mehr ein Puzzle als ein richtiges Spiel und die Spielzeit steigt einfach exorbitant an, so sehr das man es maximal mit 2 Spielern spielen sollte (durch Erweiterungen sind bis zu 7 möglich). Bei Leaving Earth ist es ähnlich, hier kommt noch erschwerend hinzu, dass jeder eigentlich dauernd agieren kann…
Oder richtig originäre Solo-Spiele wie The Hunters, Nemo’s War, D-Day at Omaha Beach, Deep Space D-6. Hier geht es gezielt um den einen Spieler, der sich an den Tisch setzt und eine Geschichte erleben möchte. Sei es die Geschichte einer Uboot-Besatzung im zweiten Weltkrieg oder die Abenteuer eines Raumschiffes. Je nach Ausprägung kann es hier zu großen Ähnlichkeiten mit Choose-Your-Own-Adventure Büchern wie Insel der 1000 Gefahren kommen, wie es zum Beispiel bei This War of Mine oder 7th Continent vorkommt.

Natürlich können auch persönliche Faktoren eine Rolle spielen, wie soziale Ängste oder dergleichen.

Alles in allem gibt es eine mannigfaltige Anzahl an Gründen und auch Lösungen warum und wie man auch alleine ein richtig gutes Brettspielerlebnis haben kann. Probiert es ruhig mal aus. Ich kann es nur empfehlen… und sei es nur um eines der speziell für einen Spieler geschaffenen Spiele zu testen.

Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl. 

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