| Autor:In: | Kevin Eastman, Tom Waltz |
| Zeichner:In: | Ben Bishop, Esau Escorza, Isaac Escorza |
| Verlag: | Splitter Verlag |
| Genre: | Superhelden |
| Seiten: | 232 |
| Format: | Hardcover |
| Preis: | 35,00 € |
Hinweis: Dieser Comic ist die Fortsetzung zu The Last Ronin. Du solltest diesen Band also auf jeden Fall gelesen haben, denn ich werde in dieser Rezension den Vorgänger spoilern.
Michelangelo hat es geschafft und den Foot-Clan besiegt. 10 Jahre nach diesem Ereignis existiert der Widerstand nach wie vor, und auch neue mutierte Schildkröten wurden gezüchtet. Doch die Gewalt in den Straßen ist nicht weniger geworden. So haben sich vereinzelte Splittergruppen gegründet, die um die Herrschaft in New York kämpfen.
Neue Kröten braucht das Land
Der Fokus dieser Fortsetzung liegt deutlich darauf, die „neuen“ Turtles zu etablieren. Diese sollen nicht einfach ein billiger Abklatsch von Leonardo und Co., sondern ein neues, eigenständiges Team sein. Das funktioniert auch hervorragend, denn das Künstlerteam erschafft zwar neue Turtles, aber diese unterscheiden sich erheblich von den Original-Kröten. Nicht nur im Wesen, sondern auch in der Optik und in den Fertigkeiten. Den einzelnen neuen grünen Gefährten wurden durch die herbeigeführte Mutation besondere Fähigkeiten verliehen, die ich an dieser Stelle natürlich nicht spoilere.
Aber auch bei den anderen Figuren hat sich so einiges getan. Während April langsam eine alte Lady wird, ist Casey Marie nicht mehr die junge, naive Kämpferin aus dem Vorgänger. Sie ist zu einer Anführerin mit Technik und brachialer Gewalt herangewachsen. Das sorgt natürlich direkt für ordentlich Charakterentwicklung, aber auch für mehr Tiefe, denn diese Figuren müssen ja auch die Lücke von Michelangelo füllen. Das gelingt meiner Meinung nach extrem gut.
Gewaltige Bilder
Wie zu erwarten, geht es wieder sehr ruppig zu und wir bekommen jede Menge Kämpfe spendiert. Diese stehen dem Vorgänger in nichts nach. Grundsätzlich fühlte sich der erste Teil der Last Ronin-Saga noch etwas ruhiger an als die Fortsetzung. Das liegt aber auch am chaotischen Status quo des Comics: Die Straßen von New York sind eben voll mit Gewalt. Für mich ist das aber kein negativer Punkt, denn die emotionale Zerrissenheit von Michelangelo ist nicht mehr vorhanden. Der Comic versprüht stattdessen immer wieder ein Gefühl von Hoffnung und Gerechtigkeit – alles für das, wofür Michelangelo gestorben ist.
Das spiegeln auch die Bilder wider. Zudem wirken die Kämpfe extrem dynamisch und kompromisslos. Hier geht es eben um etwas. Auch die neuen Turtles sehen fantastisch aus und sind nicht einfach eine Kopie, ohne dabei das Vermächtnis der Original-Turtles zu zerstören.
Mein Fazit:
Re-Evolution muss in große Fußstapfen treten und gleichzeitig neue Figuren etablieren. Das ist keine leichte Nummer, gelingt dem Künstlerteam aber mit Bravour. Zugegeben, der Auftakt glänzt jetzt nicht mit einem roten Faden, der seinesgleichen sucht. Im Gegenteil, die Handlung versucht gewissermaßen erst einmal, einen neuen Status quo herzustellen und resettet dabei in gewisser maßen sogar das Universum. Und trotzdem stört mich das kaum. Es ist gut verpackt und macht beim Lesen enorm viel Spaß. Alles greift gut ineinander und wirkt durchdacht. Hier könnte wirklich etwas Starkes entstehen, der Grundstein wurde hiermit definitiv gelegt. Der Staffelstab wurde weitergegeben und ich freue mich darauf. Let’s go, wo bleibt die Fortsetzung? Die muss aber liefern – und das könnte zur Herausforderung werden, denn da wird die Handlung mehr in den Vordergrund rücken.
Meine Bewertung:
9/10 kleine blutige Schnittwunden
Hierbei handelt es sich um ein Rezensions-Exemplar.
Ähnliche Beiträge
Share via:
