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Dezember 13, 2019

Wargame Tagebuch Folge 5 -oder- Der ewige Endgegner “Enemy Action: Ardennes”

Dank des Eintrags zum Thema Pile of Shame wurde mir bewusst, dass ich keines meiner Spiele so schlecht behandelt habe wie Enemy Action: Ardennes, das seit über 3 Jahren bei mir zuhause liegt und Staub ansammelt. Wie ich in besagtem Artikel schon geschrieben habe werde ich es mir im Winter endlich mal vernünftig vorknöpfen und weil das wahrscheinlich ein längeres Unterfangen wird, habe ich vor euch regelmäßig davon zu berichten. Als Einleitung möchte ich hier schon mal ein paar Worte über das Spiel verlieren.

 

Der Designer John H. Butterfield ist ein ganz großer seiner Zunft, da er vermutlich DER Designer für solo wargames schlechthin ist. Auf sein Konto gehen Klassiker wie RAF, D-Day at Omaha Beach und Ambush!. Das Spiel ist das erste Spiel einer Reihe über verschiedene wichtige Operationen und Kampagnen während des zweiten Weltkriegs. Meines Wissens nach ist es bisher aber auch das einzige geblieben.

 

Das Spiel wird von Compass Games vertrieben und beinhaltet drei Spielmodi (Deutschland gegen KI, USA gegen KI, Deutschland gegen USA) und unter anderen drei 56cm x 86cm Papierspielpläne (eine pro Spielmodus), 110 Karten in Standardgröße und 504 1,65cm Counter.

Die Spielzeit variiert je nach Modus und Kampagnenlänge (sprich wie ausführlich spiele ich die Ardennenschlacht) zwischen 1 und 10 Stunden.

 

Im Zwei-Personenspiel treten einfach zwei Spieler gegeneinander an und versuchen einen entsprechenden Sieg nach verschiedenen Vorgaben zu erringen, während im Solo-Spiel der Spieler gegen ein je nach Seite individuelles Kartendeck antritt, das die gegnerische Fraktion sehr geschickt steuert und das ohne groß komplizierte Dummy-Züge, wie man sie vielleicht aus verschiedenen anderen Brettspielen kennt.

 

Der Kampf findet komplett ohne Würfel statt. Stattdessen gibt es einen Satz von verschiedenen Countern die blind gezogen werden und den entsprechenden Ausgang wiedergeben. Zum einen funktioniert das etwas schneller als eine CRT mit DRM (Kampftabelle mit Würfelmodifikatoren) und zum anderen ist es variabler. Für die gleiche Anzahl an Ergebnissen müsste die Tabelle um ein vielfaches größer sein als normal.

 

Aktuell steht das Spiel auf Platz 32 der Wargame-Liste auf Boardgamegeek und ist damit unter den TOP 10 der Solitaire-Wargames.

 

Für mich war damals der ausschlaggebende Grund, dass man hier drei verschiedene Spielmodi hat. Im Vergleich zur „D-Day at irgendwas“-Reihe wo man nur eine Seite spielen kann. Außerdem spricht mich die Ardennenschlacht mehr an als irgendein D-Day.

 

Zu der Materialqualität kann ich nur sagen, dass die für den Preis von über 100€ etwas ernüchternd und sogar enttäuschend ist. Klar, ich verstehe, dass drei mounted boards um ein Vielfaches teurer sind als drei paper mats, aber gefaltete Papierspielpläne sind halt einfach…naja, ich will’s mir jetzt nicht mit den Grognards verscherzen, die sich vielleicht hierher verirrt haben. Die Tokens sind auch eher dünn und dementsprechend schnell abgegrabbelt. Dafür hat Compass Games aber einen zweiten Token-Satz für die Hit-Counter mitgeliefert. Das ist also schonmal nicht verkehrt.

Die Karten sind ok. Aber dennoch empfand ich es hier als notwendig die zu sleeven. Das Artwork und die sonstige grafische Gestaltung ist einfach super. Alles schön und aufgeräumt. Auch wenn die Karte relativ zugeballert ist mit verschiedenen Symbolen ist sie dennoch übersichtlich.

 

Tsjoa, das wär’s dann wohl erstmal gewesen mit meinem Ersteindruck. Mehr folgt dann wenn ich es geschafft habe mich durch das erste Regelbuch zu quälen. Vielleicht halte ich euch da auch schon so als Zwischenbericht auf dem Laufenden. Mal sehen.

 

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl