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Oktober 22, 2021

Deadly Class 1: Die Akademie der tödlichen Künste

Autor:Rick Remender
Zeichner:Wes Craig,
Lee Loughridge
Verlag:Image / Cross Cult
Seiten:176
Format:Softcover
Preis:16,80€
ISBN:978-3959811811

Marcus Lopez ist ein Waisenkind und lebt auf der Straße. Kein gutes leben aber ein Leben in Freiheit, anders als das in einem Waisenhaus. Als er aber eines Tages von Polizisten gejagt wird, schließt er sich einer Gruppe brutaler Teenager an, die ihn retteten.
Sein neues Leben verbringt er jetzt in einer Akademie für Auftragskiller und darf sich nun anderen, ungewohnten Herausforderungen stellen.

Weniger Schule dafür mehr Charakterentwicklung.

Zu Beginn des Comics erfährt der Leser nur sehr wenig über Marcus. Erst als er sich der Schule anschließt kommen immer mehr Puzzleteile zur Handlung und seiner Hintergrundgeschichte.
Im Fokus stehen aber viel mehr die anderen Charaktere um Marcus herum. Da sind zum einen die vielen verschiedenen Gruppierungen in der Akademie aus verschiedenen Szenen und Herkünften. Darunter sogar Rassisten die sich selbst die Dixie Mob nennen.
Es sind dann aber auch die einzelnen Figuren, der Gruppe die Marcus gerettet haben, die immer mehr Farbe und Hintergrund bekommen. Die sind auch alle sehr interessant und liebevoll geschrieben.

Hogwarts mal anders.

Ein bisschen erinnert mich Deadly Class schon an Harry Potter nur eben etwas brutaler. In beiden Universen ist der Hauptcharakter ein Waisenkind, das auf eine mysteriöse Schule aufgenommen wird. Über die man übrigens nicht so wirklich reden darf.
Die Schulen sind beide voll gespickt mit verrückten Charakteren und rivalisierenden Gruppen bzw. Häusern. Viele dieser Charaktere sind auch vom Elternhaus stark geprägt und haben wenig Wahl bei ihrem Wertegang.
Chico zum Beispiel, sein Vater ist der Anführer eines großen mexikanischen Drogenkartells. Kein Wunder also, dass er ein harter und unangenehmer Typ ist. Er hat mich etwas an Draco Malfoy erinnert.
Leider ist der Anteil im Comic, den der Leser über die Akademie erfährt sehr gering und der Fokus liegt wie oben beschrieben, viel mehr auf die Charakterentwicklung bzw. Charaktereinführung.

Das Setting

Deadly Class spielt in den Achtziger Jahren in Amerika und ist eher realistisch angehaucht. Natürlich sind Gewalt und kämpfe übertrieben dargestellt aber es hat keinerlei Sci-Fi Elemente.
Ronald Reagan ist der Präsident der Vereinigten Staaten und wird immer wieder thematisiert, da Marcus Reagan für den Tod seiner Eltern verantwortlich macht.

Das muss doch super gezeichnet sein, oder?

Jaein. Also ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Zeichenstil für einige Leser gewöhnungsbedürftig sein kann. Ich würde ihn als eine Mischung aus Manga und teils realistischen Stil bezeichnen.
Charaktere sind nicht sehr detailliert gezeichnet aber dafür mit viel Wiedererkennungswert. Hat mich stark überrascht. Ich hatte nie Problem damit die Charaktere in den Panels zu erkennen und auseinander zu halten.
Die Kolorierung ist sehr eintönig. Damit meine ich, dass gewisse Geschehnisse und Seiten in einem gewissen Farbton gehalten sind. Am Tag werden zum Beispiel überwiegend Gelbtöne verwendet.
Akzente werden dann mithilfe anderer Farben gesetzt. Diese stechen sehr stark heraus, da sie sich deutlich vom Rest der kolorierten Panels abheben. Hat mir sehr gut gefallen.
Es wird sowieso sehr viel mit Farben gespielt, um auf gewisse Sachen aufmerksam zu machen oder gewisse Aktionen von Personen Ausdruck zu verleihen.

Mein Fazit:

Für einen ersten Band ein schöner einstieg in eine neue Welt. Die im ersten Band noch überraschend wenig blutig ist. Habe mich da auf deutlich mehr Blut und Gewalt eingestellt. Fand ich gut.
Leider hätte ich gerne mehr über die Akademie erfahren. Ich verstehe aber auch die Entscheidung des Autors den Fokus auf die Charaktere zu legen.
Ganz überzeugt hat mich die Geschichte noch nicht, vor allem aber hat mich Marcus als Protagonist noch etwas kaltgelassen. Dafür habe ich als Leser einfach noch zu wenig über ihn erfahren und über seine vergangenheit.
Die Zeichnungen haben mir beim losen Durchblättern im Comicladen nicht gefallen. Leider zu Unrecht.
Schon nach wenigen Seiten konnten mich die Zeichnungen sehr überzeugen und haben mir vor allem als Stilmittel sehr gut gefallen.
Mein Interesse ist geweckt und Band zwei werde ich mir definitiv zulegen. Ich bleibe gespannt, potenzial ist da.

Meine Bewertung:

8/10 kleine blutige Glassplitter