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Auf dem Cover zu Stephen Kings N. ist ein Mann zu sehen, der vor dunklen Steinen steht. Vor Ihm am Himmel tut sich eine dämonische Fratze auf.
Autor:In:Marc Guggenheim, Stephen King
Zeichner:In:Alex Maleev
Verlag:Panini
Genre:Horror, Mystery
Seiten:112
Format:Softcover
Preis:14,99 €

Ist eine Zwangsstörung übertragbar? Diese Frage stellt sich der Psychiater Dr. Johnny Bonsaint ernsthaft, nachdem einer seiner Patienten sich umgebracht hat und dessen Störungen sich nun scheinbar auf ihn übertragen haben.Irgendwie lässt ihn dieser Fall nicht los, und so versumpft er nach und nach in absoluten menschlichen Abgründen. Und das, obwohl er als Psychiater ja eigentlich ein sehr gefestigter Mensch ist. Doch dieses Steingebilde lässt ihn einfach nicht los – genauso wenig wie seinen Patienten N. vor ihm. Als wäre es ein Virus, der sich langsam, aber sicher in den Gedanken ausbreitet.

Der Teufel im Detail

Mit N. erschafft Stephen King mal wieder eine Geschichte, die sich dem Psycho-Horror zuordnen lässt (falls es dieses Genre so explizit gibt). Ganz subtil wird hier eine Geschichte über eine therapeutische Sitzung erzählt, die im ersten Moment sehr harmlos daherkommt, sich nach und nach aber immer weiter hochschaukelt, bis sie schließlich komplett eskaliert. Dabei sind die Dialoge gewohnt gut geschrieben und fühlen sich zu keiner Zeit überflüssig an. Auch die Gedanken, die in Textboxen vermittelt werden, funktionieren hervorragend und fügen sich nahtlos in die Bebilderung ein. Typisch Stephen King eben.
An dieser Stelle sollte ich kurz erwähnen, dass ich die literarische Vorlage nicht gelesen habe und das nun in Form dieses Comics (adaptiert von Autor Marc Guggenheim) nachhole.

Der Wahnsinn in den Bildern

Wie es sich für eine King-Umsetzung gehört, sind auch der Zeichenstil von Alex Maleev und die Kolorierung sehr verstörend aufgebaut. Wir erleben über die Bilder einen fast schon psychedelischen Trip, der aber dennoch übersichtlich bleibt. Alles wirkt noch etwas unaufgeregter als bei Comics wie Department of Truth oder Wytches. Dennoch sehen die Bilder sehr gut aus und geben der King-Atmosphäre genau das nötige Etwas. Immer wenn sich der Gesundheitszustand von N. oder die Lage etwas zuspitzen, verändern sich auch die Panels und werden zunehmend chaotischer. Das unterstreicht die Handlung wunderbar und sorgt für eine starke Immersion.

Mein Fazit

Mit N. wird eine weitere Stephen-King-Geschichte als Comic umgesetzt. Für mich war die Handlung gänzlich unbekannt, weshalb sie mich voll überraschen konnte. Sowohl die Erzählung als auch die Bilder haben mich komplett überzeugt und in ihren Bann gezogen. Auch das King-typische Foreshadowing fällt bei dieser Geschichte weniger schwer ins Gewicht, als es noch bei The Stand der Fall war. Alles in allem eine wirklich gelungene Umsetzung, die sich sehen lassen kann. King-Fans sollten definitiv einen Blick wagen.

Meine Bewertung:

7/8 kleine schwarze Steine (10/10)

Von Tony K

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