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Juli 14, 2020

Defense Grid

Wenn aus einem PC Spiel ein Brettspiel wird bin ich normalerweise skeptisch, denn ich habe noch nie eine richtig gute Umsetzung gesehen.

Zumindest nichts was mich länger bei der Stange gehalten hätte…

 

Ich bin ein großer Fan von Tower Defense Spielen, sowohl on- als auf offline hatte ich immer eine große Freude mit den Spielen. Nur leider habe ich offline nie eine richtig gute Umsetzung gefunden. Klar gibt es gute Spiele die mit Tower Defense Ideen und Mechaniken arbeiten, aber oft fehlt es am Spielgefühl. Mal habe ich nur Einheiten zum Verteidigen, mal kommen die Gegner nicht auf vorgegebenen Pfaden… Ihr seht worauf ich hinaus möchte?

 

Eine 100%ige Umsetzung von TD habe ich so noch nicht gesehen: Co-Op, festgelegte Pfade, NUR TÜRME

 

Defense Grid – The Board Game

 

…hatte eine sehr erfolgreiche Kickstarter-Kampagne und hat all das versprochen. Leider war es recht teuer und das Geld war mir die nächste Enttäuschung und Anhäufung von leeren Versprechen nicht wert. Jetzt hatte ich um Weihnachten die Chance das Spiel für sehr günstig mal zu testen und ich bin begeistert.

 

Obwohl auch hier wieder kleine „Ungereimheiten“ mit dem klassischen TD vorliegen kommt es dem doch am nächsten:

 

Der Spielablauf stimmt nicht ganz. Bei Defense Grid rennen die Gegner zur Basis, sammeln dort ein Kern-Teil ein und rennen wieder raus. Sprich wir haben eine zweite Chance sie aufzuhalten. Dies wird aber dadurch relativiert, dass die Reichweiten auch bedingt durch eine Sichtlinienregel relativ eingeschränkt sind bzw. die Gegner ziemlich zügig unterwegs sind.

 

Entwicklung und Deckbau. Bei einem TD? Jupp.

Es gibt 6 verschiedene „Spielertypen“ die sich durch ein eigenes Deck mit individueller Zusammenstellung unterscheiden. Dieses Deck steuert im Endeffekt die Spieleraktionen. Bauen, upgraden, verkaufen kann man jederzeit, aber Türme aktivieren und Spezialaktionen nutzen, dafür braucht man die Karten und je Charakter kann man mal mehr austeilen und mal mehr unterstützen usw.

Wenn man jetzt alle Szenarien als Kampagne spielt bekommt man nach jeder Mission Erfahrungspunkte mit denen man wiederum den eigenen Charakter weiterentwickeln kann. Das verspricht echt ne Menge Spaß. Vor allem, da man bei Tower Defense eh nicht so mit Varianz verwöhnt ist. Da wurde früher schon stundenlang die selbe Map gespielt… Jedenfalls sehe ich da durch die verschiedenen Decks hohes Wiederspielpotential.

 

Das Material ist super. Wir haben eine riesen Schachtel, vergleichbar mit der Scythe Legacy Collectors Bigbox (weiß grad nicht genau wie die heißt), die ist aber gestopft voll. Auf verschiedenen Trays haben wir unsere ganzen Einzelteile, alles ist sehr platzsparend angeordnet.

Die Würfel könnten schöner aussehen, sind aber qualitativ top, die Tokens sind mega, die Karten haben linen finish und man bekommt sogar gleich ein paar Hüllen mit, damit man mit dry-erase-Markern den Fortschritt auf speziellen Karten markieren kann. Die Spielfeldteile sind aus dicker stabiler Pappe, alles gut.

 

Normalerweise bin ich schon eher der Miniaturenfan. Kommt natürlich wieder auf’s Spiel an, aber generell tendiere ich schon eher zu Miniaturen.

Hier haben wir Standees und ich bin absolut zufrieden damit, warum? Weil die Standfüße zwei Stäbe haben auf denen Lebenspunkte und ähnliche Tokens in Form von kleinen Würfeln einfach aufgesteckt werden können. Sprich alles ist übersichtlich und aufgeräumt. Mega. Da sehe ich auch über das schlechte Artwork von den Gegner-Aufstellern hinweg.

Ich frage mich aber, warum man es nicht wie bei den Türmen gemacht hat…die wurden nämlich als Miniaturen mit einer größeren Base auch mit so nem Spieß versehen. Wär bei den Gegnern auch gegangen. Egal.

 

Zum Spielverlauf selbst gibt es nicht so viel zu sagen.

Wir bauen Türme, die knallen die Gegner ab, wir kriegen Geld, bauen mehr Türme, die mehr Gegner abknallen. Rinse repreat.

 

Langer Eintrag kurzer Sinn: Wer Bock auf Tower Defense hat, der sollte zu Defense Grid greifen. Ich bin oft enttäuscht worden aber Defense Grid hat mein gebrochenes TD-Herz wieder gekittet. Wenn’s doch nur a bissl schöner wär…

 

 

 

 

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl