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Jeder Spieler in meinem Bekanntenkreis hat im Laufe seiner Spielerkarriere die gleiche Entwicklung hingelegt:

 

Wir hatten schon den Einstieg bei dem man sich wie ein Kind im Süßigkeitenladen fühlt und erstmal alles einkauft was interessant und „shiny“ ist. Dieses Verhalten wird dann bald ausgebremst wenn sich der eigene Spielegeschmack entsprechend entwickelt hat und man weiß was einem gefällt und was nicht.

 

Was ich meine ist folgendes:

Eine ähnliche Entwicklung vollzieht (fast) jeder Spieler wenn es sich um das „Gewicht“ also die Komplexität, die Regelvielfalt/-last, dreht. Zu Beginn füllt sich das Regal mit einfacheren und einsteigerfreundlicheren Spielen bis irgendwann der Punkt erreicht ist an dem (ähnlich wie bei Kindern) die Spielsachen „der Großen“ viel interessanter sind als der eigene Kram. Dann möchte man auch mal in die unglaublich detaillierten und komplexen Themen einsteigen. Spiele bei denen richtig Hirnschmalz gefordert ist um eine möglichst hochpunktige Strategie zu finden und zu verfolgen mit der man jeden Gegner in den Staub treten kann damit er dort wie die Made die er ist um einen Einblick in die ach so vollkommene Strategie flehen kann.

(Übrigens ein Verhalten, das man tunlichst vermeiden sollte, wenn man künftig auch noch Gegenspieler haben will.)

 

Spaß und Übertreibung beiseite. Irgendwann ist der Punkt erreicht wo man gerne die richtig komplexen Dinger spielen will, die möglichst realistisch sind, die mehr Möglichkeiten haben als Wikipedia Einträge, die einem ein Gefühl des Erfolges geben, wenn man die geistige Erschöpfung am Ende der Partie überwunden hat.

 

Hey, solche Spiele sind schon cool, und ich persönlich mache diese Entwicklung bei den wargames schon wieder durch… Reicht ja nicht, dass ich das bei den Eurogames schon hatte. Nö, da schlägt das Goldfischhirn wieder zu.

Das Problem an diesen Brocken ist aber die Einstiegshürde. Um es zu spielen muss erstmal jemanden finden der sich darauf einlässt und der es dann am besten auch noch regelmäßig spielen will, damit man sich auf einem ebenbürtigen Level bewegt. Finde erstmal so jemanden. Vor allem wenn man alle Schieß lang einen neuen noch besseren Brocken findet der gespielt werden will.

 

So ging es mir jedenfalls. Irgendwann war der Punkt erreicht wo die Frustration einsetzt, weil entweder der entsprechende Mitspieler keine Lust mehr auf diesen Tanz hat, weil das eigene Hirn mit der Fülle der Regelbücher nicht mehr klarkommt oder weil sich einfach die Menge der Spiele und diei verfügbare Zeit indirekt proportional entwickeln. Und so bin ich bei dem Punkt gelandet wo alles was mir zu viel war abgegeben wurde.

 

Und so hat sich mein Geschmack langsam wieder in die mittelgewichtigen Spiele verlagert. Die Spiele die zwar relativ zugänglich sind aber dennoch genug Tiefe bieten um nicht zu schnell den Reiz zu verlieren. Auch viele kleine einfache Sachen sind dazu gekommen. Da man die einfach schneller mal auf einem Familienfest unterkriegt.

 

Wie ich eingangs erwähnt habe konnte ich genau diese Entwicklung bei fast allen anderen Spielern aus meinem Umfeld beobachten. Genauso wie die Entwicklung von „am besten kistenweise Material und Miniaturen“ zu „das Basisspiel reicht mir vollkommen“.

 

Wie geht es euch da? Wo steht ihr gerade? Oder gehört ihr sogar zu der Kategorie für die und deren Spielgruppe es gar nicht komplex genug sein kann?

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl

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