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November 30, 2020

Morbius 1 – Blutdurst

Autor:Vita Ayala
Zeichner:Marcelo Ferreira
Verlag:Marvel / Panini
Seiten:116
Format:Softcover
Preis:14,00€
ISBN:9783741618635

Zum bevorstehenden Kinostart von Morbius, bringt Panini auch eine neue Comic-Reihe heraus.
Ich bin ziemlich überrascht, denn in der Vergangenheit gab es meist zu Kinoveröffentlichungen nur einen Sonderband und nicht eine ganze Reihe.
Für mich war dieser Comic die erste Berührung mit dem Vampir und etwas völlig neues.

Kurz zur Handlung:

Der Vampir Morbius sieht auf den ersten Blick aus wie ein waschechter Comic Schurke. Doch der Schein trügt und eigentlich möchte er niemanden Verletzten.
Sein Blutdurst macht ihm da aber einen Strich durch die Rechnung und bevor er komplett seinen niederen Instinkten verfällt, muss er natürlich Blut trinken.
Diesem Drang möchte er ein für alle Mal entkommen und somit arbeitet der ehemalige Wissenschaftler Morbius an einem Heilmittel, das er sich auch direkt injiziert.
Das geht leider komplett in die Hose und er macht damit alles nur noch schlimmer. Der Blutdurst ist nun noch heftiger und die Kontrolle über seinen Körper verliert er dadurch immer mehr.
Als würde das noch nicht reichen macht eine unbekannte Jägerin jagt auf Morbius. So wirklich unbekannt ist diese Jägerin dann doch nicht und was hat das alles mit Spider-Man zu tun?

Falls du dich jetzt beim Lesen Fragen solltest: Moment wer ist dieser Morbius und warum ist er ein Vampir? Keine Angst die Entstehungsgeschichte wird natürlich im Laufe des Comics auch erklärt.
Zwar nur beiläufig aber du brauchst kein Vorwissen um den Band zu verstehen. Ich hatte es schließlich auch nicht und kam ganz gut zurecht.

So weit, so verrückt

Wirklich viel gibt die Handlung ja nicht her und viel passiert dabei auch nicht. Dafür hat der Band ein ziemlich krasses Tempo und liest sich dadurch recht Flott, wirkt dabei aber nie gehetzt.
Hört sich jetzt erstmal negativ an, soll es aber nicht sein. Das Tempo ist sehr wichtig und trägt ganz gut zur Atmosphäre der Verfolgungsjagd bei.
Dabei spielt der Zeitraum auch eine große Rolle, denn der Comic macht kaum zeitlichen Sprünge. In anderen Comics ist es oft so, dass der Leser eine Handlung über einen längeren Zeitraum liest. In Morbius spielt sich alles in einer Nacht, innerhalb mehrerer Stunden ab.
Das  hat mir gut gefallen, allerdings gewinnt die Geschichte dadurch kaum an Tiefgang.
Daran ändern die vielen Rückblenden in Morbius Vergangenheit auch nichts.

Der Comic lebt von seinen Zeichnungen

Morbius ist unterm Strich ein Horror Comic und bei derart Comics kommt es auf die Gestaltung an.
Marcelo Ferreira schafft es Morbius grotesk darzustellen. Das führt dazu, dass der Leser ihn selbst als Monster sieht und nicht den Menschen, der er eigentlich ist bezeihungsweise war. Der Zeichner hat einen sehr lebhaften Zeichenstil und alles wirkt wie aus einem Animationsfilm sehr dynamisch.
Für einen Marvel Comic wird es auch mal ganz schön blutig und brutal. Das braucht es auch, denn ohne diese Darstellung wäre ein Blutdürstiger Vampir nur halb so Glaubwürdig.

Ziemlich am Anfang des Bandes verwendet Ferreira ein Stilmittel, dass ich so bisher noch nie in einen Comic sehen durfte.
Der Leser sieht einen Angriff von Morbius aus der Sicht des Opfers und blickt somit selbst in die roten Augen des Vampirs. Großartig.

Mein Fazit:

Ganz überzeugen konnte mich der erste Morbius Band nicht. Die Handlung passt auf einen Bierdeckel und gibt außer einer Verfolgungsjagd und der versuchten Heilung des Vampirismus nicht viel her.
Auf der anderen Seite ist die Geschichte auch perfekt um dem Leser den, vielleicht noch neuen Charakter näherzubringen.
Immerhin bringt der Antiheld Morbius Abwechslung ins Marvel Universum.
Die Zeichnungen hingegen haben mir absolut gefallen und haben den Comic für mich extrem aufgewertet.
Ich werde mir definitiv den zweiten Band noch ansehen und dem ganzen noch eine Chance geben, außerdem soll Blade mitspielen. Könnte interessant werden.

Wertung:

7/10 kleine blutige Holzpfähle