“Der König ist tot. Lang lebe der König”.
-oder-
Welcome aboard the hype train.
Next stop: Cult of the new.

Eigentlich ist die Welt der Brettspiele eine beständige. Wenn ein Spiel den ersten Platz auf boardgamegeek.com erklimmt, dann bleibt es da auch …zumindest für eine gewisse Zeit. So erging es z.B. Twilight Struggle. Das Spiel welches als das weltbeste Spiel galt. Für viele Jahre. Doch seine Zeit war gekommen. Der neue Anwärter Pandemic Legacy: Season 1 (Review folgt) punktete mit Innovation und verdrängte den in die Tage gekommenen König von seinem Thron.

Ein Aufschrei ging um die Welt.

Pandemic Legacy vereinte den Erfolg von dem Einsteiger Co-Op Pandemie mit den Entwicklungsmöglichkeiten von Risiko Evolution zu etwas neuem. Gut, ganz neu, war es nicht, denn Risiko Evolution hat das vorher schon gemacht, war aber eben nicht so bekannt. Aber was hat es denn jetzt eigentlich gemacht?
Es hat eine sich entwickelnde Geschichte erschaffen, ein sich veränderndes Spiel. Ein Spiel das nach dem Durchspielen in der Tonne landet. Wait, What?!

Die Geschichte entwickelt sich über den Verlauf von 12-24 Spielen und hierbei werden Aufkleber auf Spielbrett und Karten geklebt, Karten vernichtet, Charaktere erschaffen und getötet. All das führt zu einer einzigartigen Geschichte. Aber wie kann ein Spiel, dass man nur einmal durchspielen kann das beste aller Zeiten sein?

Ist es nicht mehr, Denn es wurde nach ca. eineinhalb Jahren von Gloomhaven abgelöst. Gloomhaven ist auch wieder ein Legacy-Spiel. Auch hier verändert sich das Spiel, die Welt. In diesem brettgewordenen Rollenspiel steckt genug Material und Geschichte für ca. 100 verschiedene Runden oder mehrere hundert Stunden, und Trotz der Fülle ist es irgendwann einmal vorbei.

Warum feiern wir Spiele, die wir nach dem Durchspielen wegwerfen können?

Wir alle unterliegen dem Hype, dem Cult of the New. Früher, als im Jahr ein vielleicht zwei Spiele angeschafft wurden, wurden diese zu Tode gespielt. Jeder hat irgendwo einen Satz Spielkarten der total abgegammelt ist, mit dem aber immer weiter gespielt wird. Heutzutage werden wir jedes Jahr von hunderten bis tausenden neuer Spiele überschwemmt, so dass man quasi gar nicht mehr nachkommt. Eines wird höher angepriesen als das nächste. Und so kommt es, dass Spiele die in zweistelliger Zahl gespielt werden zur Rarität werden.

Ein neues Spiel wird ein paar wenige Male gespielt, dann kommt schon der nächste Kracher auf den Tisch, gefolgt vom nächsten. Und dann liegen die alten im Schrank und verstauben um die Wette. Ist es also verwerflich für ein Spiel, das man 12-24 mal spielt 50€ ausgibt und es dann wegwirft anstatt den gleichen Betrag für ein Spiel auszugeben und es nach drei mal spielen den Erben zu vermachen?

Ich sage nein.

Bei mir war nach 16 Partien mit Pandemic Legacy: Season 1 Schluss (wie es mir gefallen hat verrate ich später einmal) und damit ist es Platz 25 meiner meistgespielten Spiele von über 350 gespielten Spielen. Ist nun Legacy die Rettung vor dem Hype?
Nein, aber es bringt zumindest die Leute dazu wieder mehr aus ihren Spielen herauszuholen, denn wie bei einer guten Serie will man ja wissen wie es weitergeht.

Danke für’s zu…hören/lesen.

Bis bald. Euer Geschichten-Schnizzl

Der Wöchentliche Blog Roll one – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl. 

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