20Sep/18

Roll One – A Board Game Story

Passend zu Kingdom Death könnte ich jetzt natürlich auf Kickstarter als Plattform für kleine Herzensprojekte eingehen oder auf die irrsinnige Summe die Kingdom Death: Monster 1.5 eingebracht hat, aber stattdessen widme ich mich lieber einem anderen Thema:

Tulpen oder Immobilien – Flieg nicht zu hoch, mein kleiner Freund.

-oder-

Kickstarter als Geldanlage

Immer öfter höre ich Geschimpfe und Gezeter, dass doch jetzt wieder diese vermaledeiten Abzocker viel zu viel für ihr Zeug verlangen.

Ihr Zeug sind meistens seltene Kickstarter-Artikel, die sich hoher Beliebtheit erfüllen.

Zum Beispiel ganze Zombicide Pakete, die alles enthalten was es gab, einzelne Kickstarter Boni, wie bei Blood Rage, vergriffene Artikel in kleiner Auflage wie KD:M-Erweiterungen oder ganze Spiele die es nicht in den Handel geschafft haben, z.B. The 7th Continent.

Lohnt sich das ganze überhaupt nach Versand und Zoll und und und? Nun ja, im Beispiel von Kingdom Death: Monster, hier war die Preisspanne besonders groß. Während der zweiten Kickstarter Kampagne kosteten die Erweiterungen 50% des Ladenpreises, erzielten aber nach Auslieferung auf Ebay Preise von bis zu 300% des Ladenpreises, das stolze 6-fache!

In Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrisen, geprägt durch eine Niedrigzinsphase, kann man nirgends sonst mit materiellen Gütern eine derartige Marge erzielen. Wir dürfen es nicht beschönigen, das wovon ich gerade rede ist reine Spekulation, wie mit Aktien, Edelmetallen, Lottoscheinen oder Tulpen. Man muss das richtige kaufen und zum richtigen Zeitpunkt wieder verkaufen.
Wer Pech hat und sich verspekuliert bleibt vielleicht auf seinem Los sitzen.

Allerdings muss man sagen, dass (rein subjektiv betrachtet) die mögliche Gewinnaussicht immer weiter abnimmt, da mittlerweile immer mehr meinen das große Geld damit machen zu können.

Gleichzeitig steigt (rein subjektiv betrachtet) die durchschnittliche Förderungssumme bei Kickstarterspielen.

…und ich vermute, dass dies wiederum zu einer erhöhten Anzahl an Kickstarter Projekten führen wird. Nicht, weil mehr Leute eine gute Spielidee haben und diese umsetzen wollen, sondern weil mehr sehen wieviel Geld so ein Projekt vermeintlich einbringen kann.

Wo Kickstarter in anderen Bereichen schon wieder langsam auf dem Rückzug ist, wird sich der Trend bei den Brettspielen dann wohl noch ein wenig so weiter entwickeln. Und gemäß den Gesetzen der Marktwirtschaft landen wir irgendwann bei einer ausreichenden Versorgung des Marktes und diese Wucherpreise haben ein Ende.

Jaaaaa, wer’s glaubt. Wenn ich das wirklich vorhersagen könnte würde ich diesen Artikel in meiner persönlichen Skihütte auf meinem persönlichen Gletscher schreiben.

Ich jedenfalls hoffe für mich, dass diese Geldmacherei auf dem Sekundärmarkt bald ein Ende hat. Sollen se doch alle das große Paket daheim liegen haben und sich gegenseitig mit dem Kaufpreis dauernd weiter unterbieten bis wir wieder beim Kickstarterpreis enden.

Kann uns allen nur recht sein.

So, ich bin raus und geh jetzt mal Tulpen kaufen.

[Wer wissen will was die blöden Tulpen mit dem Thema zu tun haben, googel einfach mal „Tulpenmanie Wikipedia“. The more you know.]

 

Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl .

20Sep/18

Londons Polizei-Sondereinheit für paranormale Ereignisse ermittelt in neuen Fällen

Die Flüsse von London-Romanreihe (Original: Rivers of London) des britischen Erfolgsautors Ben Aaronovitch handelt von Constable Peter Grant von der Metropolitan Police in London. Zusammen mit seinem Vorgesetzten, Detective Chief Inspector Thomas Nightingale – seines Zeichens der letzte offiziell gemeldete Magier Englands und Grants Mentor in Sachen Zauberei – ermittelt er, wenn es um Verbrechen geht, an denen Geister, Vampire, Dämonen und andere übernatürliche Wesen beteiligt sind. In der Comic-Reihe, deren erster Band Die Flüsse von London: Autowahn jetzt bei Panini erschienen ist, ermittelt das Folly, wie Grants Abteilung etwas abschätzig auch genannt wird, in komplett neuen Abenteuern. 

Der erste Roman der Reihe erschien im Jahr 2011 auf Englisch. 2012 folgte dann beim dtv-Verlag der Start der Reihe auf Deutsch. Die Bücher wurden von Kritikern sehr positiv aufgenommen und erhielten einige Auszeichnungen. Bei den Lesern erlangte die Reihe in kurzer Zeit eine enorme Beliebtheit und die schnell wachsende Fangemeinde verhalf den Romanen zu Top-Verkaufszahlen. Um der großen Nachfrage an neuen Fällen mit Peter Grant gerecht zu werden, gab Ben Aaronovitch grünes Licht, die Erzählwelt mit einer Comic-Serie zu erweitern.

Die Plots für die Comics schreibt – in Absprache mit dem Romanautor – der Engländer Andrew Cartmel, der einem größeren Publikum durch seine Autorentätigkeit für die Doctor Who-TV-Serie und -Comics bekannt wurde. Zeichnerisch werden die Storys von Cartmels und Aaronovitchs Landsmann Lee Sullivan umgesetzt, der schon viele Comic-Serien kreativ verantwortete, vor allem aber ebenfalls durch die Doctor Who-Comics zu großem Ansehen in der Szene gelangte.

In Autowahn, dem ersten Comic-Fall des Folly, geht es im Stil des ersten Romans sehr klassisch um Verbrechen, die Menschen begehen, die von einer finsteren Macht besessen sind. Dass diese böse Macht ausgerechnet einem Luxusboliden innewohnt, ist ein ironischer Seitenhieb auf die Besessenheit, die mancher Autonarr seinem „besten Stück“ auch ohne Magie entgegenbringt und zeugt von dem feinen britischen Humor, für den die Peter Grant-Reihe bekannt ist. Aber nicht nur Witz und spannende Geschichten sind Ben Aaronovitchs Markenzeichen, in seinen Romanen thematisiert er auch immer wieder gesellschaftliche Alltagsprobleme, wie Vorurteile und mangelnde Gleichberechtigung, Elemente, die auch in die Comics einfließen.

Autowahn ist aktuell bei Panini Comics erschienen. Der zweite Band der Reihe ist bereits für Dezember 2018 geplant. Zum Start der Reihe wird Lee Sullivan bei der Comic Action in Essen (25./26. Oktober) am Panini-Stand signieren. Zusammen mit Andrew Cartmel ist er im Anschluß (27./28. Oktober) bei der TimeLash IV-Convention in Kassel anzutreffen, natürlich ebenfalls am Panini-Stand. Für die beiden Messen wurde auch eine limitierte Variant-Cover-Sammleredition von Autowahn produziert.

12Sep/18

Roll One – A Board Game Story

Kingdom Death: Monster     –     das Dungeons and Dragons mit Porn and Paper.

So langsam finde ich ist es an der Zeit mich mal diesem Thema zu widmen.Auch wenn ich mich immer noch nicht bereit fühle… aber wenn man wartet bis man sich bereit fühlt kriegt man nie Kinder, richtig?

Auf geht’s…

Noch nie hat mich ein Spiel derartig beschäftigt wie Kingdom Death: Monster. Selbst in den Zeiten als ich nur Magic und wirklich NUR Magic gespielt habe oder meiner späteren X-Wing Phase selbst da habe ich nicht so viel Zeit damit verbracht mich mit einem einzigen Spiel zu befassen, darüber zu lesen, daran zu denken, daran/damit zu „arbeiten“… also was macht das hier anders als die Lifestyle-Spiele?

Eins vorneweg:

Das Spiel wird oft als übermäßig sexualisiert, sexistisch und pervers bezeichnet: Hier ist es wichtig zwischen dem Spiel und der Welt Kingdom Death zu unterscheiden. Für die Welt wurden viele Pinup-Modelle (männlich UND weiblich) gestaltet und auch viel was mit dem Spiel nichts zu tun hat, nur um die Welt zu gestalten und um Geld zu verdienen.

Im Spiel selber werden die angeprangerten Elemente kaum gefunden. Ja, es gibt verschiedene Monster an denen phallusähnliche Gebilde zu erkennen sind oder merkwürdige Mutationen wie Hände und Münder die da wo sie sind nicht hingehören, aber das basiert alles auf dem Design der Welt. Vieles wird hier thematisch und fantastisch erklärt. Im Endeffekt ist es auch nichts anderes als in jedem dahergelaufenen Fantasyroman oder Gemälden von Hieronymus Bosch oder den alten Darstellungen der Hölle und der Apokalypse, nur halt eben mit einer anderen Zielgruppe.

Die Freizügigkeit findet man kaum, wenn dann aber bei beiden Geschlechtern und es wird nicht zwischen Männlein und Weiblein unterschieden, es gibt kein schwaches Geschlecht. Im Falle der Fortpflanzung muss man sogar beide Geschlechter vorweisen können, da
man sich ansonsten schwer tut…

„Once upon a time there was a place of carved stone faces.

A man with a lantern lay sleeping a dreamless sleep.

The man knew nothing.“

Wir befinden uns in einer Welt voller purer, unverfälschter und vollkommener Dunkelheit. Der Boden besteht aus steinernen Gesichtern Alles was wir sehen, können wir nur wegen dem Licht der Laterne in unserer Hand erspähen. Nach und nach finden wir weitere wie uns und müssen mit Schrecken beobachten wie plötzlich ein Ungetüm aus der Dunkelheit bricht und diese anderen Menschen mit seinen scharfen Zähnen und Krallen brutal zerreißt.
Voller Verzweiflung greifen wir uns ein Stück eines zerbrochenen Steingesichts und erwehren uns unserer Haut.

So beginnt das Spiel, mit dem ungleichen Kampf zwischen vier bis auf einen Lendenschurz unbekleideter Fremder, die mit nichts bewaffnet sind außer einem Stein oder ihren blanken Zähnen. Genauso unfair wie der Kampf klingt, genauso schnell kann das Spiel auch vorbei sein bevor es richtig begonnen hat.

Das Spiel besteht im Wesentlichen aus 3 Phasen:
In der Settlement-Phase verarbeiten wir erbeutete Ressourcen zu Gebäuden und Ausrüstungsgegenständen, wir forschen, wir vermehren uns… Das ist der Zivilisationsspiel-Anteil an KD:M und je weiter die Kampagne fortschreitet desto größer wird die Bedeutung dieser Phase. Hier glänzt vor allem das Item-System mit Herstellung, Wechselwirkung und Set-Boni wie man es sonst nur von großen umfangreichen Rollenspielen auf Konsole oder PC kennt.

In der Hunt-Phase folgen wir der Spur unserer Beute und versuchen sie zu stellen. Hier passieren unterwegs verschiedene Zufallsereignisse. Die mit Abstand glückslastigste Phase im Spiel ist gleichzeitig auch die spielerisch schwächste und sollte innerhalb weniger Minuten abgehandelt sein.

Der große Köder (wie gesagt, später wenn man einen gewissen Einblick gewonnen hat liegt der Reiz in der Settlement-Phase) des Spiels ist die Showdown-Phase. Hier stellen wir unsere Beute oder erwehren uns gegen verschiedene Nemesis die versuchen unser Licht zu löschen. Hier glänzt das Spiel mit einem einzigartigen Gegnersystem. Die Gegner werden ausschließlich über ein mehr oder minder zufällig erstelltes KI Deck gesteuert, welches aber sehr abwechslungsreich und (von Gegner zu Gegner) auch sehr unterschiedlich ist. Ja selbst beim gleichen Gegner ergibt sich immer wieder ein anderes Verhaltensmuster das erst erlernt und dem dann begegnet werden muss. Ein weiterer Clou ist die Reaktion der Monster auf Treffer.

Hierfür gibt es wieder ein Kartendeck, das verschiedenste Trefferzonen und zugehörige absolut (thematisch und logisch) passende Reaktionen beinhaltet. Wie sich eine in die Ecke gedrängte Ratte höchst aggressiv verteidigt oder ein angeschossenes Reh sein Heil in der Flucht sucht, so oder so ähnlich reagieren die Monster.
Durch den Ablauf dieser drei Phasen wachsen uns unsere Charaktere, die mit der Zeit auch immer erfahrener und stärker werden, mehr und mehr ans Herz. Wir begleiten sie durch die alles verschlingende Dunkelheit, durch schwerste Verletzungen und Verstümmelungen,sehen zu wie lernen zu sprechen oder eine Kultur entwickeln bis sie irgendwann das Alter ereilt und sie sich „zur Ruhe setzen“ oder ungleich wahrscheinlicher irgendwann auf der Reise einen grauenvollen Tod sterben.

So schmerzlich dieser Verlust im ersten Moment auch ist, das große übergeordnete Ziel ist stets das Überleben und der Fortbestand der Siedlung als Hort der Menschlichkeit in einer unwirtlichen Welt.

Vom Regelwerk her ist das Spiel nichts kompliziertes, die Mechaniken sind nicht innovativ aber grandios umgesetzt (siehe KI und Reaktionen), thematisch wird aber alles derart stark verwoben, dass ich selten so eine dichte Atmosphäre in einem Spiel erlebt habe. Auch wenn die Jagd sehr glückslastig ist, so balanciert das Spiel die eigene Herangehensweise sehr gut aus und bleibt stets auf einem hohen Schwierigkeitsgrad.

Mich hat damals diese düstere Welt fasziniert die von so genanntem Body Horror durchzogene Welt, die an eine Mischung aus Mc Gee’s Alice, The Cell, Pan’s Labyrinth und einem Fiebertraum erinnert, sowie das intelligente Gegnerdesign.

Das Spiel ist kein Leichtgewicht, denn es kommt in der größten und zugleich auch schwärzesten Spieleschachtel die ich je gesehen habe. Auch ist es nicht ganz billig… aber hochgerechnet auf die Zeit die man damit verbringt ist es jeden Cent wert. Eine Kampagne dauert ca. 30 Runden von denen jede zwischen 90 und ca. 150 Minuten dauert. Allerdings muss man auch noch davon ausgehen, dass man das Spiel erst nach mehreren Anläufen besiegt.  Natürlich kommt irgendwann einmal der Punkt an dem man den blöden weißen Löwen nicht mehr sehen kann oder wo der Watcher nur noch ein kleines Ärgernis darstellt, für all die gibt es bereits jetzt eine Ansammlung von 12 Erweiterungen die entweder die bestehende Kampagne grundlegend verändern oder gar komplett neue Kampagnen bieten.

2019-2020 mit der letzten Auslieferungswelle der zweiten Kickstarterkampagne folgen weitere 16 Erweiterungen die beliebig miteinander kombiniert werden können.
Alles in allem, so fern man sich am Spielprinzip nicht satt spielt, gibt es also genug Material für eine sehr lange Zeit. In Ermangelung eines Endes das ihm würdig ist liefere ich noch ein paar Fakten nach:
Kingdom Death: Monster ist ein rein kooperatives Spiel für 1-6 Spieler, das neben dem Spiel durch die mitgelieferten Miniaturen noch einiges mehr zu bieten hat und sich durch das Modellieren und Bemalen usw. der Figuren auch noch in weiteren Hobbybrereichen platziert. Regulär ist es nur direkt über den Hersteller für 400 USD zu beziehen und liefert über 1000 Karten und 45 verschiedene Miniaturen die an Varianz und Detailgrad ihresgleichen suchen.

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06Sep/18

COMIC REVIEW MALCOM MAX BODY SNATCHERS

Mit Malcom Max geht es in die neuste Review. Unter Nicht-Comiclesern besitzt »Malcolm Max« schon jetzt eine große Fangemeinde – denn der charismatische Dämonenjäger erblickte bereits 2008 in der gleichnamigen Hörspielserie das Licht der Welt. Nach drei Episoden (zunächst als Beilage der »Gespenster-Geschichten«, dann als Teil der Hörspielreihe »Geister-Schocker«) folgt nun der intermediale Flirt mit dem Comic:

05Sep/18

Roll One – A Board Game Story

Noooiiinzich tausend und dieses Rambo Messer

-oder-

Spielesammlungen: Der Untergang der Tradition?

Letzte Woche habe ich euch ein wenig von meinem ersten Schritt in die Welt der modernen Brettspiele erzählt. Theoretisch hätte dieser erste Schritt schon viel früher passieren können…bei einem jeden von euch…denn jeder hat doch irgendwo eine Spielesammlung zuhause. Das große Spielemagazin mit über 50 Spielen bla.

JEDER hat so ein Ding daheim. Bis zu unseren Großeltern. Also hätten wir uns doch viel früher mit Spielen beschäftigen können. Zumal in der Schachtel ja mehr Spiele drin sind als man in einem Leben braucht… wenn wir mal ehrlich zu uns selbst sind. Also warum spielen wir nicht damit? Warum liegen diese Boxen nur in ihren Regalen oder Schränken auf dem Dachboden oder im Keller und sammeln den Staub den sie zugegebenermaßen auch verdienen?

Weil da nur langweiliges Zeug drin ist. Ja, ich hab’s gesagt. So.

Ich hab mir zu Beginn meines Wahns die Ravensburger Familienspielesammlung gekauft, aus purer Nostalgie, weil ich die immer mit meiner Oma gespielt habe. Die sehen zumindest besser aus als die Erwachsenenvariante aber dafür sind die Spiele noch seichter.

Da ist Malefiz schon das Non plus Ultra.

Vielleicht würde es ja helfen, wenn wir unsere Traditionen mal überdenken, wenn wir unsere Spielesammlungen mal überarbeiten würden, wenn wir etwas zusammenstellen würden, das wir gerne spielen würden, das es verdient in jedem Haushalt der Nation zu liegen.

Doch wie?

Zugegeben es wird kein einfaches Unterfangen eine moderne Spielesammlung für 20€ auf den Markt zu werfen. Da müssen wir uns wohl von Pandemie, Agricola und Star Wars: Rebellion Kombinationen verabschieden.

Was könnte denn funktionieren?

Das Grundprinzip muss bleiben. Möglichst wenig aber stets gleiches Material für viele verschiedene Spiele. Nur so lassen sich die Kosten im Zaum halten. Gibt es denn vielleicht sogar etwas vergleichbares?
Etwas auf das wir aufbauen können?

Ja, genau hier finden wir die Lösung. Pyramid Arcade und das Gipf Projekt sind da am ähnlichsten zu einer klassischen Spielesammlung. Wir haben eine Sammlung an Materialien die für die verschiedensten Spiele abstrahierbar sind.
Pyramid Arcade besteht aus einer sich stetig erweiternden Sammlung von „kleinen“ Spielen, die mit Hilfe von kleinen Spielbrettern und einem Haufen bunter und durchsichter Plastikpyramiden gespielt wird. Hier ist alles dabei, vom Risiko-esquen Area-Control bis hin zu abstrakten Schachvarianten. Vielleicht die Alternative zur Familienspiele-Sammlung, da Pyramid Arcade ähnlich bunt und variantenreich daherkommt…

Die Gipf-Spiele sind das Herzensprojekt vom Kris Burm, der sieben moderne abstrakte Spiele geschaffen hat, die durch Einfachheit und Tiefgang brillieren. Hier ist der Vorteil, dass mit wenig Material sehr viel Hirnschmalz verbrannt wird.
Wenn man alle in einer Box liefert hat man definitiv die Alternative zum alt-ehrwürdigen Spielemagazin und seiner Mühle, Dame usw.

Sollte das hier irgendjemand lesen der in der Spielebranche was zu sagen hat oder der jemanden kennt der was zu sagen hat, dann bitte, zückt den Taschenrechner, kalkuliert wie die Verrückten und macht es irgendwie möglich. Lasst uns die Spielesammlungen dieser Welt feierlich begraben und den freigewordenen Platz mit wandelbaren, modernen und ebenso eleganten Spielekollektionen besetzen. Wir haben die Ideen und die Mittel, lasst sie uns nutzen.

Macht Schluss mit Langeweile in Spielekartons!

Druckt mehr gute Spiele statt dem immer gleichen drögen Mist!

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02Sep/18

COMIC REVIEW KHAAL BAND 1

In der heutigen Comic Review geht es um KHAAL,Ein unerbittlicher Chef und machtvoller Herrscher. Der Weltraum. Eisig. Unendlich. Er wurde zum Grabmal von drei ruhmreichen Imperien, die ihn erobern wollten und sich am Ende gegenseitig töteten. Niemand ist mehr da, der über das Massengrab herrschen könnte. Niemand? Nicht ganz. In den Tiefen des galaktischen Hochsicherheitsgefängnisses leben in getrennten Zonen die vergessenen Parias der drei Rassen: Psis, Ätherer und Menschen sowie deren posthumane Varianten. Keiner von ihnen weiß, dass sie die letzten Überlebenden sind.

30Aug/18

COMIC REVIEW ANDROIDEN BAND 1 WIEDERAUFERSTEHUNG

Roboter, künstliche Maschinenwesen, haben die Fantasie von Künstlern, Autoren, Filmregisseuren immer wieder beflügelt. Manchmal steht dabei die Faszination im Vordergrund, mitunter die Furcht, meist geht es aber um beides. Androiden sind nicht zuletzt aufgrund ihrer Menschenähnlichkeit eine beständige Erinnerung an die Grenzen des Menschlichen.

29Aug/18

Roll One – A Board Game Story

Jeder fängt mal klein an. Heute geht es um meinen persönlichen Grundstein.

Wie fing das alles überhaupt an?

Magic The Gathering (zeitweise auch Carcassonne) war das Spiel meiner Kindheit, bis sich irgendwann die Interessen gewandelt haben. Dann kam eine lange Zeit ohne Brettspiele (neben dem gelegentlichen Risiko) bis eines Tages X-Wing Miniaturen-Spiel erschienen ist.(Wenn ich es genau betrachte war das eigentlich mein Einstieg, aber da ich X-Wing zu dem Zeitpunkt als MTG Ersatz und weniger als Brettspiel betrachtet habe, drück ich hier mal ein Auge zu.)

Dieses Spiel, das ich gerne und viel gespielt und mich auch kreativ damit beschäftigt habe führte zu einem YouTube Video und dort schaute ich das Himmelreich:
Da saß Will Wheaton und hat mit irgendwelchen mehr oder minder bekannten Stars Spiele gespielt. Aber da waren halt richtig coole Sachen dabei.

Bei einem bin ich hängen geblieben: Castle Panic

ein relativ simples Tower Defense Spiel…hat heute, trotz veränderter Vorlieben, immer noch einen Platz in meinem Herzen und aufgrund diverser Faktoren auch immer noch einen Platz in meiner TOP 25.

Thematisch betrachtet hocken wir in unserer kleinen Burg in mitten einer riesen Waldlichtung und von allen Seiten branden Wellen von Gegnern an unsere Mauer bis entweder das eine oder das andere aufgerieben ist. Um uns der anrückenden Schergen zu erwehren tauschen und spielen wir (richtig, wir: Co-Op für 1-6 Spieler) Karten die unsere Gegner verletzen und schlussendlich auch töten sollen.

Aufgelockert wird das ganze durch verschiedene Events oder Boss-Monster mit Spezialfähigkeiten.

So, was ist da jetzt nicht so gut?

Nun ja, das Spiel ist relativ leicht. Mit ein bisschen Übung wird man schnell Herr der Lage und kommt so gut wie immer durch (vergleichbar mit Pandemie). Das Material ist ok, die Karten könnten, wie so oft, besser sein. Die Downtime variiert von keine bis eeeeeewig, je nach Spielerzahl. Dem wird durch die Möglichkeit des Kartentauschs ein wenig entgegengewirkt, aber dennoch wartet man manchmal schon echt lang bis man wieder dran ist…und so richtig 100%ig planen kann man auch erst kurz bevor man dran ist.

Jedoch ist das halb so wild, denn die Entscheidungen die einem das Spiel abringt sind meist relativ eindeutig. Klingt ja alles irgendwie nich soooo geil. Was also macht dieses Spiel spielenswert?

Castle Panic ist total einsteigerfreundlich, schnell erklärt und relativ schnell gespielt.
Vom Grundprinzip her ist es zwar eine relativ abstrakte Form des Tower Defense aber von allen die ich bisher gespielt habe auch die beste Umsetzung.
Die Erweiterungen sind einfach genial, allerdings in meinen Augen auch essentiell für den Langzeitspaß.
The Wizard’s Tower bringt Zauberkarten, die allesamt irgendwo zwischen „krass gut“ und „sicherlich mal hilfreich“ rangieren. Die neuen Gegnertypen machen einem das Leben echt schwer. Von kleinem Gesocks das einfach nur die Durchschnittsschwierigkeit hebt bis hin zu neuen Mega-Bossen dien einem echt den Arsch aufreißen.

The Dark Titan, die relativ kleine Erweiterung, bringt den neuen ÜBERBOSS in bis zu 5 verschiedenen Schwierigkeitsstufen und bildet neben der Supporteinheit „Chevalier“ das Highlight. Alles in allem solide, dient hauptsächlich dazu die Schwierigkeit zu erhöhen.
Die neueste heißt Enginges of War und liefert das was man bisher schmerzlich vermisst hat: Support.
Jetzt dürfen wir Fallen und Befestigungen bauen und mit ner riesen Ballista schießen. GEIELLL!!!

Und natürlich siegt bei mir auch immer noch der Nostalgiefaktor, weil es halt einfach das erste richtige Designerspiel war…
Wem jetzt aber das Setting nicht zusagt, der kann sich an eine der verschiedenen Adaptionen wagen. Zombieapokalypse gefällig?
Bam: Dead Panic!

Sci-Fi? Captain wir haben Star Trek Panic auf dem Schirm.
Co-Op is lame? Munchkin Panic wo der Blödsinn regiert. Klar, es gibt bessere, schönere und was weiß ich was Spiele, aber als Einstieg ins Hobby oder auch mal für die schnelle Partie zwischendurch ist und bleibt Castle Panic einfach eine Bank.

Hat jemand Mörtel? Dann kann ich mit meinem Stein die Mauer wieder hochziehen bevor der Troll in die Festung läuft. Hallo?

Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl .