The Department of Truth 2: Die Stadt auf dem Hügel

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Autor:In:James Tynion IV.
Zeichner:In:Martin Simmonds
Verlag:Image / Splitter
Genre:Mystery
Seiten:176
Format:Hardcover
Preis:27,00€

Cole Turner ist jetzt Mitglied der geheimen Regierungsbehörde Department of Truth, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Verschwörungstheorien aufzudecken.
Doch irgendwie will er seinem Auftraggeber nicht so recht trauen. Auf seine offenen Fragen bekommt er kaum Antworten.
Das ändert sich, als er einem neuen Mitglied zugeteilt und auf eine neue Mission geschickt wird.

Depp Dive in den Deep State

Der zweite Band der neuen Comicserie von James Tynion IV. ist anders und deutlich textlastiger als sein Vorgänger. Der Autor geht viel mehr darauf ein, wie die Welt im Department of Truth funktioniert und wie die Behörde in der Vergangenheit agiert hat. Das Ganze knüpft nicht direkt an den ersten Band an, sondern geht in die Vergangenheit zurück. Es wird erzählt, wie Lee Harvey Oswald auf eine neue Person trifft, die für uns Leserinnen und Leser noch unbekannt ist.
Der ganze Band nimmt sich also sehr viel Zeit, um die Umstände zu erklären und die Charaktere aufzubauen. Dadurch entstehen spannende Dialoge, die mich an das Buch gefesselt haben.

Die Realität verschwimmt

Was bereits im ersten Band aufgegriffen wurde, ist der Fokus auf Verschwörungstheorien. In diesem Band wird dies noch deutlicher, da die Charaktere viel über diese Theorien und Mythen sprechen. Dadurch erhält der Lesende das nötige Hintergrundwissen, um der Handlung folgen zu können. Dies ermöglicht einen psychologischen Blick in die Köpfe der Menschen, die diese Theorien und Mythen teilen und verbreiten. Dabei verschwimmen immer wieder die Grenzen zwischen der Realität des Comics und der realen Welt außerhalb des Mediums.

Verstörende Bilder

Der gesamte Band ist ein Kunstwerk. Kaum eine Seite gleicht der anderen und die Struktur der Panels wird immer wieder durchbrochen. Aber auch hier muss ich sagen, dass genau das auch ein Kritikpunkt sein kann. Denn nicht jede Leserin oder jeder Leser wird den Stil mögen oder sich gar daran stören. Die Gestaltung der Seiten trägt auf jeden Fall zur Atmosphäre der Geschichte bei.
Es ist sehr schwer, die Kunst zu beschreiben, da es keine klare Linie gibt, die sich durch den Comic zieht.

Mein Fazit:

Ich bin wieder absolut begeistert und für mich ist The Department of Truth meine aktuelle Lieblingsserie. Besonders begeistern mich die unglaublich intelligent und spannend geschriebenen Dialoge, die sich so messerscharf mit der Handlung verbinden. Letztere erschließt sich mir immer mehr und wird dadurch viel komplexer und vielschichtiger, als es noch im ersten Band den Anschein hatte.
Immer wieder wird gezeigt, wie sehr der Glaube an diese Theorien oder Mythen einen selbst und das Leben der ganzen Familie verändern kann. Das ist gerade in der heutigen Zeit nicht nur sehr greifbar, sondern auch Realität.
Das verleiht dem Comic eine enorme Tiefe. Der Zeichenstil und die Kolorierung sind da nur das Tüpfelchen auf dem i.
Ich bin absolut begeistert und freue mich schon auf die Fortsetzung.

Meine Bewertung:

10/10 kleine schwarze Hubschrauber