Februar 23, 2024
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Bobby Fischer – Eine Schachlegende zwischen Genie und Wahnsinn

Autor:In:Julian Voloj
Zeichner:In:Wagner Willian
Verlag:Knesebeck
Genre:Biografie
Seiten:192
Format:Hardcover
Preis:22,00€

Bobby Fischer war einer der größten amerikanischen Schachspieler und ein Langschläfer. Letzteres brachte ihn immer wieder in Schwierigkeiten und kostete ihn einige Turniersiege.
Bobby Fischers großes Genie wurde nur von seinem noch größeren Wahnsinn übertroffen, als er sich auf dem Höhepunkt seiner Schachkarriere in Verschwörungstheorien verstrickte.

Eine Biografie über einen Schachprofi

Zugegeben, es ist nicht die übliche Comiclektüre, die ich hier rezensiere. Trotzdem fand ich es sehr interessant, mal etwas anderes zu lesen. Ich selbst spiele kein Schach und kenne die Regeln auch nicht.
Aber ich kann mich dafür begeistern, denn die Serie “Das Damengambit” auf Netflix hat mir sehr gut gefallen.
Ich habe auch noch nie Comics oder Graphic Novels vom Knesebeck Verlag gelesen. Durch die Biografie von Bobby Fischer habe ich aber gesehen, dass sich der Verlag generell auf Biografien spezialisiert hat.
Das hat mich neugierig gemacht.

Genug geschnackt, nun zum Inhalt

Dies ist eine klassische Biografie, die das Leben von Bobby Fischer beschreibt. Von seiner Kindheit bis zu seinem Tod mit 64 Jahren. Was ironisch ist, denn ein Schachbrett hat auch 64 Felder.
Das Buch ist sehr interessant und unterhaltsam geschrieben. Es entsteht ein motivierender Lesefluss, der es fast unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen. Es wird aber keine Spannung aufgebaut, sondern eher durch Interesse motiviert. Denn es ist eine besondere Geschichte, die hier erzählt wird.

Die Darstellung

Die Bilder sind in einem klassischen Schwarz-Weiß-Stil gezeichnet. Der Strich ist sehr fein und verwendet nur wenige Details. Trotzdem wirken die Bilder realistisch. Mit Ausnahmen, denn manchmal geht es mit dem Zeichner durch.
Um ein Beispiel zu geben: Bobby sieht bei einem älteren Herrn, den er besucht, ein Schachbrett. Als er das Schachbrett sieht, bekommt er Herzaugen.
Das wirkt etwas cartoonig und bricht mit dem eigentlichen Zeichenstil, der sonst sehr streng und realistisch ist.

Mein Fazit:

Die Biografie in Form eines Comics oder einer Graphic Novel erfüllt ihren Zweck voll und ganz. Ich habe die wichtigsten Eckpfeiler im Leben eines Schachprofis vermittelt bekommen und war bei seinen dunkelsten Momenten dabei.
Dabei gehen die Künstler nicht zu sehr in die Tiefe und beschränken sich auf das Wesentliche. Vielleicht etwas zu wenig für Fans und Leute, die den Menschen Fischer schon kennen. Für mich aber genau richtig.
So war der Lesefluss immer gut und ich wurde nicht mit unnötigen Details gelangweilt.
Der Zeichenstil hat mir überwiegend gut gefallen, nur die oben beschriebenen Ausbrüche haben mir nicht so zugesagt.
Für mich war der Comic definitiv keine Zeitverschwendung und ich konnte sogar einiges mitnehmen. Außerdem ist Schach für mich interessanter geworden. Vielleicht lerne ich es noch.

Meine Bewertung:

8/10 kleine Schachfiguren