| Autor:In: | Boris Koch |
| Zeichner:In: | Frauke Berger |
| Verlag: | Splitter Verlag |
| Genre: | Coming-of-Age, Horror |
| Seiten: | 136 |
| Format: | Hardcover |
| Preis: | 19,80 € |
Stell dir vor, du streitest dich mit deinen Eltern, schließt dich voller Wut in dein Zimmer ein und auf einmal verändert sich der Raum. Genau das ist den Brüdern Leo und Felix passiert. Als wäre das nicht schon merkwürdig genug, hören sie sowohl außerhalb als auch innerhalb des Zimmers furchterregende Geräusche. Sie sind nicht allein – und wo sind sie überhaupt?
Ein Horrorcomic für Kinder und Jugendliche
Mit Das Schiff der verlorenen Kinder erschaffen Boris Koch und Frauke Berger eine Horror-Comic-Reihe, die mich vom Gruselfaktor an Gänsehaut oder Geschichten aus der Gruft erinnert. Schon sehr gruselig, aber gerade noch so im Rahmen für Kids und Jugendliche. Für Erwachsene funktioniert der Comic aber auch.
Und ganz nebenbei wird eine Geschichte erzählt, die wirklich durchdacht ist und ihre Kniffe hat – zumindest soweit es der Einblick des ersten Bandes zulässt. Die Dynamik zwischen den beiden Brüdern funktioniert echt gut und wird glaubhaft erzählt. Auch die Dialoge zur Vermittlung der Handlung wirken zwar kindlich, aber dennoch intelligent in all ihren Facetten. Das wird schon zu Beginn des Comics klar, als sie beginnen, sich darüber zu streiten, wer schuld an ihrer Lage ist, sich dann aber schnell wieder beruhigen und versöhnen. Das wirkt sehr nachvollziehbar und zeigt die tolle Bindung der beiden.
Schaurige Bilder
Das Schiff der verlorenen Kinder glänzt mit einer tollen und äußerst stimmigen Optik. Die Bilder sind liebevoll, aber düster gestaltet. Gerade das Monster-Design ist sehr kreativ und gruselig ausgearbeitet. Das liegt zum Großteil daran, dass Kinder mit ihren Ängsten konfrontiert werden und die Monster dementsprechend gestaltet sind. Hat nun ein Kind Angst vor Spinnen, trifft es auf Spinnen, die grotesker nicht sein könnten: Große Fangzähne und viel zu viele Augen. Richtig furchteinflößend eben. Das sorgt immer wieder für eine wunderbar gruselige Atmosphäre, erzeugt aber auch eine Grundspannung, die sich durch den ganzen Comic zieht.
Mein Fazit:
Das Schiff der verlorenen Kinder hat mich positiv überrascht. Gelockt hat mich die Optik, bekommen habe ich einen Comic für Kinder und Jugendliche, der mit seiner Atmosphäre und Prämisse zu begeistern weiß. An allen Ecken und Enden ist zu spüren, wie liebevoll die Welt mit ihren Charakteren gestaltet ist. Zuletzt hatte ich dieses Gefühl bei Comics aus dem deutschsprachigen Raum wie Gung Ho.
Ich bin sehr gespannt, wohin die Reise geht, und kann es kaum erwarten, mehr darüber zu erfahren, wie diese Welt funktioniert und was es damit auf sich hat. Denn leider wurde davon im ersten Band noch nicht viel erklärt. Aber das macht die Neugier auf Fortsetzungen nur noch größer.
Meine Bewertung:
10/10 kleine Bullaugen mit scharfen Fangzähnen
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