Wo fang ich nur an?
-oder-
Der Einstieg in die Welt der Brettspiele

Wenn man mal hinter den Vorhang aus Trivial Pursuit, Scrabble, Risiko und Monopoly auf die Welt der Brettspiele blickt die da draußen auf einen wartet kann man sich schnell überfordert fühlen. Daher möchte ich heute mal ein wenig auf den Einstieg in dieses Hobby eingehen und den einen oder anderen Tipp loswerden.

Um sich selber nicht zu überfordern und sich somit den Spaß zu nehmen bevor es überhaupt losgeht sollte man sich langsam vorarbeiten. Hierfür eignen sich ganz besonders so genannte Gateway-Games, also Spiele die langsam verschiedene Mechaniken erklären und demonstrieren. Bekannte Klassiker wie Carcassonne oder (Die Siedler von) Catan eignen sich hier sehr gut. Neuere Vertreter sind Zug um Zug, Dominion, Lords of Waterdeep, Bohnanza und so weiter…

Diese Spiele sind der erste Schritt in die große weite Welt und jedes bringt dem Spieler etwas anderes bei.

Aber nicht nur das, nein, man lernt schon die eigenen Vorlieben kennen: will ich was aufbauen? Will ich kämpfen? Will ich was sammeln? Spiele ich lieber mit Karten oder mit Würfeln? Will ich Teil des Spiels sein, mich einfühlen, oder lieber eine gewisse Distanz wahren, alles ein wenig abstrahiert betrachten?

Das bringt uns zum nächsten Gebot. So verlockend und bunt und interessant alles ist, das wichtigste ist Mäßigung.

Jeder Spieler den ich kenne, ich wiederhole JEDER SPIELER, hat diesen Fehler gemacht und irgendwann mehr gekauft als er spielen kann. Wenn ich mich an die Gateway-Spiele halte und so langsam meinen Geschmack kennenlerne, dann kann ich mich genauer umsehen. Im Internet gibt es viele Leute die über Spiele reden und diese auch zeigen (Blogs oder auf Youtube). Schaut euch da mal um. Sucht euch Leute die einen ähnlichen Geschmack haben und schaut mal was denen so gefällt oder was die als nächsten Schritt empfehlen. Spricht euch das an? Gut, dann ist die Chance relativ gering, dass ihr einen Fehlkauf tätigt. Und ganz wichtig: Spielt jedes neue Spiel erst ein paar mal. Überlegt was euch daran gefällt und wagt euch dann erst an die Recherche für das nächste Spiel.
Haltet euch daran und dann seid ihr vielleicht die ersten die nicht vor einem Stapel ungespielter Spiele sitzen, mit hunderten von Spielen in den Regalen und zu wenig Zeit für alles.

Macht es wie eure Eltern: eins kaufen und dann totspielen, dann erst das nächste.

Ein Schritt nach dem anderen. Steigt nicht gleich mit dem erstbesten Megaspiel ein, weil es cool aussieht und euch dann mit 60 Seiten Regeln erschlägt und am Ende ungespielt verkauft wird. Arbeitet euch langsam vor. Spielt ein Spiel, dass euch Set-Collection beibringt (Zug um Zug), dann vielleicht eins für Draft (Sushi Go) und eins für Area-Control (das gute alte Risiko) und dann erst die Kombination aus allem wie Blood Rage oder Small World. Die beiden sind jetzt nicht sonderlich komplex zeigen aber gut auf wie man sich vorarbeiten kann.

Und zu guter letzt: setzt euch ein Limit.

Platz, Geld oder Zeit. Mindestens eins davon ist immer Mangelware. Kauft euch nur so viel wie ihr auch unterbringen könnt. Ansonsten tut ihr euch selbst keinen Gefallen. Hoffentlich hilft das dem einen oder anderen.
Im Zweifelsfall bleibt immer noch die Selbsthilfegruppe.
„Hallo, mein Name ist Michael, und ich habe ein Brettspielproblem.“


Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl. 

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