21Mrz/18

Roll one – A Board Game Story

Eigentlich hatte ich vor als Beginn der Rezessionsreihe einfach mal die TOP-Liste durchzumachen, aber da bin ich jetzt gleich beim zweiten Spiel auf ein Problem gestoßen:

Twilight Imperium 3rd Edition wurde Ende letztes Jahr durch die 4. Edition abgelöst und ich habe demnächst die Möglichkeit die 4. Edition zu testen und dann zu vergleichen, daher muss dieser Artikel noch ein wenig warten.
Was machen wir dann? Wir nehmen meinen Platz 3 und begeben uns ins hyborische Zeitalter.

Vorneweg, ich liebe das Low-Fantasy-Setting von CONAN

Damals, als der Kickstarter begann hat mich die Kampagne sofort begeistert.
Etliche Monate später (es gab ewige Verzögerungen) hielt ich endlich das Spiel in Händen. Eine Box rappelvoll mit Zeug. Ich habe so gut wie alles, was es gibt. Inklusive zusätzlicher Bücher, Erweiterungen usw. aber ich versuche die Review auf die Retail-Version zu beschränken. Das besondere an Conan ist das Regelwerk. Im Gegensatz zu anderen Dungeon Crawlern, die sehr streng gestaltet sind, ist dieses Spiel sehr frei, mehr ein System, ein Rahmen. In anderen Spielen haben die Charaktere zwei Aktionen um sich zu bewegen und oder etwas zu tun, wie z.B. anzugreifen. Dann ist der nächste dran.

In Conan sind alle gleichzeitig dran. Was? Ja.

Spieler 1 bewegt sich, dann greift Spieler 2 an, Spieler 1 räumt auf, dann rennt Spieler 3 über die halbe Karte und zaubert und zum Schluss mach Spieler 1 noch eine Kiste auf. Gesteuert wird alles über ein sehr intelligentes System an Aktionspunkten. Diese dienen gleichzeitig noch als Hitpoints. Ich kann so viele ausgeben wie ich habe, dafür bin ich in den nächsten Runden entsprechend ausgepowered, da man nur eine gewisse Menge pro Runde regeneriert. Stellt euch vor ihr sprintet zwei Kilometer volle Pulle. Geht schon, aber dann lieg ich erst mal am Boden und spreche zu meinem Schöpfer und erhole mich. Wenn man die zwei Kilometer allerdings in kleinen Etappen sprintet ist man zwar später am Ziel aber wahrscheinlich zur gleichen Zeit oder sogar schneller wieder einsatzbereit. Und wenn ihr euch jetzt noch ordentlich verletzt dann ist eure Ausdauer gleich nochmal geringer…

Das ist der Clou des Spiels.

Zusätzlich zu der Freiheit des Systems erhält man ein fast schon euro-mäßiges Ressourcenmanagement. Der Bösewicht, der Overlord, hat ebenfalls ein innovatives System für seine Schergen. Er hat eine Art Fließband auf dem sich seine Einheiten befinden. Er kann pro Runde zwei Einheiten aktivieren. Je nachdem wie weit vorne sie sich auf dem Fließband, genannt River, befinden, desto günstiger sind sie,  und nach der Aktivierung geht es zurück ans Ende der Schlange. Wo sie entweder langsam nach vorne wandern müssen oder sehr teuer wieder aktiviert werden können.
UND: Er will gewinnen.
Es geht nicht darum eine Geschichte zu erzählen und die Helden irgendwie durchzuschleusen, nein, es geht um den Sieg. Also wird es immer spannend sein. Soviel zur Mechanik hinter dem Spiel.

Ebenfalls außergewöhnlich ist die Kampagnenstruktur. Es gibt nämlich keine.

Das Spiel basiert auf einzelnen Kurzgeschichten von Robert E. Howard und ist somit näher am Schwarzenegger Conan als am Bullshit-Conan von 2011 (?). Da es sich um eine Geschichtensammlung handelt gibt es eine Menge Szenarien aber keine zusammenhängende Geschichte.
(Durch ein Addon und ein Fanprojekt gibt es allerdings auch richtige Kampagnen mit Entwicklung und Story usw.)
Der Fundus an Szenarien wird dauernd erweitert. Von den ursprünglichen 8 aus dem Basisspiel sind wir mittlerweile bei über 110 die frei zum Download verfügbar sind und stellenweise sogar als gebundene Sammlungen erschienen sind. Ein anderer Publisher arbeitet aktuell sogar an einer Solo-Kampagne.
Die Szenarien sind aber nicht perfekt ausbalanciert, sondern leben davon, dass nach dem Spiel die Seiten getauscht werden und man es nochmal versucht. Das funktioniert hervorragend, da es keine geheimen Twists in den Szenarien gibt, die man nicht wissen darf.

Natürlich gibt es auch „negatives“:

Die Szenarien sind auf immer die selben Helden ausgelegt. Ihr müsst also entweder selber Helden und Ausrüstung austauschen oder auf optionale Szenarien zurückgreifen.
Die ursprünglichen Regeln wurden oftmals sehr schlecht geredet. Der Publisher hat daraufhin die Regeln überarbeitet und kostenlos neu- bzw. nachgeliefert.
Sachen die angeblich im Handel erscheinen sollten wurden vom Vertriebspartner Asmodee nicht ins Sortiment genommen und sind somit nicht erhältlich. (Kommen aber angeblich 2019 wieder)

Das war’s schon. Mehr fällt mir nicht ein. Und selbst die genannten Punkte sind eigentlich absolut minimal. Das Material ist einfach super. Die Miniaturen sehen genial aus und eignen sich hervorragend um sie zu bemalen und sogar auszustellen. Die Maps sind die schönsten die ich je gesehen hab. Die Qualität der Karten ist etwas dünn, aber dadurch, dass man die nur beim Charakter ablegt spielt das keine Rolle.
Das Artwork und die Texte sind auch richtig gut.
Wem jetzt das Conan Thema nicht zusagt, dem sei gesagt, dass das (fast) gleiche Spiel mit Batman Thema erscheint. Hier wurden die Regeln minimal überarbeitet.
Für die Conan-Fans: Ihr müsst entweder die Retail-Box nehmen oder euch auf die nächste Kickstarter Kampagne zu Conan, irgendwann 2019, gedulden.

Die Retail Version ist absolut ausreichend.

Wem das aber nicht genug ist, der kann aktuell im Handel auch noch ein paar kleine Gegner Erweiterungen oder aber auch drei große „Regionen“-Boxen erwerben. Diese enthalten neue Gegner, Karten, Spielpläne und jeweils vier Szenarien. Alles weitere, was ihr vielleicht in der ursprünglichen Kampagne entdeckt habt, kommt EVENTUELL im nächsten Kickstarter wieder.
Dieses Spiel hat mich so begeistert, dass ich mir nachträglich alles besorgt habe was irgendwie zu einem vernünftigen Preis zu ergattern war. Ebenso hat es für mich alle anderen Dungeon Crawler obsolet gemacht.
Bevor das hier jetzt noch länger wird stürze ich mich wieder in die Schlacht.

KROOOOOOM! GOTT DES STAAAAAAHLS!

Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl. 

18Mrz/18

COMIC EINKAUF – FOLGE 3 – 2018

Die neuste Folge COMIC EINKAUF – FOLGE 3 – 2018 im XL Format. Flo hat in letzter Zeit mehr gekauft als er euch gezeigt hat, diesen miss stand holt er nun nach. Viel Spass mit dem Video.

14Mrz/18

Roll one – A Board Game Story

Da steigt man morgens nichts ahnend aus dem Auto nur um sich plötzlich mit der perfekten Einleitung für den nächsten Text konfrontiert zu sehen:

Der Wind heult zwischen den Häuserschluchten und trägt den Schrei eines einsamen Raben mit sich. -oder- Brettspiele die eine Geschichte erzählen

Die TOP Liste meiner „One and Done“ Spiele war schon ein kleiner Vorbote von dem was jetzt folgt. Es gibt Brettspiele die eine Geschichte erzählen und ich steh auf so ‘nen Scheiss.
Ich rede jetzt nicht von den einmaligen Momenten die man beim Spielen erlebt, wo alles auf einen einzigen Würfelwurf ankommt und es niemanden mehr auf seinem Stuhl hält.
Nein, ich rede von kohärent erzählten Geschichten.
Wie ein guter Film, eine gute Serie, ein guter Comic oder ein gutes Videospiel kann auch ein schnödes Brettspiel den Konsumenten so in seinen Bann ziehen, wie man es von einem guten Buch kennt.

Diese Immersion kann auf verschiedene Weisen erzeugt/erreicht werden.

Es gibt einerseits die “verbrettspielichung” (Ja, das ist jetzt ein Wort) der Escape rooms die durch eine Fülle von Rätseln unter Zeitdruck versucht diese Spannung aufzubauen.
Nicht schlecht, ABER, es ist und bleibt eine Rätselsammlung.
Man könnte also quasi die Rätselseite der Bunten versuchen zu lösen, während man zwischen Staubsaugen und Kochen auf die Wäsche wartet.
Das krasse Gegenteil hierzu sind diverse „RPGs in a box“ die sich von einem normalen Pen and Paper nur dadurch unterscheiden, dass mehr Material dabei ist. Hier ist die Grenze recht schwammig.

Ist Descent schon ein Rollenspiel? Ist DnD 4. Ed.+ schon ein Brettspiel?

Die, für mich, besten Vertreter sind Spiele deren Geschichte mehr oder minder fest steht und nach und nach preisgegeben wird, ohne zu sehr die Brettspielnatur aufzugeben.
T.I.M.E Stories, Arkham Horror Das Kartenspiel…
Was genau diese Spiele so besonders macht erzähle ich euch in den einzelnen Artikeln.
So viel sei schon mal gesagt, für mich ist es die episodische Erzählweise, analog zur Fernsehserie.
Vorteil dieser Art von Spiel ist einerseits die immer fortschreitende Story (aus Verlagssicht natürlich die Möglichkeit immer neuen Content zu verkaufen) und andererseits, dass das Spiel nie alt wird bzw. mit relativ wenig Aufwand immer auf dem neuesten Stand bleibt.
Der Nachteil ist, dass ich irgendwann durch bin und damit das Spiel keinen Wert mehr hat. Klar kann man irgendwann alles wieder spielen wenn man die Story vergessen hat…
Für Details mag das gelten, aber das große Ganze vergisst man so schnell nicht und erst recht nicht den Plot-Twist.

Es gibt noch eine weitere Kategorie wo das Geschichten erzählen sehr gut funktioniert.

Das sind Spiele wie Near and Far, Agents of SMERSH.
Alternativ  Szenario basierte Sachen wie This War of Mine oder auch 7th Continent, Kingdom Death: Monster. Zu einem geringeren Grad auch Robinson Crusoe.
Hier wird die Geschichte nicht in einer fertigen Textfolge erzählt sondern entwickelt sich durch das Spiel. Ihr bekommt entweder je nach Situation einen Text zu lesen der Entscheidungen und einen anderen Weg durch das Abenteuer nach sich zieht oder ihr müsst euren eigenen Weg finden und dieser ist gespickt von kleinen Texten und Hinweisen.
Auch hier ist es so, dass das Spiel irgendwann durch ist. Durch die Aneinanderreihung von kleinen zufällig auserwählten Schnipseln rückt dieser Punkt viele Spiele in die Zukunft, aber dennoch ist es möglich.

Um der „Lösung“ entgegenzuwirken warten diese Spiele meistens mit einem sehr hohen Grad an Individualisierbarkeit auf.

Kurzer Blick zurück…
Oh weia, das wird ja immer länger. Mehr nach der Werbung…


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11Mrz/18

COMIC REVIEW – THE INFINITY GAUNTLET

Der kosmische Marvel-Klassiker in der COMIC REVIEW – THE INFINITY GAUNTLET . Der wahnsinnige Titan Thanos verfügt dank der Infinity-Steine über die Macht, das Universum auszulöschen, und genau das will er auch tun! Also stellen sich ihm die Rächer, Spider-Man, Wolverine, Dr. Strange, Drax und andere in einer gewaltigen Schlacht im All…

07Mrz/18

Roll one – A Board Game Story

Haut ‘se! Haut ‘se! Immer auf die Schnauze!“ – Eine Liebesgeschichte mit tragischem Ende -oder-Blood Bowl Team Manager – Das Kartenspiel

Wenn der Titel schon so lang ist, dass er eigentlich auf zwei Artikel aufgeteilt werden sollte…
Heute möchte ich so langsam mal mit Spiele-Reviews anfangen und was würde sich da besser eignen als mein Lieblingsspiel? Eben, nichts. Zum Einstieg gibt’s die kleine Geschichte, die ich an dieser Stelle immer erzähle: Meine erste Begegnung mit Blood Bowl hatte ich auf dem PC und es war furchtbar.
Auch der zweite Versuch Jahre später floppte ganz gewaltig. Ich weiß nicht warum aber irgendwie habe ich dann vom Blood Bowl Kartenspiel erfahren und mich danach umgesehen. Irgendwo hab ich’s dann auch gefunden…für nen 10er, da macht man nich viel kaputt, oder? Also gekauft und gespielt…, und es war noch nicht mal das erste Match durch, da habe ich schon nebenbei per Handy beide Erweiterungen gespielt. So hat mich das Spiel umgehauen.

Wie ihr anhand meiner Liste vielleicht schon ein wenig erahnt habt gehört deckbuilding zu meinen bevorzugten Mechanismen, aber nur wenn noch etwas dabei ist. Ein Dominion-eskes ausspielen und kaufen finde ich ziemlich ermüdend. Blood Bowl hat genau das was ich suche und sogar etwas das mir nicht gefällt ich in dem Fall aber ignorieren kann.

– Es ist ein relativ kurzes Spiel (das ignoriere ich)
kann aber je nach Bedarf durch verschiedene Zusatzregeln aufgeblasen werden (das begrüße ich).
Die zusätzlichen Module stammen aus den beiden Erweiterungen und bringen Spezialbälle, Stadien Fouls und einen Schiedsrichter.
Das Warhammer Setting fand ich schon immer super.
Die zahlreichen Teams spielen sich alle unterschiedlich (und bei meinem späteren Einstieg in das Blood Bowl Tabletop habe ich festgestellt, dass sie die „richtigen“ Teams wirklich gut darstellen)
+Es ist sehr kurzweilig
+Der Deckbau findet auf verschiedenen Ebenen statt.

Ok, das muss ich genauer erklären:

Die Startdecks sind relativ ähnlich, unterscheiden sich aber entgegen normalem Deckbuilder-Start dennoch spürbar. Verändern kann ich meine Karten indem ich als Belohnung neue Spieler hinzufügen kann. Zusätzlich zu diesen Starspielern die direkt das Deck verändern gibt es noch Upgrades die entweder auf einen einzelnen Spieler angewendet werden oder die dem Team helfen. Beides bekommt man nur als Belohnung für gewonnene Zweikämpfe. Es wird also nicht frei eingekauft sondern ich muss mich hocharbeiten.

Auch wird nicht einfach die Leistung der eigenen Kartenhand mit der des Gegenübers verglichen sondern das geschieht durch Area Control: Ich muss die Oberhand haben, dann werde ich belohnt. All das kombiniert sich zu einem erstklassigen Kartenspiel, das genauso variabel und wandelbar ist wie die Spieler mit denen man es spielen kann, denn der Einstieg fällt aufgrund des relativ simplen Regelkorsetts sehr leicht.

Das Material ist in gewohnt hoher Qualität: gravierte Würfel, dicke Pappe, super Artwork.
Lediglich über die Karten kann man meckern. Die Pappe der Karten ist super ABER in bewährter Fantasy Flight Games Manier sind die Karten aus stabilem aber einfachen Cardstock. Ich verstehe nicht warum bei Brettspielen wie „Schlachten von Westeros“, wo die Karten kaum bewegt werden, das hochwertige Leinen-Finish verwendet wird und bei den Kartenspielen, wo man die Karten dauernd in der Hand hat, nicht?
Bei LCGs, ok, da muss viel in kurzer Zeit und billig produziert werden. Aber normalen Spielen die nicht (in dem Ausmaß) erweitert werden? Keine Ahnung, echt.

Sei es wie es ist, das tut dem Spiel nicht weh. Es ist und bleibt ein geniales Spiel, dass ich jederzeit spielen würde.

Und jetzt kommt die Geschichte zu ihrem tragischen Abschluss:

Fantasy Flight Games und Games Workshop haben sich getrennt. Somit stehen die Chancen schlecht, dass das Spiel jemals wieder neu aufgelegt oder zumindest gedruckt wird. Also schnell sein!

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04Mrz/18

COMIC REVIEW – BLACKSAD BAND 1 ZWISCHEN DEN SCHATTEN

Vom Carlsen Verlag zeigt Euch Flo die REVIEW – BLACKSAD ZWISCHEN DEN SCHATTEN. Ein wunderschöner Film-Noir Stil Comic. Und das besondere ist das es sich bei den Protagonisten um Tiere handelt, taucht mit Flo ein in die Welt von Detective Blacksad. HARDCOVER
D: 16,00 € A: 16,50 €
Größe 24,30 x 32,00 cm
Seiten 48
Alter ab 12 Jahren
ISBN 978-3-551-74761-7

03Mrz/18

COMIC REVIEW – DIE STADT DER TRÄUMENDEN BÜCHER TEIL 2

In dieser Comic Review sehen wir und das Graphic Novel Die Stadt der Träumenden Bücher Teil 2: Die Katakomben von Walter Moers an. Dieses schöne Graphic Novel vom Knaus Verlag , ist in einem aufwendigen Hardcover Umschlag und hat über 128 Seiten. Die Detailreichen Zeichnungen von Florian Biege setzten dem zweiten Teil dieser Reihe die absolut verdiente Krone auf.
Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: Albrecht Knaus Verlag (9. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3813505022
ISBN-13: 978-3813505023

28Feb/18

Roll One – A Board Game Story

Kickstarter – Fluch und Segen

-oder-

Dann mach ich’s halt selber

Der Cult of the new wird durch Kickstarter gestärkt wie durch nichts anderes.
Jeden Tag, JEDEN TAG, gibt es neue Brettspiele die auf Kickstarter unterstützt werden können.Früher musste wer eine Spieleidee hatte bei einem Verlag vorstellig werden.
Dort wurde diese dann auf Herz und Nieren geprüft. Hat die Idee und der zugehörige Prototyp entsprechend Eindruck hinterlassen und passt das ins Sortiment dann hatte man echt Glück und das Spiel wurde nach einiger Überarbeitung veröffentlicht.

Dies stellte eine relativ hohe Hürde dar. Erstens musste man das Spiel ordentlich ausarbeiten und zweitens musste man dann auch noch den Kriterien des Verlages genügen. Jetzt durch Kickstarter wurde diese Hürde entfernt, jeder kann in Eigenregie versuchen sein Spiel herauszugeben.

Man muss nur entsprechend viele Leute davon überzeugen…

Dies bietet die Chance, dass Spiele veröffentlicht werden, an denen sich sonst kein Verlag die Finger verbrennen will…aber auch den Nachteil, dass viel Mist angeboten wird. Eine typische Kickstarter-Kampagne läuft folgendermaßen:
Die Idee wird in Form einer Website gepitched. Hier wird das Spiel kurz vorgestellt, Spielablauf und Regeln umrissen, Material wie Miniaturen oder dergleichen zur Schau gestellt und oftmals auch so genannte Stretch goals angepriesen.

Bei diesen handelt es sich um einfache Lockmittel.

Je mehr Geld zusammenkommt, desto schöner kann es produziert werden, z.B. gibt es einfach mehr von irgendwas oder etwas wird verbessert (z.B. besseres Material für Spielkarten). Nach Ablauf einer gewissen Frist wird die Kampagne geschlossen und die Unterstützer (sog. Backer) werden zur Kasse gebeten.

Und dann beginnt das warten…

Denn nun wird das Spiel fertig entwickelt und produziert. Wichtig: Kickstarter ist kein Laden. Ihr unterstützt eine Idee. Wenn euch als Belohnung das fertige Spiel versprochen wird ist das keine Garantie. Denn immer wieder mal passiert es, dass ein Spiel entweder gar nicht ausgeliefert wird oder, dass etwas derartig schief geht, dass man sich wünscht gar nicht mitgemacht zu haben. Manche Firmen haben Kickstarter als ihr Vorbestellungsportal etabliert, manche Spiele sind so erfolgreich, dass sie im Nachgang von großen Verlagen aufgegriffen werden.

Alles in allem ist Kickstarter eine super Gelegenheit.. 

Sowohl für den Designer als auch den Spieler, so lange von beiden Seiten die notwendige Vorsicht geboten wird. Ich muss Schluss machen, es hat geklingelt, vermutlich bringt der Postbote das nächste Kickstarterspiel, das theoretisch schon vor 4 Monaten hätte ausgeliefert werden sollen, aber „delays happen“.

Bis denne.

Der Wöchentliche Blog Roll one – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl.