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Juli 14, 2020

Würfelland und Anubixx von NSV

„Schau genau und wähle schlau“, dann heißt es am Ende: „Gewinnen kann so einfach sein!“ Slogans kann ich…

Heute habe ich eine Doppelreview für euch. Zwei Roll and Write Spiele aus dem Hause NSV.

Warum Doppelreview, weil beides schnelle und kurze Spiele mit einfachen Regeln sind bei denen es um Farben geht und deshalb werde ich die jetzt einfach mal vergleichen.

Unser erstes Spiel führt uns in das


Würfelland von NSV


ist ein Spiel für 2-4 Spieler ab 8 Jahren und lässt uns in 20 Minuten Ländereien erobern oder besiedeln, naja aber Schätze gibt’s für 16,90€.


Das Thema ist bei Würfelland, sagen wir mal, etwas dünn. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass das Spiel nicht damit wirbt sondern sich explizit auf das beschränkt was es gut kann, auf die Mechniken, die Andreas Spies und Reinhard Staupe zu einem ansprechenden Paket geschnürt haben.


Rein optisch finde ich das Spiel sehr gelungen, die Box ist schön aufgeräumt und hat eine sehr schöne Farbgebung. Schade nur, dass die Farben so nicht im Spiel selber verwendet wurden…allerdings verstehe ich schon auch, dass die Farben für das Spielmaterial klarer und eindeutiger sein müssen, zum Beispiel für besondere Lichtverhältnisse oder die verschiedenen Rot-Grün-Sehschwächen. Also alles richtig gemacht: Schöner Kompromiss zwischen Optik und Spielbarkeit.


Auf vier abwischbaren Tafeln müssen wir, mit den mitgelieferten Folienstiften, Gebiete markieren die wir uns vorher erwürfeln.


Klingt ja spannend… wieder so ein Spiel wo ein Würfel fällt und alle machen das gleiche? Nein nein, mein Freund.

Zum einen unterscheiden sich die vier doppelseitigen Spielbretter und zum anderen…das erzähl ich euch gleich.


Auch wenn die Schätze ein Gefühl von Siegpunkten vermitteln haben wir hier ein Rennspiel, denn wer zuerst eine Farbe komplett gefüllt und 9 Schätze gesammelt hat gewinnt.

Um überhaupt irgendwas füllen oder sammeln zu können wirft der aktive Spieler die sechs Farbwürfel. Von den ausliegenden Farben sucht er sich dann eine aus und darf den Rest erneut würfeln. Zeigt keiner der neu gewürfelten Würfel die gewählte Farbe endet die Phase 1 und wir gehen zum ankreuzen über. Zeigt jedoch ein oder mehr Würfel die gewünschte Farbe darf man weiter würfeln… so lange bis man keinen Bock mehr hat oder bis mal die Würfel keine Seite mit der gewählten Farbe zeigen. Also, summa summarum, maximal 6 mal darf man würfeln.


In Phase 2 muss man nun so viele Kreuze auf Feldern der gewählten Farbe setzen wie die Würfel anzeigen, die Würfel der anderen Farben „verfallen“.

Wichtig, man darf immer nur eine Region in jeder Farbe gleichzeitig bearbeiten und man MUSS alle Kreuze setzen für die man sich entscheidet.

Erwürfelt man sich mehr Felder als man zur Verfügung hat darf man gar kein Feld ankreuzen.


Hat man die Kreuze gemacht sind die Gegner dran und dürfen sich aus den verbleibenden Würfeln, mit den Farben die man nicht gewählt hat, eine Farbe aussuchen und die entsprechende Anzahl an Kreuzen machen.

Danach würfelt der nächste Spieler.

Wenn man ein Schatzfeld füllt erhält man am Ende der Runde nochmal einen so genannten Schatzwurf, bedeutet man bekommt einen Wurf mit fünf Würfeln, kein reroll, und darf sich dann für eine Farbe entscheiden. Sollte da ein Schatz erreicht werden gibt es wieder einen Schatzwurf.


Es gibt schon Spiele die die Würfelauswahl so umsetzen, aber da geht es dann um Punkte und auch mal eher darum dem Mitspieler die Tour zu vermasseln. Hier tut man vielleicht mit der Auswahl den anderen keinen Gefallen aber man schadet ihnen auch nicht, somit ist das hier die friedlichere Variante. Außerdem bin ich persönlich immer ein Fan davon wenn man eine Mechanik durch andere unterstützt. Nur das Würfeln wird auf Dauer etwas öde, aber in Verbindung mit dem acht verschiedenen Spielplänen sehe ich hier Potential für eine schöne Familienrunde nach dem Abendessen.



Unser zweiter Anwerber für die Würfelkrone kommt aus einem sehr heißen Land vor mehreren tausend Jahren und heißt


Anubixx von NSV


kostet 9,35€ und bietet 2-5 Spielern ab 8 Jahren Spaß für ca. 20 Minuten.

Das Spiel aus der Feder von Florian Ortlepp, Helmut Ortlepp und Steffen Benndorf ist wieder ein reduzierterer Vertreter der Roll and Write Gemeinde.

4 Würfel, ein Block, 5 Stifte. Let’s go for it.


Wenn man dran ist würfelt man und darf dann maximal 2 Steine auf dem Spielplan “anbauen”. Entweder beide auf dem Bodenrelief benachbart zueinander oder 1-2 Steine in der Pyramide wo man nur nach oben bauen darf wenn die beiden unteren Steine schon vorhanden sind oder 1-2 Steine am Triumphbogen wo man auch von unten nach oben bauen muss.


Wenn man sich für die zu bauenden Steine entschieden hat muss einen passenden Würfel nehmen. Sollte kein Würfel in der Farbe vorhanden sein darf man auch einen der wertvollen Joker einsetzen oder einen Stein aus dem eigenen Steinbruch (eine Leiste auf dem Block) beziehen. Hier darf man sich von links aus einen Stein beliebig raussuchen. Die Schwierigkeit hierbei ist aber, dass man immer nur einen Stein auswählen darf der rechts von dem am weitesten rechts angekreuzten Stein liegt.
Geht keine der drei Möglichkeiten darf man diesen Stein eben nicht bauen.

Danach kommen wieder die Mitspieler dran und müssen sich, wie bei Würfelland, aus den Resten das beste raussuchen.


Während dem bauen stößt man immer wieder auf besondere Symbole (Hieroglyphen). Wenn man eine davon überbaut darf man die sich als Belohnung markieren und sich auf die Wertung am Ende freuen. Hat aber ein anderer Spieler das Symbol bereits in einer vorhergehenden Runde markiert so ist dieses für alle anderen Spieler gesperrt. Erreichen es zwei Spieler in der gleichen Runde kriegen beide Punkte in der Wertung. Die wird nämlich eingeleitet wenn ein Spieler sein zweites Bauwerk fertiggestellt hat. Der Zug wird noch regulär beendet und dann gibt es Punkte für den höchsten Punkt der Pyramide, für die niedrigere Säule des Triumphbogens, die Anzahl der bebauten Bodenfelder, alle übrigen Steine und natürlich die erreichten Boni.


Anubixx hat die gleiche Zielgruppe wie Würfelland ist aber aufgrund der Größe tragbarer, also quasi die Reisevariante. Wir müssen auf die Spielpläne verzichten haben dafür aber das etwas interaktivere und gemeinere Spiel. Bei Draft-Spielen spricht man von Hate-Draft wenn man eine Karte, die man selber nicht braucht, nur darum nimmt damit sie der andere nicht bekommt. Das kann hier schon auch passieren, wenn man ein genaues Auge darauf hat wie es bei den anderen steht und dann die eigenen Steine so wählt, dass die Mitspieler nichts mit den Resten anfangen können oder aber ihre Joker und Steinbrüche benutzen müssen was in der Wertung später weniger Punkte gibt.


Beides sind die perfekten Familienspiele, die bei mir dann auf den Tisch kommen, wenn wirklich die Nichtspieler nach dem Essen noch zusammen sitzen. Daher tu ich mich schwer hier einem der beiden Spiele den Vorzug zu geben. Das eine ist tragbarer und interaktiver, das andere ist größer und fühlt sich irgendwie taktischer und freier an.

Am Ende macht dann aber doch Anubixx bei mir das Rennen, denn irgendwie spielt man gefühlt hier mehr miteinander als bei Würfelland und außerdem ist die Spielerzahl flexibler und passt somit besser zu meinem „Einsatzzweck“.


Ich denke die endgültige Entscheidung müsst ihr aber selber treffen. Verkehrt macht ihr mit keinem von beiden was.


Bis zum nächsten Mal


euer Würfel-Schnizzl

(Ich danke dem NSV für die Rezensionsexemplare.)

 

 

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizz