Kickstarter – Fluch und Segen

-oder-

Dann mach ich’s halt selber

Der Cult of the new wird durch Kickstarter gestärkt wie durch nichts anderes.
Jeden Tag, JEDEN TAG, gibt es neue Brettspiele die auf Kickstarter unterstützt werden können.Früher musste wer eine Spieleidee hatte bei einem Verlag vorstellig werden.
Dort wurde diese dann auf Herz und Nieren geprüft. Hat die Idee und der zugehörige Prototyp entsprechend Eindruck hinterlassen und passt das ins Sortiment dann hatte man echt Glück und das Spiel wurde nach einiger Überarbeitung veröffentlicht.

Dies stellte eine relativ hohe Hürde dar. Erstens musste man das Spiel ordentlich ausarbeiten und zweitens musste man dann auch noch den Kriterien des Verlages genügen. Jetzt durch Kickstarter wurde diese Hürde entfernt, jeder kann in Eigenregie versuchen sein Spiel herauszugeben.

Man muss nur entsprechend viele Leute davon überzeugen…

Dies bietet die Chance, dass Spiele veröffentlicht werden, an denen sich sonst kein Verlag die Finger verbrennen will…aber auch den Nachteil, dass viel Mist angeboten wird. Eine typische Kickstarter-Kampagne läuft folgendermaßen:
Die Idee wird in Form einer Website gepitched. Hier wird das Spiel kurz vorgestellt, Spielablauf und Regeln umrissen, Material wie Miniaturen oder dergleichen zur Schau gestellt und oftmals auch so genannte Stretch goals angepriesen.

Bei diesen handelt es sich um einfache Lockmittel.

Je mehr Geld zusammenkommt, desto schöner kann es produziert werden, z.B. gibt es einfach mehr von irgendwas oder etwas wird verbessert (z.B. besseres Material für Spielkarten). Nach Ablauf einer gewissen Frist wird die Kampagne geschlossen und die Unterstützer (sog. Backer) werden zur Kasse gebeten.

Und dann beginnt das warten…

Denn nun wird das Spiel fertig entwickelt und produziert. Wichtig: Kickstarter ist kein Laden. Ihr unterstützt eine Idee. Wenn euch als Belohnung das fertige Spiel versprochen wird ist das keine Garantie. Denn immer wieder mal passiert es, dass ein Spiel entweder gar nicht ausgeliefert wird oder, dass etwas derartig schief geht, dass man sich wünscht gar nicht mitgemacht zu haben. Manche Firmen haben Kickstarter als ihr Vorbestellungsportal etabliert, manche Spiele sind so erfolgreich, dass sie im Nachgang von großen Verlagen aufgegriffen werden.

Alles in allem ist Kickstarter eine super Gelegenheit.. 

Sowohl für den Designer als auch den Spieler, so lange von beiden Seiten die notwendige Vorsicht geboten wird. Ich muss Schluss machen, es hat geklingelt, vermutlich bringt der Postbote das nächste Kickstarterspiel, das theoretisch schon vor 4 Monaten hätte ausgeliefert werden sollen, aber „delays happen“.

Bis denne.

Der Wöchentliche Blog Roll one – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl. 

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