Meine Warhammer 40K Zeiten sind vorbei .. 

 

Es gab vieles was mich frustriert hat, aber hauptsächlich war es die Tatsache, dass durch neue Kodizes ständig neue Regeln für andere Fraktionen kamen, meine Adeptus Sororitas aber schon mehrere Jahre auf dem Buckel hatten und als dann ein neues Regelwerk für die Mädels kam, handelte es sich um eine zwei-teilige Heftbeilage… wtf?

Und schlechter als vorher waren die neuen Werte auch noch. GZ.

So habe ich mich vom Tabletop abgewandt. Allerdings habe und hatte ich immer noch Bock auf was derartiges. Mein Weg führte mich letztendlich in eine nicht ganz so ferne Zukunft, in das Battletech-Universum.

Battletech

Was hat BT das WH40K nicht hat bzw. was macht es richtig und das andere falsch?

WH simuliert Kämpfe zwischen riesigen Armeen…
In BT ist einer der Mechs an sich schon eine ganze Armee wert. Nein, Spaß beiseite, aber bei BT kommt man statt 40+ Minis mit 4 – 16 aus. Mehr braucht man nicht.
WH bringt alle Schiss lang ein neues Grundregelbuch heraus, was natürlich auch wieder neue Fraktionsregelbücher bedingt.

BT kommt seit Veröffentlichung mit dem annähernd gleichen Regelwerk aus. Aktuell Reicht da ein einziges Buch dafür. Wer es komplexer mag, kann sich ein Buch für Kampagnen kaufen oder eines für die freie Konstruktion des eigenen Mechs…
Aber das grundsätzliche beschränkt sich auf ein Buch. (Wer es nicht so umfangreich möchte, kann sich auch ne Starterbox kaufen und auf ewig mit den dort verwendeten „Starterregeln“ spielen – was im Endeffekt das gleiche ist nur auf’s Wesentliche reduziert)

Bei WH braucht man gefühlt irgendwie alles. Fußtruppen, Fahrzeuge…ansonsten leidet das Balancing mitunter stark.
Bei BT reichen die Mechs, wer will kann Fahrzeuge oder Flugzeuge oder Fußtruppen dazunehmen. Der Gegner muss sich daran aber nicht wirklich anpassen. Der kann so spielen wie er will. Eventuell braucht er vielleicht ein bisschen andere Waffen, aber nur weil einer nen Panzer hinstellt braucht der andere nicht auch einen.

WH basiert auf Sichtlinien und Maßband gefummel.

BT basiert auf Hexfeldern kann das andere aber auch.

Wie ihr seht und vielleicht auch schon rauslesen könnt ist Battletech in meinen Augen das bessere…also zumindest für mich. Was es für mich auch sehr sympathisch macht sind die Mechs. Man hat verschiedene Trefferzonen, kann einzelne Systeme des Gegners ausknipsen, Die Wärmeentwicklung ist ein wichtiger Faktor…

…und alles mit sehr einfachen Regeln.

Für alle die so richtig bis über den Kopf eintauchen können bietet das Battletech Universum auch zahllose Romane, Quellenbände, spielbare Epochen.

Der einzige Nachteil in meinen Augen ist, dass man dem Spiel sein Alter anmerkt. Zum einen kann man relativ leicht durch die Fülle der verfügbaren Bücher eingeschüchtert werden, zumal auch nicht 100%ig klar gekennzeichnet ist was man wofür braucht.

Zum anderen ist das Spieltempo relativ gering und die Spieldauer relativ hoch. Es muss vieles geplant werden. Wer läuft wo hin, welches Sichtfeld, welche Deckung, wer schießt auf was, mit welcher Waffe, was sind eventuelle Modifikatoren, wird getroffen, wo, wie stark, was geht kaputt, was bleibt an Hitze, welche Einschränkungen hat das…

Allerdings muss ich sagen, dass die Spieldauer nicht unbedingt linear zur Zahl der verwendeten Mechs steigt. Sondern sie ist von Grund auf relativ hoch… so dass man trotz weniger Einheiten auch wieder bei der Spielzeit eines WH40k landet.

Für mich jedenfalls macht Battletech vieles richtig und so gut wie gar nix falsch und ist mein Go-To-Tabletop geworden.

Falls jemand jetzt Bock hat einzusteigen: Im Lauf des Jahres kommt ein neues Starterset raus mit schöneren Miniaturen und einem Regelwerk, dass sich nur auf die Mechs spezialisiert. Wer aber auch Fahrzeuge und Infanterie und planetare Landung usw. spielen will der kann getrost zum „Total Warfare“ greifen.

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl