19Jun/19

Magic: The Gathering -oder- Der ewig junggebliebene Großvater

Seit 1993 ist kaum ein Spiel so beständig wie die „Magickarten“. Und so ziemlich jeder kennt es doch irgendwie.

Sei’s aus der Schule, wo die Nerds in der Pause zocken und/oder tauschen oder aus den Spielwarenläden wo die Karten ÜBERALL erhältlich sind.

 

Wie auch immer Richard Garfield auf die Idee gekommen ist, es ist unbestritten, dass er damit einfach den Goldesel gefunden hat.

 

Meine Magic-Karriere startete damals mit der 4. Edition und dem damaligen Starter-Set bestehend aus zwei drei-farbigen Decks namens Kazz und Zakk. Trugbilder, Visionen, Homelands und Ice Age waren damals unsere Editionen und bis heute haben diese alten Karten ihre Faszination nicht verloren. Eine gewisse Zeit später mit Felsenburg bin ich dann erstmal wieder ausgestiegen… aber da Magic manchmal wie eine Droge ist hatte mich Garfield mit Onslaught wieder an der Angel. Bis ich dann bei Llorwyn final ausgestiegen bin. Aber was macht diese nicht enden wollende Faszination aus?

 

In Magic stellt jeder Spieler einen Magier dar, der sich mit seinem Gegner (gerne auch in der Mehrzahl) duellieren will. Wer zuerst seine 20 Lebenspunkte verloren hat ist genau das, der Verlierer. Um den Gegner auszulöschen hat man verschiedene Zaubersprüche und kann Kreaturen oder Artefakte beschwören. All das passiert mithilfe der Ressource „Mana“ (in fünf verschiedenen Varianten).

So einfach das Spielprinzip. Von den Regeln her gibt es allerdings weitaus mehr. Verschiedene Kreaturen haben verschiedene Fähigkeiten. Zauber können Schaden machen, andere Zauber verhindern, Karten ziehen lassen, dem Gegner Karten nehmen und. so. weiter.

 

Genau das ist wahrscheinlich die Faszination. Man kann, egal wie alt die eigenen Karten sind, immer damit spielen. Natürlich gibt es einen gewissen Anstieg bei der Stärke der Karten (je neuer desto besser IM SCHNITT) aber dennoch kann man mit einem alten Deck auch gegen ein neues Deck gewinnen.

Magic wird auch regelmäßig und weltweit in den verschiedensten Turnierformaten gespielt.

Und natürlich kommen regelmäßig neue Karten raus.

 

Ach, das hab ich ganz vergessen: Magic: the Gathering ist ein Sammelkartenspiel.

Kein Living Card Game wie Arkham Horror, Herr der Ringe, Android Netrunner usw. nein, ein ganz klassisches Sammelkartenspiel wie die Panini Fußballaufkleber. Du kaufst nen Booster und hast keine Ahnung was drin ist. Da man aber natürlich immer die guten Karten sucht braucht man mehrere Booster… und ZAKK hängt man an der Nadel.

Heutzutage kann man ja die Karten natürlich auch einzeln relativ billig aus der ganzen Welt kaufen. Damals in den 90ern gab es das „Kartefakt“-Magazin, das regelmäßig die Preise der einzelnen Karten veröffentlicht hat. Damit ist man dann zu seinem Dealer gegangen und hat gehofft mal einen Blick auf die Karten werfen zu können…

 

Für mich hat Magic den Reiz mittlerweile nach vielen Jahren und vielen tausenden Partien verloren.

Ich muss nicht mehr den neuesten Shice haben oder keine Ahnung was. Auf mich üben, aus Nostalgie-gründen, eh die alten Karten einen viel höheren Reiz aus als das ganze neue Zeug. Da steckte irgendwie noch Geschichte drin. Aber heutzutage fühlt es sich irgendwie steriler an. Kann aber natürlich auch dran liegen, dass ich irgendwann den Anschluss verloren hab.

Das war auch der Grund warum ich irgendwann beschlossen habe, ganz die Reißleine zu ziehen und alles zu verkaufen.

Gut, fast alles. Zwei Decks die zu meinem Ausstieg recht aktuell waren habe ich behalten…

…und der guten alten Zeiten willen habe ich meine beiden ersten Decks, Zakk und Kazz, nachgebaut. Die sind (weil Einsteigerdeck) natürlich absolut nicht konkurrenzfähig, machen aber trotzdem Laune. Jetzt liegen in meinem Schrank statt tausender Karten nur noch 4 einzelne Decks und warten auf ihren Einsatz, wenn mich doch nochmal für einen kurzen Moment das Fieber packt…

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl

Folge 13: Nackt, allein im Urlaub und die teuerste Zahnbürste Ever!

Nadine ist Heute, wenn ich (Flo) diesen Text verfasse auf der Comic Con in München und deshalb, es sei mir verziehen kommt heute ein schwurbeliger Text mit vielen Fehlern und ohne rechten Sinn. Wir labern in Folge Nummer 13 über viele Dinge und starten natürlich mit euren Kommentaren aus der Folge 12. Außerdem schweifen wir in alten Filmen, neuen Serien und noch älteren Erinnerungen ab. #itsallcomingback Flo erzählt aus dem Comic Jack Wolfgang aus dem Carlsen Verlag und Chaos aus dem Splitter Verlag, Tony merkt, dass ihm Superhelden Comics nicht mehr so gefallen und er jetzt lieber den Brockhaus liest. Am Ende gibt es wieder die scharfe Frage und endlich die Antwort was Flo mit auf eine Insel nimmt. Viel Spaß beim Zuhören.

12Jun/19

Realismus vs Style vs Funktionalität -oder- Komponenten, mal schön, mal praktisch

Gale Force Nine hat angekündigt eines meiner Lieblingsspiele neu aufzulegen. Das gute alte Dune, das seit vielen Jahren out of print ist, das ich mir in mühevoller Heimarbeit selber gebastelt hab, soll zurückgebracht werden und das sogar mit der schicken Grafik-Design von Ilya (sein BGG username).

GEILO!

Vor allem dann alles mit schönen Komponenten, vielleicht sogar Miniaturen…für die verschiedenen Truppen und die Anführer. Boah, wär das cool…

…Mooooment mal…

…wär’s das wirklich?

In letzter Zeit (vor allem Dank Kickstarter) kommt es immer häufiger vor, dass Spiele als Deluxe Version neu auf den Markt geworfen werden und alles is schöner größer besser. Aber ist das auch wirklich immer so sinnvoll?

Ich möchte das mal anhand von Champions of Midgard, Scythe und Dune etwas näher betrachten.

Mein neuestes Beispiel ist Champions of Midgard.
In der deutschen Version ist materialtechnisch einiges schief gelaufen…und dann noch die Entscheidung auf eine „pre-production copy“ (quasi die erste professionell produzierte Version) zu verzichten um es schneller ausliefern zu können… Tja, hätte man mal die Zeit noch gewartet hätten die Fehler ausgemerzt werden können. So müssen jetzt alle mit minderwertigen Kopien leben.

Zurück zum Thema: Hier gibt es tolle Wikingerhelme (natürlich mit historisch fragwürdigen Hörnern) die als Punkteanzeiger dienen. Sehen nich schlecht aus… aber sind schon relativ groß. Aufstellen kann man sie nicht, dafür sind sie zu dünn. Für’s hinlegen sind sie etwas groß, aber da muss man dann halt übereinander stapeln.

Die Münzen sind dicke Holzscheiben, die erst noch beklebt werden müssen. Sieht ja ganz nett aus, aber warum werden die nicht bedruckt? Oder vielleicht sogar mit nem Hitze-branding versehen? Wäre doch mega… So geht es jedenfalls noch etwas weiter.

Warum ich mich da jetzt drüber echauffiere? Nunja, niemand braucht sie. Die mitgelieferten Tokens sind zum einen viel schöner gestaltet, handlicher und auch öfter enthalten. Klar, das Holzzeug is Kickstarter-Material, aber ganz ehrlich, ich hätte genauso gut auch drauf verzichten können und dafür lieber das Geld in allgemein besseres Material gesteckt.

Scythe wurde ebenfalls gleich mit allem ausgeliefert. Hier hatte man die Wahl was man nimmt. Sprich keine Material- und Platzverschwendung. Gut.

Hier wurde uns aber was anderes spendiert: realistische Tokens, Metallmünzen und ein riesen Brett. Klar, Scythe lebt etwas von dem enthaltenen Material, aber man hatte zumindest die Wahl was man machen möchte…
Das Problem, das sich bei Scythe aufgrund des Deluxe Materials zeigt ist Platz. Die Box wird ganz plötzlich ziemlich klein…

…und vor allem auch der Tisch. Die Spielbretterweiterung (braucht auch wieder kein Mensch) ist dermaßen groß, dass ich noch keinen Tisch gesehen habe auf den alles problemlos passt ohne den Platz der einzelnen Spieler auch noch einzunehmen. Allerdings ab einem gewissen Stadium im Spiel benötigt man fast schon den Platz auf dem größeren Spielplan, da sich ansonsten zu viele Einheiten und Ressourcen in einem Hex tummeln können und die Übersichtlichkeit dann schon sehr stark leidet.

Was ich damit sagen möchte ist, ihr könnt die Spiele schon größer machen, aber dann achtet bitte darauf, dass es immer noch ein vernünftig handlebares Maß bleibt.

Nach der Optik und dem Platz kümmern wir uns jetzt mit dem eingangs erwähnten Dune um die Funktionalität.

Klar wären Miniaturen für die Einheiten und auch die Anführer super oder irgendwelche Edelsteine für das Spice, aber das würde voll an der Spielbarkeit vorbeigehen. Bei Dune sind die Gebiete stellenweise sehr klein und es müssen trotzdem viele Einheiten reinpassen…und Spice…und nochmal ne Armee. Die Kampfwerte müssen auf einer Scheibe eingestellt werden und zusammen mit bis zu 3 Karten oder 1 Anführer verdeckt gehalten werden. Das geht nicht, wenn alles Miniaturen sind.

Bitte bitte Gale Force Nine, haltet euch ans ursprüngliche Design. Scheiben für die Einheiten und Tokens für die Leader sind absolut ausreichend. Vergesst nicht, dass man spielen können muss.

Wahrscheinlich denken sich die meisten gerade: Beschwert der sich gerade echt über Deluxe-Komponenten? Jaein.

Ich möchte nur die Fälle aufzeigen in denen Deluxe-r nicht immer besser ist, weil entweder die Spielbarkeit leidet, die anderen Komponenten in den Hintergrund rücken müssen oder alles einfach zu groß wird.

Nicht nur bei den Regeln gilt:

Fertig ist man dann, wenn man nichts mehr hinzufügen muss und nichts mehr wegnehmen kann.

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05Jun/19

Worker Placement / Action Selection -oder- Hey, da wollte ich hin, das wollte ich machen, das gehört mir.

Heute mal eine Folge aus der Kategorie: Mechaniken und deren Mechaniker

Seit „Säulen der Erde“ bedient sich gefühlt jedes zweite Spiel einer Variation von Action Selection, dem so genannten Worker Placement.
Moment, ich dachte das ist das gleiche…oder was anders…ich bin verwirrt.
Worker Placement ist der Dackel, Action Selection der Hund. Jeder Dackel ist ein Hund, aber nicht jeder Hund ein Dackel.

Aber fangen wir mal vorne an. Bei Action Selection wählt jeder Spieler entweder durch Auslegen einer verdeckten Karte oder durch setzen eines Spielsteins (worker placement) aus was er machen möchte. Manchmal passiert dies gleichzeitig wobei dann bei gleicher Auswahl entweder die Aktion aus dem Verkehr gezogen oder verändert wird (z.B. aufteilen der Belohnung) oder aber nacheinander wo dann bereits besetzte Felder nicht mehr verfügbar sind oder aber erst freigekauft werden müssen.

Ihr merkt schon, je nach Ausgestaltung, kann hier dennoch ein gewisser Kampf um die Startspielerrolle entbrennen oder aber der Mindfuck hält Einzug, wenn es ums bluffen und double-bluffen geht: Ich weiß, dass du weißt, dass ich da hin will, aber vielleicht kann ich vorher noch das und dann hiervon ablenken…

Simpel wie elegant findet man Worker Placement fast überall. Aber, der Fortschritt ist überall und somit hat sich auch worker placement verändert. Es gibt mittlerweile auch Spiele bei denen nicht nur das Platzieren sondern auch das Einsammeln eine wichtige Rolle spielt. Welchen Arbeiter hole ich mir wann zurück? Bei Spielen die auf diese Variation setzen ist das zurückholen der Arbeiter die einzige Aktion die man in seinem Zug dann macht, daher muss gut getimed werden wann ich quasi eine Runde aussetzen möchte bzw. wie lange ich es hinauszögern kann.

Bei Manhattan Project blockieren die gesetzten Arbeiter die entsprechenden Felder die ansonsten auch vom Gegner benutzt oder sabotiert werden könnten. Bei Tzolkin fällt die Belohnung für die Aktion immer höher aus je länger ich auf meinen Arbeiter verzichte.

Immer öfter verliert man diese Arbeiter auch, es sei denn man sorgt für einen bestimmten Unterhalt. Entweder muss man sie ernähren oder bezahlen, oder sie halten einfach nur eine gewisse Zeit lang, wie bei Village wo die alten Arbeiter irgendwann an Altersschwäche sterben. Es gibt auch eine weitere Variation bei der gewisse Dinge erst zur Verfügung stehen wenn ein Arbeiter dauerhaft dort eingesetzt wird, der aber wiederum andere Voraussetzungen hat. Hierfür ist „Die Kolonisten“ ein riesen (Bei-)Spiel.

Gerne werden auch Arbeiter durch Würfel ersetzt was wiederum eine ganz andere Tiefe ins Spiel bringt, was wir uns aber erst in einer zukünftigen Folge näher ansehen werden.

Wie ihr seht steckt hinter einer einfachen Aktion viel mehr Möglichkeiten als man manchmal vermutet und irgendwie fühlt es sich so an als wären noch nicht alle Möglichkeiten ausgelotet. Daher hoffe ich noch auf viele interessante Ideen die das nächste Spiel etwas mehr von der Masse abheben.

Designer aller Welt vereinigt euch!

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Lady Mechanika Band 5 Der Uhrwerk Assasine Comic Review

Die junge Frau weiß weder ihren Namen noch irgendetwas über ihre Vergangenheit, und schon gar nicht, wer ihr diese künstlichen Arme verpasst hat.

29Mai/19

Dexterity Games -oder- Wenn ich das hierhin zitter, dann… ach Mist…

Wie man in unserer Men At Work Partie gesehen hat bin ich echt nicht gut bei solchen Stapelspielen. Mir fehlt da die ruhige Hand, die Geduld und die Ruhe… Aber ich möchte das Genre auch nicht komplett abschreiben, denn es gibt noch einen Haufen ähnliche Spiele bei denen Karten gestapelt werden müssen oder die Kooperativ sind. Also vielleicht finde ich ja mal eins das wie für mich gemacht ist.

Was ich allerdings gut kann und saugerne spiel sind „Schnippsspiele“. Pitch Car (früher Carabande) ist relativ simpel. Man baut eine Rennstrecke aus Holzteilen auf und schnippst sein „Rennauto“ über genau diese. Wer zuerst ins Ziel kommt gewinnt. Mittlerweile gibt es auch eine Haufen Erweiterungen die zusätzliche Streckenteile bieten, Rampen, Loopings, Schikanen, alles was das Rennfahrer-Herz begehrt. Immer wieder gut für ne Runde zwischendurch.

Ach, zum Schluss noch ein Tipp von mir: versucht nicht die Übergänge nahtlos auszutarieren. Denkt bei den eventuellen Kanten lieber an Schlaglöcher die es zu um- oder vorsichtig zu über-fahren gilt.

Neben den Stars wie Catacombs oder Shoot em Up gibt es auch andere moderne Spiele, die mit diesem Prinzip … spielen. Rampage versetzt einen in die Rolle von Kaijus (denkt an Godzilla) die versuchen eine Stadt in Schutt und Asche zu legen, oder, ja, ich hab auch schon von einem Spiel gehört, das die Luftschlacht von England thematisiert, in dem man seine Flugzeuge über Spielmatten schnippst. Air Flix oder so… das müsste ich jetzt erst recherchieren…

Aber es gibt auch viele Klassiker. Ferti ist da der bekannteste Anbieter. Alles immer groß, hölzern und meistens auch sehr wertig zusammengebaut. Der französische Publisher hat Spiele wie Passe Trappé bei dem man eine Scheibe mittels eines Gummibands durch ein schmales Tor befördern muss (kein Schnippsspiel, aber dennoch ziemlich bekannt).

Eines meiner Lieblingsspiele in der Kategorie ist Tumblin Dice. Hier muss man Würfel eine Treppe runterschnippsen. Je weiter die runterpurzeln desto höher ist der Multiplikator für die oben liegende Würfelseite. Wenn jeder Spieler seine Versuche durch hat wird multipliziert und addiert was noch auf der Treppe übrig geblieben ist, denn, gut gezielte, fast schon gesniperte „scheiß Arschloch“-Schnippser, die gegnerische Würfel runterwerfen und somit aus dem Spiel nehmen, sind absolut erwünscht.

Mein persönliches Highlight dieser Kategorie ist aber auch das größte und älteste Spiel aus der Kategorie.

Crokinole. DER Klassiker. In Kanada ganz groß, werden auf den großen Runden Brettern auch Weltmeisterschaften ausgetragen. Es gibt sogar Schreinereien die sich auf Crokinole Bretter spezialisiert haben und unter anderem auch individualisierte Bretter anbieten. Ein „kleines“ hölzernes mit 65cm Durchmesser ist schon für um die 50€ zu bekommen. In Wettkampfgröße 75cm (…? ich glaub schon…) fangen die dann ab 120€ an.

Hier muss man seine Scheiben möglichst nah am oder am besten im Loch in der Mitte der Scheibe platzieren und somit Punkte und hoffentlich auch mehr machen als der Gegner. Dieser versucht das natürlich zu verhindern und meine Scheiben wieder rauszuschieben, wenn wir beide denn an den Pfosten die um den kleinsten Kreis in der Mitte platziert sind vorbeikommen. Wichtig ist noch, dass immer ein gegnerischer Spielstein berührt werden muss ansonsten ist der Schuss ungültig. Wenn alle Steine durch sind wird (die Differenz) gezählt und die nächste Runde gespielt bis einer 100 Punkte erreicht hat. Seit mittlerweile schon Jahrhunderten ein geniales Spiel und immer gut für die schnelle Runde zwischendurch.

Mir hat es so gut gefallen, dass ich sogar mein kleines Brett relativ schnell durch ein großes ersetzt habe. Ich liebe es.

Carrom taucht in meiner Aufzählung deshalb nicht auf, weil ich es nicht gespielt habe und auch zu wenig darüber weiß, sorry.

Eines möchte ich aber noch auf die Liste setzen: Klask, eine Art modernes Airhockey, bei dem man die Hände unter dem Brett hat und per Magnet die Spielfigur steuert die den Ball ins Tor des Gegner bugsieren muss ohne ins eigene zu fallen oder 2 der 3 auf dem Spielfeld befindlichen Magnete einzusammeln. Wer zuerst 6 Punkte (in beliebiger Kombination aus Tor oder Fehler des Gegners) hat gewinnt. Weltmeisterschaften gibt es auch schon.

Wir können quasi bei der Geburt eines Klassikers dabei sein…

…ist das nicht schön?

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22Mai/19

“Mensch, a gscheite Ordnung is scho was feins.” -oder- Inlays

Was aber bei all dem Material und der Größe und dem Umfang nicht zu kurz kommen darf, es aber trotzdem viel zu oft tut ist das Inlay.
Nicht umsonst gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter die damit Geld machen Inlays aus Holz oder Foamcore (Schaumkernplatten) anzubieten.

Warum ist das so? Nun ja, die Gründe hierfür sind genauso mannigfaltig wie die Spieleauswahl.

Dominion hat ein wunderbares Inlay, aber nur so lange man keine Erweiterungen besitzt. Sobald da auch nur eine dazukommt passt die nicht mehr ins Grundspiel.
Das ist übrigens für mich einer der wichtigsten Punkte beim Schachteldesign. Erweiterungen MÜSSEN mit in die Grundspielbox passen. Punkt.
Lords of Waterdeep hat ein geniales Inlay, so lange man es liegend aufbewahrt. Stellt man es wie ein Buch ins Regal fällt alles raus und durcheinander.
Leaving Earth kommt in einem Mini-Schuhkarton. Da braucht man quasi erstmal ne eigene Box wo man alles schön verstauen kann.
Die Kolonisten hat so viel Material, da kann man ein Haus draus bauen. Damit man nicht vor jedem Spiel alles umständlich auseinander sortieren muss braucht man ein Inlay in dem alles schön sauber sortiert ist und am besten auch während des Spiels perfekt aufgehoben ist.

Ein anderes Inlay ist zu klein für die Karten sobald die gesleeved sind.

Oder aber es hat keine vernünftige Aufteilung für das enthaltene Material (Escape – Der Fluch des Tempels) bzw. die Fächer sind zu klein (1. Edition von T.I.M.E Stories)

Gerne kommt ein Spiel auch ganz ohne Tiefziehteil (so der Fachbegriff für die vakuumgeformten Plastik-Inlays), wie zum Beispiel die meisten Wargames. Hier werden allerdings von mehreren Anbietern token trays, also Behälter mit vielen Fächern für die Tokens, angeboten, die meist auch noch über einen Deckel verfügen und somit quasi genauso gut funktionieren wie ein Inlay, nur halt eben perfekt für die Bedürfnisse eines wargames/wargamers angepasst.

Ihr seht schon, die Fallhöhe für ein Inlay ist relativ hoch und genau deswegen gibt es so viele „3rd Party Solutions“.

Ganz anders macht es Fantasy Flight Games. Die haben kein Inlay. Die liefern ihre Spiele mit einem Papptrenner-Inlay-Ding das immer wieder für Unmut sorgt weil es einfach für gar nichts taugt. Fairerweise muss man aber sagen, dass es sich hier um eine Transportsicherung handelt damit das Material den Weg ins heimische Regal unbeschadet übersteht. Denn laut Christian Petersen dem Gründer von FFG macht ein werkseitiges Inlay eh keinen Sinn, da es die Komponenten bei senkrechter Lagerung nicht halten kann und die meisten Spieler eh individuell sortieren wollen.

Bei den meisten meiner Spiele habe ich das Inlay relativ schnell rausgeworfen. Seltener wegen falschem Design als vielmehr der Tatsache, dass ich das Material von Erweiterungen sonst nicht reingebracht hätte.

Vor diesem Hintergrund plädiere ich für modulare Inlays, die für das Basisspiel ausgelegt aber mehrteilig sind. Sobald man eine Erweiterung kauft kommt in der ein neuer Teil des Inlays der den alten, nicht mehr ausreichenden, ersetzt. Gut das geht natürlich nur so lange die Schachtel groß genug ist… Aber meist haben wir eh zu viel Luft in den Boxen. Auch wiederum ein Aufreger für viele.

Einer meiner (Spiele-)Kumpel verweigert sich deshalb sogar komplett Queen Games, weil die in seinen Augen immer viel zu große Schachteln verwenden. Vielleicht wäre mein „mod-in-layr“© ja die Lösung für derartige Probleme, wer weiß.

Und mit dieser Meldung beenden wir die Reihe „Werden Spiele zu groß und zu schwer? Rant-iert sich das noch?“

Schalten Sie bald wieder ein, wenn es heißt „Mir ist der Ozean eindeutig zu nass und Luft nicht durchsichtig genug.“

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Folge 11: Der alternative Podcast

Diese Woche gibt es viel zu besprechen: Nadine, Tony und Flo quatschen über den Gratis-Comic-Tag, fragwürdige “Influencer”, aktuelle Netflix Serien, die anstehende Comic Con und vieles mehr. Was machen Katzen, wenn sie nicht raus dürfen? Wie definiert man eigentlich Nerd sein? Was ist ein Degu? Und wie heißt der neue Batman-Darsteller nochmal richtig? Natürlich kommen auch eure Kommentare und Fragen wie immer nicht zu kurz.

15Mai/19

…aber manchmal is größer doch besser. -oder- Varianz durch Material

Die EINZIGE Materialverschwendung mit der ich einverstanden bin, ist besagte „Varianz-Material“.

Ein Eldritch Horror braucht einfach die erste kleine Erweiterung ansonsten sieht man schnell die immer gleichen Encounter. Ein Castle Panic fühlt sich kompletter an mit The Wizard’s Tower. Formula D macht erst so richtig Spaß wenn man verschiedene Strecken hat.

Klar, alles hat auch eine Grenze. Eines meiner Lieblingsspiele Conan hat diese mit einem sauberen Sprung aus vollem Anlauf überwunden. Im Kickstarter wurden unzählige zusätzliche Erweiterungen dazu gepackt. Keine Expansions wie man sie so kennt mit Mechaniken und Varianten, nein, einfach nur Minis und deren Tokens. Wofür? Für spezielle alternative Szenarien, um sie gegen bestehende Gegner auszutauschen, zum anmalen, zum rumexperimentieren und so weiter. Mittlerweile hab ich so gut wie alle, aber ich bin erst auf den Zug aufgesprungen als ich das Spiel getestet hatte…

Anders läuft das bei CMON. Da wird in jede Kampagne (abgesehen von Blood Rage und Rising Sun) so viel Material dazu gepackt, meist als Kickstarter Exclusive, dass sich der benötigte Platz verdoppelt oder verdreifacht. Das große Problem hierbei ist allerdings, dass da gut und gerne mal die Balance leidet oder, dass manche Spiele ohne das Kickstarter Material sehr stark leidet. Entweder weil was spielerisch fehlt oder weil es einfach material-seitig zu wenig ist.

Ein anderes Problem an dieser Varianzflut ist einfach die Zeit. Dadurch, dass jeden Tag ein neues besseres Spiel erscheinen könnte kommt doch kein normalsterblicher Mensch dazu ein Spiel, so wie früher, einfach kaputt zu spielen. Wofür brauch ich dann den 6. Fluch bei 7th Continent, wenn ich am ersten schon viele viele Stunden sitze bevor der überhaupt gelöst ist, wofür die Schicksale bei This War of Mine wenn das Textbuch so umfangreich ist, dass ich es eh nie durchbekomme…oder… Ja, eines darf nicht fehlen… Wofür brauch ich dann bei Kingdom Death: Monster die 6 Kampagne oder sogar das Kampagnenbuch, das alles nochmal über den Haufen wirft, wenn doch das Basisspiel alleine schon hunderte Stunden Spielzeit bietet, geschweige denn die 12 aktuellen Erweiterungen die in Kombination auch wiederum ein eigenes Spiel ergeben?

Für mich und meine Sammlung geht der Trend langsam wieder zurück vom Heuhaufen zur Nadel.

Ich bin jetzt so weit, ich möchte die unzähligen Karten die ich für Baseball Highlights 2045 habe erkunden, ich möchte verschiedene KD:M Monster mit meiner Kampagne kombinieren, ich will mein Wing Leader komplett durchballern oder einfach mal ein Spiel so oft spielen, dass man es einfach vollkommen durchblickt, dass man Strategien entwickeln kann die sich gegen andere vielleicht auch ungewohnte Spielweisen bewehren müssen.

Zurück zu der Zeit als man noch Ferien/Feierabende und Wochenenden mit dem immer gleichen Spiel verbracht hat. Nicht weil man nichts anderes hatte, sondern weil es so gut war und man es von vorne bis hinten durchspielen wollte.

Ihr merkt schon ich bin hier bei dem Punkt etwas zwiegespalten. Zwar lascht es mich an wenn jedes Spiel so viel Material liefert, dass die Urenkel noch damit beschäftigt sind, aber andererseits will ich die Abwechslung. Vermutlich ist das die Entwicklung in der ich mich als Spieler gerade befinde. „Weniger ist mehr“ oder vielleicht auch „Weniger (Spiele) MIT mehr (Inhalt)“

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Folge 10: Der XXL Jubiläums Talk

Juhu, da ist er: Nerdy Talk Nummer 10 – die erste Jubiläumsfolge! Zur Feier des Tages hat sich das komplette Geekeriki-Team – Nadine, Flo, Tony und Michael – an einem Tisch versammelt und quatscht bei Bier und Chips über alles was es im Nerdyversum zu besprechen gibt. Überraschung: ausnahmsweise sogar MIT Bild (natürlich nur auf youtube)! In der scharfen Frage beantworten wir diesmal ausschließlich Userfragen und schweifen wie immer ausgiebig ab…. Comics, Filme, Serien, Kindheitserinnerungen – 2,5 Stunden Spaß für die ganze Familie Zwinkerndes Smiley. Viel Spaß bei diesem XXL-Podcast in Farbe und bunt!