April 14, 2024
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Die schwarzen Moore

Eine Person die auf eine Hütte zu läuft. Das Cover des Comics "Die schwarzen Moore" von Christophe Bec
Autor:In:Christophe Bec
Zeichner:In:Christophe Bec
Verlag:Splitter Verlag
Genre:Horror / Mystery
Seiten:64
Format:Hardcover
Preis:15,80€

Antoine ist Fotograf und auf dem Weg in die schwarzen Sümpfe von Aubrac, um ein paar Fotos zu machen. Die Suche erweist sich als schwierig, und kaum hat er die sogenannten Schwarzerlen erreicht, verdunkelt sich der Himmel und es beginnt zu dämmern. Überrascht vom plötzlichen Einbruch der Nacht, macht sich Antoine auf die Suche nach einer Unterkunft und wird schnell fündig. Seine Gastgeber sind ein junges Mädchen und ihr Vater. Doch die beiden wirken etwas angespannt und seltsam, der Grund dafür ist diese besondere Nacht.

Das Geheimnis liegt im Moor

Der Einstieg in den Comic ist etwas verwirrend gelöst, da zunächst ein Blick in die Vergangenheit geworfen wird. Diese Information wird später für die Handlung wichtig. Die Geschichte des Fotografen Antoine wird zunächst in Textboxen erzählt und ist teilweise poetisch geschrieben. Erst als der Fotograf bei seinen Gastgebern ankommt, gibt es mehr Dialoge zu lesen. Schon dadurch entsteht eine ungewohnt fremde Atmosphäre. Denn schon die schwarzen Moore haben etwas Unheimliches.
Die Texte sind meist sehr rau geschrieben, an manchen Stellen vulgär und schmutzig.

Düstere Bilder

Die schwarzen Moore ist einer der wenigen Comics, in denen der Autor auch die Bilder gestaltet. Christophe Bec macht dies sehr solide und liefert realistische Bilder, die sehr kantig, aber detailreich gezeichnet sind.
Die Farben sind sehr eintönig gewählt, passend zur menschenleeren Moorlandschaft und da der Comic größtenteils nachts spielt, völlig in Ordnung.

Mein Fazit:

Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Comic bewerten soll, denn einerseits hat er mich gut unterhalten, andererseits haben mich einige Dinge gestört.
Das größte Problem war der raue Ton. Ich verstehe zwar, warum der Autor diesen gewählt hat, aber ich muss sagen, dass es sich für mich an vielen Stellen nicht organisch angefühlt hat. Es war, als ob Bec mit der Brechstange versucht hätte, besonders vulgär und dreckig zu sein. Das haben andere Comics wie Saga in der Vergangenheit besser gemacht.
An sich fand ich die Handlung gut, aber sehr vorhersehbar, vor allem wegen des anfänglichen Rückblicks auf ein wichtiges Ereignis. Ohne diese Szene hätten einige Wendungen wahrscheinlich besser funktioniert. Außerdem wiederholt sich Bec sowieso.
Was ich sehr gut finde, ist, dass der Comic einiges offen lässt und somit Raum für eigene Interpretationen bietet.

Meine Bewertung:

7/10 kleine Bluthunde