Haut ‘se! Haut ‘se! Immer auf die Schnauze!“ – Eine Liebesgeschichte mit tragischem Ende -oder-Blood Bowl Team Manager – Das Kartenspiel

Wenn der Titel schon so lang ist, dass er eigentlich auf zwei Artikel aufgeteilt werden sollte…
Heute möchte ich so langsam mal mit Spiele-Reviews anfangen und was würde sich da besser eignen als mein Lieblingsspiel? Eben, nichts. Zum Einstieg gibt’s die kleine Geschichte, die ich an dieser Stelle immer erzähle: Meine erste Begegnung mit Blood Bowl hatte ich auf dem PC und es war furchtbar.
Auch der zweite Versuch Jahre später floppte ganz gewaltig. Ich weiß nicht warum aber irgendwie habe ich dann vom Blood Bowl Kartenspiel erfahren und mich danach umgesehen. Irgendwo hab ich’s dann auch gefunden…für nen 10er, da macht man nich viel kaputt, oder? Also gekauft und gespielt…, und es war noch nicht mal das erste Match durch, da habe ich schon nebenbei per Handy beide Erweiterungen gespielt. So hat mich das Spiel umgehauen.

Wie ihr anhand meiner Liste vielleicht schon ein wenig erahnt habt gehört deckbuilding zu meinen bevorzugten Mechanismen, aber nur wenn noch etwas dabei ist. Ein Dominion-eskes ausspielen und kaufen finde ich ziemlich ermüdend. Blood Bowl hat genau das was ich suche und sogar etwas das mir nicht gefällt ich in dem Fall aber ignorieren kann.

– Es ist ein relativ kurzes Spiel (das ignoriere ich)
kann aber je nach Bedarf durch verschiedene Zusatzregeln aufgeblasen werden (das begrüße ich).
Die zusätzlichen Module stammen aus den beiden Erweiterungen und bringen Spezialbälle, Stadien Fouls und einen Schiedsrichter.
Das Warhammer Setting fand ich schon immer super.
Die zahlreichen Teams spielen sich alle unterschiedlich (und bei meinem späteren Einstieg in das Blood Bowl Tabletop habe ich festgestellt, dass sie die „richtigen“ Teams wirklich gut darstellen)
+Es ist sehr kurzweilig
+Der Deckbau findet auf verschiedenen Ebenen statt.

Ok, das muss ich genauer erklären:

Die Startdecks sind relativ ähnlich, unterscheiden sich aber entgegen normalem Deckbuilder-Start dennoch spürbar. Verändern kann ich meine Karten indem ich als Belohnung neue Spieler hinzufügen kann. Zusätzlich zu diesen Starspielern die direkt das Deck verändern gibt es noch Upgrades die entweder auf einen einzelnen Spieler angewendet werden oder die dem Team helfen. Beides bekommt man nur als Belohnung für gewonnene Zweikämpfe. Es wird also nicht frei eingekauft sondern ich muss mich hocharbeiten.

Auch wird nicht einfach die Leistung der eigenen Kartenhand mit der des Gegenübers verglichen sondern das geschieht durch Area Control: Ich muss die Oberhand haben, dann werde ich belohnt. All das kombiniert sich zu einem erstklassigen Kartenspiel, das genauso variabel und wandelbar ist wie die Spieler mit denen man es spielen kann, denn der Einstieg fällt aufgrund des relativ simplen Regelkorsetts sehr leicht.

Das Material ist in gewohnt hoher Qualität: gravierte Würfel, dicke Pappe, super Artwork.
Lediglich über die Karten kann man meckern. Die Pappe der Karten ist super ABER in bewährter Fantasy Flight Games Manier sind die Karten aus stabilem aber einfachen Cardstock. Ich verstehe nicht warum bei Brettspielen wie „Schlachten von Westeros“, wo die Karten kaum bewegt werden, das hochwertige Leinen-Finish verwendet wird und bei den Kartenspielen, wo man die Karten dauernd in der Hand hat, nicht?
Bei LCGs, ok, da muss viel in kurzer Zeit und billig produziert werden. Aber normalen Spielen die nicht (in dem Ausmaß) erweitert werden? Keine Ahnung, echt.

Sei es wie es ist, das tut dem Spiel nicht weh. Es ist und bleibt ein geniales Spiel, dass ich jederzeit spielen würde.

Und jetzt kommt die Geschichte zu ihrem tragischen Abschluss:

Fantasy Flight Games und Games Workshop haben sich getrennt. Somit stehen die Chancen schlecht, dass das Spiel jemals wieder neu aufgelegt oder zumindest gedruckt wird. Also schnell sein!

Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl. 

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