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Auf dem Cover von Red ist eine ältere Frau zu sehen, die mit einem dreibeinigen Hund durch eine Schneelandschaft läuft. Auf dem Schneeboden vor ihnen steht der schriftzug Red Fett in Blutroter schrift.
Autor:In:Josephine Mark
Zeichner:In:Josephine Mark
Verlag:Kobitz
Genre:Krimi / Whodunit
Seiten:248
Format:Hardcover
Preis:26,80 €

Für Rose nimmt das Leben eine unerwartete Wendung, als plötzlich ein dreibeiniger, sprechender Hund vor ihrer Tür steht. Friedmann Plüschmann ist sein Name und er ist ein ausgezeichneter Spürhund. Sagt er zumindest. Das kommt Rose sehr gelegen, denn mithilfe ihres neuen, tierischen Gefährten rollt sie den 30 Jahre alten Fall ihres verstorbenen Mannes Red erneut auf und beginnt wieder mit den Ermittlungen.

Ein ungleiches Paar

Das Besondere am Comic Red ist die Dynamik zwischen Rose und Friedmann. Rose ist immer wieder sehr schroff und hat einen herrlich trockenen Humor, während Friedmann sehr tollpatschig, aber enorm selbstbewusst daherkommt. Mit der Zeit freunden sich die beiden an, bis dahin geraten sie aber immer wieder aneinander. Das sorgt für witzige Situationen, die zusammen mit der eigentlichen Handlung eine tolle Symbiose bilden. Apropos Handlung: Der Mordfall rund um Red ist genial aufgebaut und verpackt. Es macht wirklich sehr viel Spaß herauszufinden, was genau in der Nacht des Todeszeitpunkts passiert ist. Zudem ist die gesamte Geschichte intelligent geschrieben und auch das Ende habe ich so nicht kommen sehen.

Eiskalte Bilder

Optisch sieht Red wirklich super aus. Klar ist der Comic kein bildgewaltiger Blockbuster, aber das möchte er auch gar nicht sein. Umgebungen und Figuren sind eher skizziert, dennoch sieht alles sehr liebevoll gezeichnet aus. Die Figuren heben sich wunderbar vom Hintergrund ab und jeder Charakter hat seine eigenen Merkmale – auf ihre ganz eigene Art und Weise sehr schrullig. Ob es Rose mit ihrer omahaften Erscheinung ist, die dennoch große Stärke ausstrahlt, oder der Forensiker, der ständig verpeilt wirkt. Ihre Charakterzüge spiegeln direkt ihr Äußeres wider, und andersherum wirken sie oft wunderbar unscheinbar. Das sorgt nicht nur für visuelle Überraschungen, sondern gibt der Handlung auch die nötige Tiefe.

Mein Fazit

Mit Red hat Josephine Mark einen tollen Krimi geschaffen, der ein Ende abliefert, das ich so absolut nicht habe kommen sehen. Auf dem Weg dorthin lernen wir alle möglichen skurrilen Figuren kennen, die mal verdächtig, mal sympathisch daherkommen – oder eben nicht. Der Comic weiß durchgehend zu unterhalten und der Lesefluss gerät nicht ein einziges Mal ins Stocken. Dazu gesellt sich ein sehr trockener und teilweise auch etwas böser Humor, der definitiv seine Zielgruppe hat. Also nichts für Menschen, die zum Lachen in den Keller gehen.
Dennoch bleibt mir leider eine Sache zu kritisieren: So toll die Charaktere auch ausgearbeitet sind, leider schafft es kaum eine Figur, mir wirklich ans Herz zu wachsen. Deswegen möchte die große emotionale Auflösung am Ende bei mir nicht so ganz zünden. Kreativ ist es allemal und auf jeden Fall etwas Besonderes. Auch die Bilder haben mir sehr zugesagt und sorgen für den exakt richtigen Charme. Gerne mehr davon – eine wirklich schöne Abwechslung im Krimi-Genre!

Meine Bewertung:

9/10 kleine Holzfällerhemden 

Hierbei handelt es sich um ein Rezensions-Exemplar.

Von Tony K

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