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August 2, 2021

Libertalia von Marabunta

Shanty-Time auf Geekeriki.tv. Singt alle mit:

„Es gibt nur Wasser Wasser Wasser überall und wir haben nichts zu trinken.“

 

Bei vielen Spielern kommt irgendwann mal der Moment wo man sich entschließt sich von einem Spiel zu trennen. Weil es einem nicht (mehr) gefällt, weil man durch damit ist, weil man keine Spieler oder Gelegenheiten dafür findet, weil man ein gutes Angebot bekommen hat, weil eine Neuauflage erscheint usw. Die Gründe sind gar mannigfaltig.

Des öfteren wird diese Entscheidung von einem Moment der Reue verfolgt. Eigentlich war’s doch ganz cool oder jetzt könnte ich es mal wieder spielen… auch hier finden sich viele Gründe.

 

Eines der Spiele bei denen ich den Verkauf schmerzlich bereut habe ist

 

Libertalia von Marabunta

 

So sehr, dass ich irgendwann wieder zugeschlagen und mir das Spiel erneut gekauft habe.

 

Bei Libertalia hat jeder Spieler eine Piratencrew bestehend aus 9 Karten auf der Hand, jeder die gleichen. Während der kommenden 6 Runden wird jeweils verdeckt eine der Karten abgelegt. Wenn sich alle Spieler für eine Karte entschieden haben wird aufgedeckt und die Karten werden nach ihren Zahlenwerten sortiert.

Beginnend mit der kleinsten Karte werden nun nacheinander die Effekte abgehandelt. Wer dann noch übrig ist darf sich, beginnend bei der größten Karte einen Schatz aussuchen. Diese Schätze können gut oder schlecht oder auch je nach Situation gut oder schlecht sein.

Wenn diese 6 Runden gespielt sind passieren die so genannten Hafeneffekte und danach wird erstmals abgerechnet:

Wer hat wie viele Schätze erbeutet? Welche Spezialfähigkeiten wurden oder werden getriggert?

 

Danach bekommt jeder Spieler 6 Karten, wieder die gleichen wie alle anderen und hat somit mit den 3 übrig behaltenen eine andere Ausgangshand als die Mitspieler.

So bluffen, prügeln und plündern wir uns durch 3 Spielrunden und wer am Ende die Dublonen (sprich: „Dabluuhns“) besitzt gewinnt.

 

Der Clou bei dem Spiel ist einfach das Zusammenspiel aus allem. Das Spiel ist so simpel und in 5 Minuten erklärt.

Aber durch die Kombination an Crew-, Schatz- und Hafen-Effekten ergibt sich ein richtig spannender Spielverlauf. Wer spielt welche Karte wann? Welchen Effekt bekommt derjenige dann? Und welchen Schatz? Überleben die wichtigen Karten bis zum Ende?

Und dadurch, dass jeder andere Karten zurückbehält geht das Rätselraten und Planen von Runde zu Runde neu los. Kann man sich merken was die anderen noch hatten? Oder verliere ich im schlimmsten Fall eine, für meine Strategie essentielle, Karte an den Schläger den ich vergessen habe?

 

Für mich ist Libertalia ein super Spiel, das ich jederzeit gerne spiele. Artwork und Material sind top. Es sind so viele verschiedene Karten enthalten, dass für Varianz gesorgt ist. Lediglich die Schachtel ist etwas groß für das was drin ist. Da hätte auch eine kleinere Schachtel mit einem weniger opulenten Inlay gereicht. Stattdessen hätte man ein paar mehr Schatztokens beilegen können. Bei denen hätte ein bisschen mehr Abwechslung nämlich nicht geschadet.

 

Wer sich jetzt drüber ärgert, dass der Depp schon wieder über ein Spiel schreibt das out of print ist und mittlerweile echt teuer weggeht, dem sei gesagt:

„Gräme dich nicht unbekannter und dennoch zurecht aufgebrachter Leser.“

Momentan gehen Gerüchte um, dass Stonemaier Games eine Neuauflage herausbringen wird. Aktuell soll es noch den Codenamen Sail tragen.

Lassen wir uns überraschen. Ich wäre schon mit einer Erweiterung zufrieden, die zur alten Ausgabe passt und einfach nur neue/andere Schatztokens hat. Na gut, vielleicht auch Karten. Aber eigentlich würden mir die Schätze reichen.

 

Und weiter:

„Wir brauchen Rum Rum Rum sonst verdursten wir.“

 

 

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl