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Nachdem ich Puzzle-Memo testen durfte habe ich mal ein bisschen den Katalog von den Drei Hasen in der Abendsonne durchgeblättert und eine Seite hat es mir besonders angetan, die mit der

 

Monster Bande von Florian Biege

 

ein Spiel für 2-8 Spieler. Theoretisch gehen da auch mehr, gar kein Problem.

Auch die Altersempfehlung ist, wenn wir ehrlich sind, nur so eine Zahl. Das Spiel kann man auch schon gut mit jüngeren spielen, dazu aber später mehr.

Die Dauer ist mit 25 Minuten angegeben und das kommt in meinen Augen auch gut hin. Unsere Testpartien haben, je nachdem ob man einen Lauf oder ein Brett vor dem Kopf hat, zwischen 15 und 30 Minuten gedauert.

Die 19,90€ die die Hasen dafür aufrufen sind es in meinen Augen absolut wert. Warum? Erfahrt ihr jetzt.

 

Als Kind der 80er kenne ich das Spielprinzip schon so ÄHNLICH. Damals hieß es Monster Mix von Parker Brothers und man hatte einen kleinen Automaten, ähnlich wie ne Slotmachine, und der hat auf drehenden Walzen das Monster angezeigt, das man mit seiner Hand-am-Stock-mit-nem-Saugnapf-Ding aufsammeln musste. Heute gibt es das von Schmidt Spiele unter dem Namen Monsterjäger. Ich hatte damals als kleiner Schnizzl meine helle Freude mit dem Spiel…

 

…das Problem ist, das macht es jetzt für die Monster Bande nicht leichter. Denn gegen Nostalgie und Kindheitserinnerungen kommt man eigentlich nie an, oder? Na, unterschätzt mal nicht die Hasen…

 

Was machen wir in dem Spiel, das 2019 auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres war?

Quasi spielen wir Monster Mix/Monsterjäger, aber in der fortgeschrittenen Variante (und auch mit besserem Material).

Wir haben zwei Kartenstapel, der eine wird offen ausgebreitet, der andere verdeckt abgelegt. Danach teilen wir die Spieler in zwei oder mehrere Teams auf, ein Spieler des Teams wirft die beiden Würfel und zieht eine der verdeckten Karten.

Jetzt muss dieser Spieler innerhalb von einer Minute (Die beiliegende Sanduhr ist unerbittlich), ähnlich wie bei Tabu, das Monster auf der Karte beschreiben OHNE die auf den Würfeln abgebildeten Merkmale zu erwähnen. Wenn die Mitspieler das Monster richtig erraten haben wird es schnell eingesammelt und die nächste Karte gezogen und so weiter bis die Minute abgelaufen ist. Danach ist das nächste Team dran.

Wenn alle Monster eingesammelt wurden endet das Spiel und wer mehr Monster hat gewinnt.

 

Ein schnelles kleines Spiel, mit Hektik und Gaudi. Gleichzeitig aber auch die perfekte Übung für Kinder um selektive Wahrnehmung oder Redegewandtheit zu schulen. Was kann ich ausblenden? Was sind die wichtigen Infos die ich weitergeben muss? Wie kann ich schnell die benötigten Informationen übermitteln? Gut, ich bin kein Entwicklungspsychologe, aber ich bin mir sicher die sehen das genauso.

Natürlich ist das Spiel vom Material und der Gestaltung wieder top. Da geht der Verlag keine Kompromisse ein.

Die Bilder sind deutlich aber unauffällig genug damit man auch wirklich suchen muss. Die verwendeten Farben finde ich richtig gut.

 

…aber, und nach meiner Review zu Puzzle-Memo darf ich das jetzt behaupten, es wäre kein „Drei Hasen in der Abendsonne“-Spiel wenn es nicht noch mehr könnte als ich euch bis jetzt erzählt habe. Denn das Spiel ist sehr wandelbar und da kommen wir jetzt, wie versprochen, zu der Altersangabe.

Man kann die Karten des Spiels auch einfach wie ein Memory aufbauen und nutzen. Ich weiß nicht, ab wann kann man Memory spielen? Sehr früh jedenfalls…

Die nächste Stufe wäre dann, dass man nur einen der beiden Würfel benutzt, oder dann alternativ die Variante für die älteren Ü7 quasi, man beschreibt NUR das was man würfelt und zählt dann die Fehlversuche oder so ähnlich.

Das schöne ist, man kann diese Erleichterungen für die Jungen oder die Handicaps für die Alten ganz einfach in den Spielverlauf einbauen und so alle gemeinsam um den Tisch das gleiche Spiel mit individuellen Herausforderungen spielen.

Auch für zwei und drei Spieler liegen Regelvarianten bei die sich erstaunlich gut spielen lassen. Vor allem die 3-Spieler Variante finde ich erstaunlich vielseitig einsetzbar. Dafür muss man nicht nur zu 3. sein.

 

Also ganz ehrlich? Ich war wieder Kind und hab vor meinem imaginären Auge gesehen wie ich auf dem Teppichboden sitze und die Monster suche und platt haue. Monster Bande funktioniert zwar ein bisschen anders als das Spiel meiner Kindheit, ist für mich aber aus den oben genannten Gründen das bessere Spiel. Es ist vielseitiger, hochwertiger, anspruchsvoller und kann einfach mehr.

Nichts desto trotz erweckt es in mir das gleiche Spielgefühl, die wohlige Erinnerung an meine Kindheit. Und was kann ich mir mehr von einem Spiel wünschen als wieder Kind zu sein, und für die Familien unter uns, mit unseren Kindern den gleichen Spaß auf Augenhöhe zu erleben?

Alternativ kann ich mir einen Einsatz im Kindergarten oder in der kindlichen Spracherziehung, bei einem Logopäden, sehr gut vorstellen.

 

Danke, „Drei Hasen“, danke, dass ich das erleben durfte.

 

Kleiner Epilog:

So sehr ich das Spiel und das Gefühl, dass es in mir weckt, feiere möchte ich dennoch drauf hinweisen, dass die Zielgruppe für dieses Spiel Kinder und Familien sind. Ich würde es also nicht dem Vielspieler für seinen wöchentlichen Spieleabend empfehlen, aber eben genau für die angestrebte Zielgruppe ist es perfekt.

 

Und mit diesen Worten verabschiede ich mich bis zum nächsten Mal und schwelge noch ein wenig in Erinnerungen.

Bis zum nächsten Mal,

euer Kindheits-Schnizzl

 

(Ich danke den Drei Hasen in der Abendsonne für dieses Rezensionsexemplar)

 

 

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl

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