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Dezember 5, 2019

Kuck ma mein Mercedes, Alter, Kuck ma, Kuck ma, Ey! -oder- Gimmicks: Nötig oder schön?


Manche Spiele möchte man einfach allein schon mal wegen der Ausstattung spielen. Die einen haben besonders schönes Material, die anderen genügend Material um damit ein ganzes Dorf in Lebensgröße zu erbauen…

…wieder andere haben Eyecandy. Dinge die uns wie magisch anziehen, weil man sowas noch nicht gesehen hat oder man einfach von der Funktion fasziniert ist. Egal, hauptsache es sieht spektakulär aus.

Damit meine ich jetzt nicht die gigantischen WH40K oder KD:M Miniaturen die man über den Tisch schieben kann, sondern wenn das Brett an sich schon zum Spielen einlädt.

Niemand geht einfach so ohne einen Blick zu riskieren an Star Wars: The Queen’s Gambit vorbei. Der eindrucksvolle 3D-Palast ragt etwa 40cm hoch zwischen verschiedenen Spielbrettern auf und dient selbst als Spielbrett. Getreu der Story von Star Wars Episode 1: Die dunkle Bedrohung kämpft man sich durch den Palast nach oben und in den Thronsaal.

Ähnlich verhält es sich mit Burgle Bros. und dem optional erhältlichen Turm. Hier bricht man auf verschiedenen Ebenen einer Bank in verschiedene Tresore und flieht schlussendlich nach oben über das Dach.

So etwas ist natürlich sehr viel eindrucksvoller, wenn man sich auch wirklich nach oben bewegt und die Ebenen nicht nebeneinander angeordnet sind.

Türme anderer Güte findet man bei mehreren Spielen von Queen Games.
Die haben es geschafft einen Kampfmechanismus (bzw. eine Aktionsauswahl) über diesen Turm zu generieren. Die Einheiten werden bei den Spielen durch kleine Holzwürfel dargestellt, die, wenn sie gegeneinander kämpfen müssen, ganz einfach in den Turm geworfen werden. Dann wird überprüft wer bei den unten rauspurzelnden Würfeln die Mehrheit hat, der is der Sieger.

Wie, da kommt nicht alles raus, was man reinwirft???
Genau das ist der Clou dabei. Innerhalb des Turms sind verschiedene Stege angeordnet auf denen sich die Würfel fangen können. Heißt aber auch, dass eventuell auch mehr Würfel rauskommen können als hineingeworfen wurden. Cool, oder?
Wer sich das mal anschauen möchte: Im Zeichen des Kreuzes, Wallenstein, Shogun, Amerigo, Immortal

Tzolk’in verfolgt einen anderen Ansatz. Hier werden mehrere große Zahnräder auf dem Spielbrett befestigt. Und auf genau diesen Zahnrädern werden eigene Arbeiter platziert und sitzen gelassen. Jede Runde wird das mittlere Zahnrad gedreht, was wiederum die kleinen beeinflusst. Je länger man seinen Arbeiter sitzen lässt, desto weiter dreht er sich und desto mehr bringt der einzelne ein. Sieht mega imposant aus, vor allem wenn man sich die Mühe macht und das ganze bemalt.

Ist es aber auch nötig? Naja… Man könnte auch alles von Hand auf verschiedenen Leisten bewegen.

Ein anderes Beispiel, dass ich nur der Vollständigkeit halber erwähne, da ich so gesehen KEINE AHNUNG von dem Spiel habe ist Potion Explosion. Hier wird ein “Papp-Regal” aufgebaut auf dem gar Candy-Crush-esque Murmeln nach unten rollen… Schön, gell?

So, bevor ich mich jetzt noch mehr in irgendwelchen Gimmicks verliere kommen wir zum Schlussplaidoyer:

Egal wie unnötig so ein Teil ist irgendwo sind wir als Spieler doch immer froh, wenn wir sowas auf den Tisch bringen können, oder?
Auch wenn es quasi nur eine optische Aufwertung darstellt dürfen wir uns doch auch an derart einfachen Dingen erfreuen, oder?

Mit diesen Worten beende ich meine Ausführung und fordere:

Mehr Gimmicks für die Spielerschaft!

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl