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November 30, 2020

Fortress Europa Designer Edition – Compass Games

Prinzipiell bin ich ja mehr der Fan von taktischen cosims, aber irgendwie braucht man doch für jede große Front irgendwie mal ein Spiel, oder?

Ich hab mich also auf die Suche nach einem „Normandy to Berlin“-style Spiel gemacht wo man von der Landung in der Normandie bis zur Kapitulation Deutschlands die gesamte Westfront nachspielen kann.

Meine anderen Kriterien waren:

-spielbar, also kein Monster game mit 3295693826 Countern und einer Map für die nicht mal mein Garten reichen würde

-bezahlbar, also kein super seltenes Spiele à la DAK 2 (geht für 400€+ weg)

-bitte auch etwas das ich noch nicht kenne (am liebsten hätte ich ja aus jeder großen und empfehlenswerten Reihe je eines)

-wenn es irgendetwas besonderes kann wäre das natürlich auch hilfreich

Witzigerweise hat die Suche gar nicht so lange gedauert, denn ich bin recht schnell auf Fortress Europa von Compass Games gestoßen und dran hängen geblieben. (Wenn ich mir mal meine Vorbestellungen so anschaue, dann ist Compass aktuell ganz nah dran an GMT, wenn nicht sogar schon auf der Überholspur.)

Ich habe mich dann auch aus zwei Gründen für Fortress Europa entschieden: Lufthoheit und D-Day.

Die meisten Cosims beschränken sich auf eine Sache und machen die dann entsprechend gut. Nur selten wird mal sieht man mal ein vernünftiges System um Luftkampf mit Bodentruppen zu vereinen. Hier ist das wunderbar gelungen. Zu Beginn der Runde muss sich der Alliierte entscheiden auf welche Missionen er seine Jäger und Bomber verteilt: Luftunterstützung, Schienen- und/oder Brückenbombardements, Flächenbombardements, feindliche Jäger abfangen, Nachschub sicher usw.

Der Achsenspieler muss seine wenigen Flugzeuge die er in einem Monat zur Verfügung hat mit Bedacht dagegen stellen. Was ist wichtig, auf was kann oder muss ich verzichten? Was verteidige ich in welcher Stärke? Muss ich all-in gehen oder kann ich mir noch ein paar Flugzeuge aufheben?

Anhand dieses Minispiels entscheidet sich schon sehr viel für den Verlauf der nächsten Runde. Das macht ordentlich Laune.

Das zweite was mir auf dem Papier sehr gefallen hat war die Planung des D-Day. Die Invasion kann an (ich glaube) 5 verschiedenen Stellen stattfinden. Spielt man eines der kürzeren Szenarien kommt jede Landezone mit ihrem eigenen Missionsziel. Das wiederum verlangt eine ordentliche Planung bei den Achsenmächten, denn selbst nach der Landung können die Einheiten nicht frei bewegt werden sondern werden, nach historischem Vorbild, durch fragwürdige Befehle erstmal zurück gehalten.

In meiner ersten Partie mussten wir erstmal auf die harte Tour lernen wie wichtig die Eisenbahnstrecken für beide Seiten sind. Die Alliierten müssen zwingend diese Nachschublinien unter Kontrolle halten damit die Achsenmächte nicht darüber ihre stärksten Einheiten zum Invasionspunkt bringen können. Dies hat zu einer schnell erstickten Invasion über das Mittelmeer geführt, da sich die Alliierten plötzlich großen und starken Panzerverbänden gegenüber gesehen haben.

Für mich hat Fortress Europa genau das erfüllt was ich mir erhofft habe. Zusätzlich dazu ist es relativ einfach erklärt und der Spielablauf geht auch ziemlich flott.

Ich hoffe jedenfalls noch die eine oder andere Landungsstrategie testen zu können.

 

 

 

 

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl