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November 30, 2020

DC-Horror: Der Zombie-Virus

Autor:Tom Taylor
Zeichner:Darick Robertson,
Laura Braga,
Stefano Gaudiano,
Trevor Hairsine
Verlag:DC / Panini
Seiten:228
Format:Softcover
Preis:24,00€
ISBN:9783741618000

Der große Oberschurke Darkseid strebt nach noch größerer Macht und experimentiert dabei mit der Anti-Lebensformel. Das geht komplett nach hinten Los und er löscht sich dadurch kurzerhand selbst aus.
Allerdings hat Darkseid dadurch einen gefährlichen Virus geschaffen, der sich Dank Cyborg auf der Erde ausbreitet.
Dieser Virus verwandelt jeden infizierten in willenlose Zombies, die nur das Töten im Sinn haben.
Es liegt nun an der Justice League und anderen Superhelden die Welt zu retten. Doch ist das eigentlich möglich?

Das gab’s doch schon bei den Simpsons.

Ja ich weiß es. Es hört sich an wie eine der vielen unzähligen Zombie-Geschichten.
Tom Taylor, der Autor nimmt zwar den Virus als Vorlage aber baut eine neue andere Komponente ein.
Die Infektion breitet sich nicht nur durch Bisse und andere körperlichen Kontakte aus, sondern hauptsächlich durch elektronische Geräte wie Smartphones.
Checkt also jemand seine E-Mails oder ist auf den sozialen Medien aktiv, wird der Nutzer infiziert.
Du kannst dir sicher vorstellen wie schnell sich der Virus dadurch auf der Erde ausbreitet.
Der Kniff daran: Es schwingt auch ein wenig Sozial-Kritik mit. Man könnte fast meinen, der Autor hat einen Comic um den Begriff Smombie (Smartphone Zombie) geschaffen.

Nichts für schwache Gemüter.

Wie man es erwartet ist der Comic natürlich recht blutig und das Künstlerteam geizt auch nicht mit roter Farbe oder herumfliegende Körperteilen. Gehört halt dazu.
Das ist auch absolut in Ordnung und kein Stück negativ gemeint.
Was man Tom Taylor zu gute heißen muss, ist wie Konsequent er damit spielt. Denn der Virus macht vor niemanden halt, auch nicht vor der Justice League. Das wird schon nach wenigen Seiten klar.
Der Leser sollte sich schnell damit abfinde, dass die Superhelden dieses Mal nicht im Handumdrehen die Welt retten. Im Gegenteil.
Es springen Reihenweise bekannte und nicht so bekannte Superhelden über die Klinge und das aus allen Reihen. Da blutet auch gerne mal das Fan-Herz.
Gerade für Langzeit DC-Leser sind einige Momente dabei, die an die Nieren gehen können. 

Mein Problem mit dem Zeichenstil.

Jetzt komme ich mal zum größten Knackpunkt. Die Zeichnungen. Ich bin da sehr hin- und hergerissen. Auf der einen Seite bietet der Comic unglaubliche und groteske Bilder, die toll dargestellt sind.
Und dann wiederum sind Panels dabei, bei denen ich das Gefühl bekam, die Zeichner hatten keine Lust mehr.
Der Detailgrad schwankt stark. Vor allem bei Gesichtern fällt es sehr deutlich auf.
An manchen stellen ist das so schlimm, dass man kaum Augen und Mund erkennt, obwohl man den Charakter gerade von vorne sieht.
Für mich schon stellenweise sehr grenzwertig, da der Comic sehr von seiner Darstellung lebt.
Dafür gibt es aber wiederum größere Panels oder Splashpages die wirklich super Aussehen.
Wunden und Verletzungen sehen auch sehr eklig aus. Positiv eklig.
Gezeichnet wurde mit vielen Schraffierungen und Linien aber dennoch nicht detailliert.

Mein Fazit:

Großes Highlight für mich ist definitiv Tom Taylor als Autor. Die Handlung ist intelligent und kompromisslos geschrieben. Genau richtig für das Zombie-Genre.
Mit dem Zeichenstil konnte ich mich nicht anfreunden und habe mich immer wieder daran gestört.
Die detailarme Darstellung trotz Schraffierungen und Linien ging für mich nicht auf. Es wirkt auf mich sehr lieblos.
Dem Leser sollte klar sein, dass die Handlung keine Offenbarung ist und diese auch nicht sein möchte.
Dafür holt Tom Taylor aber das Beste aus dem Zombie-Genre heraus.
Ein muss ist dieser Comic nicht, eine nette Abwechslung aber schon.

Wertung:

7/10 kleine blutige Knochensplitter