Juni 29, 2022

Der Ringkrieg

Spiele die sich mit Tolkiens Mittelerde beschäftigen gibt es mittlerweile viele mit den unterschiedlichsten Mechaniken.

Das erste Co-Op Spiel, kleine schnelle, große epische, Spiele die auf eine App bauen, reine Kartenspiele…

Sowohl Der Herr der Ringe als auch Der Hobbit sind hinreichend spielbar, lediglich an früheren Sachen fehlt es ein wenig, aber das kommt bestimmt wenn die Serie läuft.

Wie dem auch sei, trotz der Vielfalt kommt man in vielen Bereichen nicht an einem vorbei:

 

Der Ringkrieg von Ares Games

 

ist das große, epische Werk für 2(-4) Spieler das die komplette Herr der Ringe Trilogie abdeckt. Die Spielzeit von 150-180 Minuten ist sehr positiv untertrieben aber sowohl die Geschichte als auch das Spiel braucht nun mal seine Zeit.

 

Alles an dem Spiel ist so ausgelegt, diese groß(artig)e Geschichte abzubilden.

Manche Spiele haben große Spielbretter, im Ringkrieg bekommt man gleich zwei von den ganz großen, die nebeneinander Mittelerde abbilden.

Dazu ein Satz übergroßer Spielkarten, wunderschöne individuelle Würfel, Miniaturen so weit das Auge reicht und eine Anleitung…

…die am besten in Mt. Doom geworfen werden sollte.

Und, wer möchte, kann auch noch drei Erweiterungen und ein paar Promos dazu kaufen. Ob man die braucht oder nicht ist jedem selbst überlassen. Für mich ist das Spiel komplett wie es ist.

Vielleicht sieht man das anders, wenn man es regelmäßig spielt. Aber für mich ist es (momentan) einfach etwas besonderes den Ringkrieg zu spielen.

 

Ich möchte hier jetzt nicht die Regeln durchkauen, das können andere besser. Nur eins dazu:

Lasst euch nicht vom Regelbuch einschüchtern. Das ist stellenweise mehr als umständlich geschrieben. Wenn ihr damit nicht klarkommt, lasst es euch erklären oder schaut euch ein Video an. Es ist bei weitem nicht so wild, wie es euch das Regelbuch glauben lässt.

 

Was ist das besondere am Ringkrieg?

Wie kaum ein zweites Spiel zu Mittelerde schafft es der Ringkrieg eine tolle Geschichte zu erzählen, die die gleiche Verzweiflung und Hoffnung beinhaltet wie die Bücher. Es ist der große aussichtslose Kampf mehrerer unterlegener Völker gegen eine Übermacht.

Die freien Völker benötigen (lasst mich lügen) 4 Punkte durch Eroberung, der Schatten 10. Oder die freien Völker zerstören den Ring, was der Schatten zu verhindern versucht. Dabei bekommen die freien Völker keine neuen Einheiten, der Schatten rekrutiert und züchtet munter fröhlich frech und frei einfach mal die nächste Armee.

 

Habe ich vergessen zu erwähnen. dass die freien Völker auch nicht einfach so in den Krieg ziehen? Dank engstirniger Kleinstaaterei achtet jedes Volk erstmal auf seine eigenen Probleme und zieht erst in den Krieg wenn es angegriffen oder politisch dazu überzeugt wird. Erst dann bekommt der Spieler der freien Völker Einheiten mit denen er sich überhaupt mal dem anrückenden Heer entgegenstellen kann.

Klingt jetzt alles etwas einseitig, das muss ich zugeben, aber das Spiel ist dabei so gut gebalanced, dass man sich schon fast wundern muss.

 

Auch wenn die militärische Übermacht erdrückend ist, schafft es ein kleiner Hobbit mit einem Ring alles so auf den Kopf zu stellen, dass die Streitmacht eben doch nicht einfach so ganz Mittelerde umpflügen kann. Jede Runde wandert Frodo und die Gefährten verdeckt immer weiter in Richtung Mordor.

Der Schatten-Spieler versucht den Aufenthaltsort herauszufinden um den Ring einzukassieren. Dafür muss er aber kostbare Aktionen aufwenden die eigentlich viel mehr für Töten und Erobern benötigt werden.

 

Die Aktionen der beiden Spieler werden über einen individuellen Würfelpool gesteuert. Je nachdem was man würfelt, das kann man auch tun.

Diese Anzahl kann sich über das Spiel auch verändern wenn verschiedene Ereignisse eintreten oder Charaktere dazukommen.

Diese Charaktere dienen im Falle der freien Völker erst mal als Gefährten von Frodo, können aber auch in die Schlacht geschickt werden, wo die des Schatten sowieso schon die ganze Zeit wüten.

 

Außerdem gibt’s auch noch Karten die entweder im Spiel oder im Kampf genutzt werden können.

 

Das war die Kurzzusammenfassung. Ihr merkt schon, das ist echt nicht wenig. Aber wenn man sich damit beschäftigt und sich durchkämpft wird man mit einer wunderbaren immersiven Erfahrung belohnt.

 

Wer es nicht kennt dem empfehle ich die Review von Shut up & Sit down.

Und wir sehen uns nächste Woche wieder. Bis dahin.

 

Für Frodooooo!

 

 

Roll One – A Board Game Story
Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu auf geekeriki.tv, geschrieben von Mr.Schnizzl