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Oktober 22, 2021

Enemy Action: Ardennes von Compass Games

Der Tag ist gekommen, an dem ich dem ewigen Endgegner mit voller Entschlossenheit gegenübertrete und mich ihm Angesicht zu Angesicht stelle.

 

Enemy Action: Ardennes von Compass Games

 

liegt seit über 4 ½ Jahren bei mir zuhause und wartet darauf gespielt zu werden.

Eigentlich hatte ich es mir als Solo Spiel gekauft, konnte mich aber nie dazu aufraffen mich durch die 60 Seiten Solo-Regelbuch zu arbeiten und so wurde die erste Partie eine 1 gg. 1 Runde.

Nachdem jetzt aber dieses Jahr der Nachfolger Enemy Action: Kharkov erscheinen soll muss ich ja wissen ob ich die Reihe weiter verfolge oder ob ich aussteige bevor es richtig losgeht.

 

Zum Material:

Aufgrund des Alters haben wir hier noch die relativ bzw. sehr dünnen Counter von Compass Games. Dafür aber wurden 2 komplette Sätze Hit-Counter beigelegt. Wenn der eine mal „durch“ ist…

Die 3 verschiedenen Maps sind aus Papier aber zumindest optisch sehr ansprechend gestaltet.

Das Design der Karten ist zweckdienlich und aufgeräumt aber dennoch optisch passend.

Die drei Regelhefte sind gut geschrieben, dick und halten ein bisschen was aus. Ich persönlich mag das matte Papier, das verwendet wurde.

 

EA:A behandelt die Ardennenschlacht mit operational scale, einem Zeitraum von 14 Tagen und über 5 verschiedene Szenarien.

 

Was sind jetzt die Besonderheiten dieses so oft so hoch gelobten Brockens?

 

-Spielmodi: Wer sich entschließt das Geld in die Hand zu nehmen bekommt drei Spiele mit jeweils eigenen Spielplänen in einer Box: 1gg1, Solo als Ami, Solo als Deutscher. Was bei Euros und Ameritrash schon zum guten Ton gehört ist bei Cosims immer noch eine Besonderheit.

 

-KI: Als König der KI konnte man natürlich davon ausgehen, dass John Butterfield wieder ein hervorragendes System liefert. Hier haben wir die Besonderheit, dass die KI dynamisch auf, gemäß ihres Charakters auf die Gegebenheiten reagiert. Dies bedingt sich einerseits durch die sich zeitlich ändernden Möglichkeiten, andererseits aber auch dadurch, dass beide KIs entsprechend der historischen Vorbildern geschrieben wurden. Die Alliierten verhalten sich erstmal defensiv und schlagen dann zurück, während die Deutschen ein sehr mobiles und variables Verhalten an den Tag legen. Dies beides wurde für ein analoges, kartenbasiertes Spiel hervorragend umgesetzt. Unterstützt natürlich durch entsprechend passendes Material (Spielpläne, Karten, Kalender)

 

-Kalender: Kalender gibt es in vielen Spielen, aber hier steuert sich die Entwicklung der Schlacht in vielerlei Hinsicht darüber. Zum einen kommen verschiedene Sonderregeln hinzu oder werden aufgehoben, es ändert sich die Handgröße und die Deckzusammenstellung der beiden Spieler, die Artillerie wird beeinflusst und auch die Siegbedingungen.

 

-Karten: …und als Nachtrag zum Kalender kommen auch bestimmte Karten zu bestimmten Zeitpunkten hinzu. Mit Hilfe dieser Karten werden die eigenen Einheiten aktiviert und auch unterstützt. Auch das ist für mich in einem Hex-and-Counter Spiel in diesem Maßstab noch neu… (No Retreat habe ich noch nicht gespielt, wobei das eher strategisch ist, als operativ.)

Abgesehen davon, ist aber, im Vergleich zu allen anderen CDGs die ich bisher gespielt habe, wie bereits vorher erwähnt, die Zusammenstellung der möglichen Karten auch einem stetigen Wechsel unterzogen und ändert sich somit mit der Spieldauer. Was mich wiederum sehr anspricht, da die Aktionen einen realistischeren Hintergrund behalten, als wenn einfach eine Karte zu irgendeinem Zeitpunkt gespielt wird der mit der Karte absolut nichts mehr (oder noch nichts) zu tun.

 

-Kampfsystem: EA:A ist ein Spiel mit weniger Modifikatoren als man es so kennt und ist zusätzlich noch komplett Würfellos. Statt auf CRTs zu würfeln werden hier Hit-counter gezogen. Mindestens einen je verteidigendem Step. Danach kann man sich entscheiden ob und in welchem Ausmaß man weitermachen möchte, bis zum Maximum von maximal einen je angreifender Einheit.

Auf diesen chits finden wir neben den entstehenden Verlusten auch verschiedene Faktoren die den Kampf beeinflussen können.

Durch dieses System rückt das simple Ausrechnen und Abschätzen in der Hintergrund und es wird verstärkt Wert auf taktisch kluge Entscheidungen gelegt.

 

-Treibstoff-Versorgung: Die Treibstoffversorgung steuert sich über die gezogenen Karten und schränkt hierbei nicht nur die möglichen Aktionen der einzelnen Einheiten ein sondern reduziert auch die möglichen Kartenaktionen dadurch, dass Karten deren Treibstoff-Engpass greift untätig abgeworfen werden (müssen).

 

Enemy Action: Ardennes ist absolut kein Leichtgewicht. Egal nach welchen Maßstäben man an die Sache herangeht, aber es hat sich das oftmals verteilte Lob redlich verdient und kann meines Erachtens als moderner Klassiker bezeichnet werden.

Ich für meine Teil erwarte jedenfalls sehnsüchtig Enemy Action Vol. 2: Kharkov, der verspricht ein würdiger Nachfolger zu werden und auch gleichzeitig die eine oder andere Neuerung bzw. Weiterentwicklung in Aussicht stellt.

 

 

 

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl