Wenn morgens der Wecker klingelt, man Arbeit und Kollegen zum Teufel wünscht und einfach nur im Bett bleiben will, kann es schon mal vorkommen, dass man sich auf eine einsame Insel wünscht. Genauso wie das literarische Vorbild zu unserem nächsten Spiel.

Robinson Crusoe – Abenteuer auf der verfluchten Insel

Ebenso wie unser Vorzeige-Schiffbrüchling setzen wir Fuß auf eine unbekannte Insel und versuchen das beste daraus zu machen. In Spielmechaniken gesprochen: Wir haben eins von sechs verschiedenen Szenarien und wollen das zugehörige Ziel erfüllen ohne vorher draufzugehen. Und wie es bei reinen Co-Op Spielen so Tradition ist ist das leichter gesagt als getan. Wenn man sich durch die verbesserungswürdige Anleitung (die wurde in der neuesten Auflage mittlerweile überarbeitet) gequält hat erwartet die Spieler eine Menge an Tokens und Karten, die erst mal alle im Auge behalten werden müssen.

RC ist ein relativ komplexes Worker Placement Spiel in dem jeder Spieler zwei Aktionssteine hat, mit denen er Runde für Runde festlegt was getan wird.
Wir müssen die Insel erkunden um neue Nahrungsquellen zu erschließen.
Wir können auch Dinge bauen, denn auf so einer einsamen Insel hat man nunmal kein Bett dabei…oder eine Schaufel…oder eine Hütte.
Natürlich müssen wir die Nahrung die wir gefunden haben auch erst mal ranschaffen.

Alternativ können wir auch jagen oder nebensächliche Dinge tun wie uns auszuruhen oder das Lager aufzuräumen oder wir wenden unsere wenigen und kostbaren Aktionen dafür auf um drohende Übel abzuwenden.
Viel ist es also nicht was wir tun müssen. Allerdings ist es auch noch viel weniger was wir tun können.
Und so rennen wir von Event zu Event, in den Dschungel hinaus, zurück ins Lager und morgen das gleiche wieder.

Das Problem bei allem was wir tun ist das Risiko das damit einhergeht. Wenn wir jagen gehen, besteht ein hohes Risiko verletzt zu werden. Wenn wir unser sicheres Lager verlassen um den Dschungel zu erkunden können wir uns auch verletzen oder verlaufen oder schlimmeres.
(Fast) Alles was wir tun wird von 3 Würfeln begleitet. Je nach Aktion haben die andere Verteilungen von Erfolg und Fehlschlag, von „Glück gehabt“ oder „doch verletzt“ oder von „bleibt alles ruhig“ oder „passiert etwas unvorhergesehenes“?

Oftmals lassen uns diese Ereignisse zwei Wahlmöglichkeiten, die sich später mal mehr mal weniger gut revanchieren können. All das macht das Spiel, obwohl es ein hart durchstrukturiertes Eurogame ist zu einem der thematischsten Spiele die es gibt.
Nichts ist dabei was keinen Sinn ergibt, was nicht in die Welt passt. Alles ist fein aufeinander abgestimmt. Das Spiel kommt mit 6 Szenarien die sich alle sehr unterschiedlich spielen und eigentlich fast schon wie eigenständige Spiele wirken.

Durch den sehr hohen Schwierigkeitsgrad müssen die mitunter auch sehr oft wiederholt werden bevor man einen Erfolg verbuchen kann. Wem das aber nicht reicht, der kann auf zwei Erweiterungen zurückgreifen. Die Schatzkiste ist eine Sammlung von Modulen und Promos (darunter auch neue Szenarien) während die Fahrt der Beagle eine Kampagne liefert, deren Szenarien auch einzeln gespielt werden können. (Erinnert ein wenig an Master & Commander, wer den kennt…)

Wem das Spielgefühl gefällt das Thema aber nicht, der kann auf First Martians zurückgreifen. Quasi das gleiche Spiel nur, dass man hier Astronauten in einer Mars-Station spielt. Wie dem auch sei: Wer es nicht kennt sollte es dringend spielen. Super designed, sack schwer. Langzeitspaß garantiert. Und nach der Flucht vom Alltag merkt man, dass es auf so ner Insel vielleicht doch gar nich sooo cool wäre…


Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl . 

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