30Mai/18

Roll One – A Board Game Story

Mit unserem heutigen Spiel bin ich das erste Mal in Berührung gekommen als ich am Schaufenster des Nürnberger Ultra Comix vorbeigeschlendert bin.

Da stand es…

Relativ imposant aufgebaut, viele große Hexfelder, Miniaturen, ne große Box, Spielertafeln mit Holzwürfeln und Beutel. Kannte ich Quarriors zu dem Zeitpunkt schon? Puh, weiß ich jetzt gar nicht. Jedenfalls war das was ich gesehen habe irgendwie eine ungewöhnliche Kombination.  Also ab nach Hause.

boardgamegeek.com

Hyperborea

Heute sitze ich hier und schreibe über die Nummer 9 meiner Lieblingsspiele.
Das Hyboreanische Zeitalter wurde von Robert E. Howard erdacht, datiert und benannt.Es handelt sich um die Zeit zwischen dem Untergang von Atlantis und dem Beginn antiker Geschichtsschreibung, ist auf dem Urkontinent angesiedelt aus dem sich Europa und Afrika gebildet haben und dient einem Mann als Heimat, einem Wanderer, einem Dieb, einem König: Conan.

So schön meine Einleitung jetzt auch war, war es doch gleichzeitig auch mehr als man im Spiel davon erfährt. Das Spiel ist dort angesiedelt, der Name daran angelehnt, das war’s. Keine der Spielerfraktionen liefert in ihrer Beschreibung auch nur die kleinste Andeutung. Druff jeschisse.

Das Material ist gut gemacht, nichts außergewöhnliches aber alles trotzdem guter Durchschnitt. Nur muss man wieder mal an den Karten bemängeln, dass die nicht sonderlich stabil sind. Na egal, hier ist schließlich nichts geheim.

Besonderheiten? Nichts weltbewegendes aber irgendwie ja schon.

4X, Zivilisationsaufbau, Bagbuilding, Fog of War, Area Control – klingt nach ner epischen Kombination. UND eine Spielzeit von 25 min pro Spieler. Hyperborea trommelt ganz schön und liefert aber auch ab. Wir starten das Spiel mit einer verdeckten Karte die je wir Feld für Feld erst erkunden müssen. Beim Betreten des Nachbarfeldes offenbart sich welches Gelände uns dort erwartet und ob wir Städte oder Ruinen erkunden können. Alles natürlich gut bewacht von Phantomen der Vergangenheit.
Ein Geist der die Wüste bewacht? Naja, wir haben ja schon festgestellt, dass das Spiel thematisch jetzt nicht der große Wurf ist. Muss man drüber wegsehen.

Jedenfalls erkunden wir so die Karte, die Ruinen, nutzen Städte zu unserem Vorteil, sammeln Siegpunkte, kontrollieren Gebiete, kämpfen gegen Geister und Gegner. All das um dem großen Ziel näher zu kommen. Derer haben wir gleich mehrere. Es geht nicht um eine einzelne Siegbedingung sondern es geht darum, je nach gewünschter Spieldauer, eine bis drei zu erfüllen. Sobald die durch sind ist es auch das Spiel.
Nach kurzer Kalkulation gewinnt der mit den meisten Punkten. Öde, aber naja… ich sag nur Thema.
Das große Novum am Spiel ist die Kombination aus Bagbuilding und Fraktionstafel.
Bagbuilding: Man schmeißt Würfel Tokens whatever in einen Beutel und zieht dann blind eine gewisse Anzahl die dann gleichzeitig die möglichen Aktionen der Runde bestimmt. Kennt man aus Orleans.
Man könnte es aber auch Hyperborea zuschreiben. Die beiden Spiele kamen so knapp hintereinander raus, dass sie unabhängig voneinander das gleiche Prinzip begründet haben.

Hier ziehe ich bunte Würfel die mir als Aktionsbestandteile dienen.
Jeder der drei gezogenen Würfel wird auf Aktionsfelder gesetzt und sobald eins dieser Sets vollständig ist wird die Aktion getriggert. Ist der Beutel leer wird das Brett gesäubert und der Spaß beginnt von vorne.
Man muss also immer ein wenig spekulieren: Welcher Würfel wo und wann? Mit der Zeit wird der Beutel auch immer voller, da man über sechs verschiedene Entwicklungsleisten neue Würfel erarbeiten kann. Um diese auch unterzubringen kann man sich neue Technologien in Form von Karten erforschen, die dann wiederum mit neuen (z.T. auch komplexeren) Aktionsfeldern aufwarten.

Damit sich die Fraktionen nicht nur durch die Modelle und die Entwicklung im Spiel unterscheiden gibt es noch individuelle Spielerfähigkeiten. Alles zusammen ergibt etwas größeres als die Summe seiner Mechaniken, ein sehr empfehlenswertes, variables und kurzweiliges Spiel, das leider bei uns nicht die Bekanntheit erlangt hat, die es verdient hat.
Das liegt meiner Meinung nach daran, dass in Deutschland (gefühlt immer noch ein Eurogame-Land) ein Orleans einfach als ansprechender wahrgenommen wird als ein Hyperborea das auf seiner Schachtel das mega Ameritrashbündel verspricht, aber unter dem Deckel genauso Euro ist wie das andere.

Auch die Verfügbarkeit spielt vermutlich eine Rolle. Es ist ein italienisches Design und dort relativ bekannt, hier jedoch nicht wirklich verbreitet. Das zeigt sich auch an der Erweiterung, die hauptsächlich in Italien erhältlich war und in viel zu kleiner Stückzahl produziert worden ist. (Anmerkung zu Hyperborea: Light & Shadow: die Erweiterung bietet ein paar wenige Module, die das Grundspiel ein wenig erweitern. Nichts was man unbedingt haben muss.)

So ist es jedenfalls sehr schade, dass das Spiel nicht öfter Erwähnung findet. Bei mir hat es sich den Platz in der Sammlung erkämpft und bisher auch immer gut verteidigt.

Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl . 

23Mai/18

Roll One – A Board Game Story

Das hab ich aber irgenwie cooler in Erinnerung

-oder-

Kindheitserinnerungen die heute Gold wert sind

Mein Plan ist es ja immer ein Spiel mit einem anderen Thema abzuwechseln. Zumindest bis ich mit meinen TOP 10 mal durch bin. Da ich heute aber über ein bestimmtes Spiel sprechen will muss ich mir jetzt ein Thema aus den Fingern saugen unter dessen Schirm ich das machen kann.
So ziemlich jeder von uns hat bestimmt in seiner frühesten Jugend irgendwelche
Spiele gespielt. Sowas wie Tempo kleine Schnecke, Fang den Spitz oder sowas.
Um halt die Kleinen zu beschäftigen…

Mir persönlich ist hier ein ganz bestimmtes im Gedächtnis geblieben, so sehr, dass ich es heute noch habe und mit meinem weiterentwickelten Spiele Geschmack trotzdem noch gerne spiele und es sogar irgendwie echt gut finde.

An einem Kinderfasching in der Fürther Stadthalle hat der kleine Michael am Los-Stand das Spiel „Das letzte Kamel“ gewonnen. „Yaaay!“
Daheim dann gespielt… „Naaay.“
War früher so, ist heute so, die verlosen schon immer nur den Mist.
Ich habe es über die Jahre aufgehoben weil es halt mit dieser Erinnerung verbunden ist.
Vor einem oder zwei Jahren habe ich mir es dann mal wieder angeschaut, weil es zufällig auf die Spielerzahl an dem Abend gepasst hat und … keine Ahnung … die Sterne richtig standen, oder so.

Wir haben hier ein simples Roll-and-Move Spiel, bei dem jeder Spieler ein Kamel verkörpert, das als letzter ins Ziel kommen muss. Da man sich anhand der gewürfelten Farbkombis aber ein oder zwei Kamele raussuchen kann, bleibt geheim wer welcher Kameltreiber ist. Und zack haben wir in dem billigen Kinderspiel von 89‘ ne Deduktionskomponente und treffen voll den Nerv von Werwolf und Co.
Der goldene Stern bewegt ein Kamel beliebiger Farbe, der schwarze ein beliebiges Tier ein Feld zurück und ansonsten wird gemäß der Farbe gezogen.
Ihr müsst also alle anderen nach vorne und euch nach hinten bringen ohne, dass jemand spitz kriegt wer ihr seid.
Ihr könnt sagen was ihr wollt, ich hab echt einen Heidenspaß mit dem Spiel und es kam bisher bei jedem an.
Ehrlich, dieses kleine gammlige Losbuden-Spiel ist besser gealtert als die stellenweise ganz großen Blockbuster.

Lange Rede kurzer Sinn. Wenn ihr noch irgendwelche alten Schätze von früher habt, steckt mal die Nase rein, vielleicht versteckt sich hinter dem verstaubten Äußeren doch euer ganz persönliches emotionales und spielerisches Bernsteinzimmer. Und wer ein vollständiges Heroquest oder Warhammer Quest daheim hat, ist fast schon ein reicher Mann.

Ich mach mich jetzt jedenfalls auf zur nächsten Oase. YALLA YALLA!!

Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl . 

21Mai/18

COMIC REVIEW HELLBLAZER 2 STADT DER IRRLICHTER

In der heutigen Comic Review aus dem DC Rebirth Universum sehen wir uns HELLBLAZER 2 STADT DER IRRLICHTER an.

16Mai/18

COMIC REVIEW VENOMVERSE BAND 1 DIE LIGA DER MONSTER

Betretet das Venomverse! Das große, unglaubliche Venom/Spider-Man-Event startet mit diesem Sonderband und einer Invasion mehrerer Parallelwelten durch außerirdische Symbionten.

16Mai/18

Roll One – A Board Game Story

Die meisten Kickstarter Kampagnen laufen nach dem gleichen Schema ab:

Mega-Hype und Materialschlacht während der Kampagne und dann sind die Publisher damit beschäftigt die ganzen Stretchgoals zu designen (und seltener zu testen), die sie uns versprochen haben, und haben deswegen kaum noch Zeit mit den Backern zu reden.

Die Interaktion beschränkt sich dann auf ein paar wenige Kommentare und seltene Updates.

Roxley Games aus Kanada ist das Paradebeispiel (neben Jamey Stegmeier) wie es besser geht. Bei ihnen gibt es keine Kickstarter Exclusives sondern alles was die Backer bekommen wird ins Spiel übernommen oder ist nur optischer Schnick Schnack.
Ihr zweites Spiel, Steampunk Rally, hatte eine Kampagne sonders gleichen.
Dauernd waren sie nahe bei den Unterstützern und haben auch ein Feuerwerk an Stretch Goals abgebrannt. Diese waren hier aber Dinge wie Materialverbesserungen oder ähnliches, Kleine Anekdote am Rand: Roxley hat den Backern eine Überraschung versprochen und irgendjemand hat geantwortet „Is it a pony?“.
Wie das Internet so ist sprach plötzlich jeder von einem Pony und wir haben das Pony bekommen. Zwar nur als Artwork auf einem Token (der die eigentliche Überraschung sein sollte) aber hey, sie haben zugehört.

Kommen wir zum Spiel.

Jeder von uns schlüpft in die Rolle eines Erfinders um die Jahrhundertwende, z.B. Ada Lovelace oder George Washington Carver, und wir bauen uns in Steampunk-Manier ein sehr viktorianisch-futuristisch anmutendes Gefährt mit dem wir versuchen ein Rennen durch die Alpen zu gewinnen, während uns die Kiste unterm Arsch wieder auseinanderfällt. (Wenn ihr nicht wisst wer die Leute sind oder was sie erfunden haben könnt ihr das einfach im Regelbuch nachlesen)
Die Bauteile für unser Gefährt draften wir uns am Anfang der Runde zusammen mit eventuellen Action Cards. Im Anschluss werden Kohleöfen befeuert, Generatoren angeworfen und Würfel gewürfelt. Streng genommen handelt es sich um eines der so verpönten Roll-and-Move Spiele.

Aber Roll-and-Move ist scheisse! Nein, nicht hier.

Weil wir nicht eine 2 Würfeln und uns 2 Felder bewegen. Stattdessen würfeln wir alle Würfel die wir uns entweder erdraftet oder durch Effekte unserer Maschine erzeugt haben und aktivieren mit denen wiederum die Maschine. So kann es zum Beispiel sein, dass uns eine einzige 4 ebenso viele Felder bewegt, dabei aber unserer Maschine auch 2 Schadenspunkte verursacht oder wir mit 3 Sechsern gerade einmal 4 Felder weit kommen, dafür aber die Gefahren der Strecke ignorieren. Ein weiterer Kniff ist, dass die Würfel auf der Maschine liegen bleiben und die Aktionsfelder blockieren bis wir sie mühsam wieder entfernt haben.
Und so stehen wir vor dem Problem, dass uns hohe Zahlen im Normalfall mehr bringen bzw flexibler sind, niedrigere aber für einen viel geringeren Aufwand wieder entfernt werden können. Wer jetzt aber ein ellenlanges Ding erwartet bei dem man stundenlang zusieht wie der andere seine Maschine durchrechnet wird enttäuscht, denn alle Spieler spielen gleichzeitig und so hält sich die Spieldauer in Grenzen und sorgt für einen flotten Verlauf, passend zum Rennspiel.

Klingt abgefahren (haha), ist es auch.

Das Material ist einfach super. Sehr hochwertige Karten und Tokens. Auch die kleinen Würfel sind gut gewählt. Das Artwork ist einfach nur genial. Jeder Erfinder besteht aus zwei Karten, einem Cockpit und einer Karte die die Erfindung dessen symbolisiert. Diese sind sehr gewissenhaft recherchiert und gut designed.
Alles natürlich im Steampunk-Stil. Es gibt sogar ein paar herrlich „spezielle“ Promos, z.B. Doc Brown im DeLorean.

Randbemerkung: Ich bin kein Freund von durchsichtigen Würfeln. Es ist einfach immer das gleiche, dass die über den Tisch bei nicht unbedingt optimaler Beleuchtung schlecht zu erkennen sind. Hier aber hat Roxley es geschafft Würfel beizulegen (als Kickstarter Stretch Goal) die trotz des Materials gut zu lesen sind und auch noch sehr geil aussehen. Die Farbnuancen die hier verwendet wurden passen einfach hervorragend zu den immateriellen Dingen die sie repräsentieren: Hitze, Dampf, Elektrizität.
Steampunk Rally hat sich sofort in mein Herz gebohrt (Das ist voll witzig, denn im Spiel gibt es einen Bohrer, den man anbauen kann. Hahaha… Hah… Ha… Hmmm) und ich lege es wirklich jedem Nahe sich dieses Chaos einmal anzuschauen.

…und eine Erweiterung ist auch in Arbeit.

Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl . 

13Mai/18

COMIC REVIEW HELLBLAZER REBIRTH BAND 1 DIE GIFTIGE WAHRHEIT

In der Heutigen COMIC REVIEW geht es um HELLBLAZER REBIRTH BAND 1 DIE GIFTIGE WAHRHEIT.
Im ersten Band seiner neuen Serie trifft der Okkultist John Constantine viele alte Weggefährten, die alle einen Grund haben, ihn zu hassen: Seinen besten Kumpel Chas. Den allsehenden Map. Das junge Medium Mercury. Und das Sumpfding Swamp Thing. Wer Constantine kennt, weiß, dass vor allem die Seelen seiner wenigen verbliebenen Freunde in Gefahr sind, wenn er es mit seinen dämonischen Gegnern aufnimmt …
Constantine und Swamp Thing
Düsterer Antihelden-Horror