Spielst du wieder mit deinen Puppen?

-Das sind Actionfiguren. KEINE PUPPEN!

-oder-

Die wunderbare Welt der Tabletops

Die ersten modernen Lifestyle Spiele waren nach Schach und vor Magic The Gathering wohl Tabletop Spiele.
Ihre Wurzeln haben sie im Preußen des 19. Jahrhunderts und über kleine Plastiksoldaten die jeder heutzutage noch von den Spielzeugständen auf Kirchweihen und Volksfesten kennt kommen wir zu den hochgradig detaillierten Miniaturen aus Plastik, Kunstharz oder Metall der Neuzeit.

Tabletop oder Miniature Wargaming ist ein eigenes Hobby für sich.

Über das „einfache“ Spiel hinaus kann man sich hier beim individuellen Zusammenbau der Miniaturen oder deren Bemalung austoben. Bei den meisten Systemen finden auch verschiedene Geländeteile Verwendung die meist auch selbst gebaut und bemalt werden.

Das alleine ist schon derart zeit- und kostenintensiv, dass bei vielen Spielern tabletop gaming das vordergründige Hobby darstellt und es sich auch zahlreiche Firmen zur Aufgabe gemacht haben eben diese mit den entsprechenden Materialien zu versorgen, von Rohstoffen wie Schaumstoff oder Holz über Farben und Pinsel zu künstlichem Gras und und und. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Doch was macht man mit dem ganzen Kram wenn man alles zusammengebaut und bemalt hat?
Oftmals landen die Figuren wie kleine Trophäen in Vitrinen, was ich, wenn man manche Künstler an Plastik und Pinsel sieht, durchaus nachvollziehen kann. Mich überkommt sehr oft der Neid, wenn ich bemalte KD:M Sets sehe…

Aber es wird natürlich auch mit den Figuren gespielt, oftmals werden auch Turniere ausgetragen die sich dann mehr oder minder strengen Reglements unterwerfen müssen, wie z.B. das gerne genommene WYSIWYG What You See Is What You Get.

Zu Deutsch: Wenn dein Soldat einen Granatwerfer benutzen soll, dann muss die Miniatur diesen auch in der Hand haben.

Mir persönlich ist so eine Regelung zuwider aber das liegt vermutlich an meiner Faulheit, dass ich nicht 3293265 Minis, für jede mögliche Konstellation am besten gleich mehrere, haben will. Zu diesen Turnierregeln kommen dann noch die eigentlichen Regeln des Spiels hinzu. Meist erscheinen die losgelöst von den individuellen Starterboxen oder Einheitenpacks in dicken Büchern, die regelmäßig natürlich überarbeitet und angepasst
neu aufgelegt werden, was wiederum auch zu neuen Einheiten führt.

Ihr seht schon, einmal angefangen ist die Spirale nicht aufzuhalten. Eines haben die meisten aber gemein. Individuelle Bewegung der Miniaturen unabhängig von einem gedruckten Spielplan und irgendeine Sichtlinien Regel. Für mich hat der erste oftmals den Spaß gekillt und das zweite viel Kopfschütteln hervorgerufen.

Man muss aber auch sagen, dass die Welt des Tabletop sehr mannigfaltig ist: Von Sportspielen wie Blood Bowl oder Guildball über Napoleonische Regimenter zu Weltraumschlachten bei Battletech oder Warhammer 40K (Den Rechtschreibfehler finde ich so super, den behalte ich.) Das gleiche gilt natürlich für geschichtliches, fantastisches oder Science Fiction. Alles hat seinen Platz.

Für mich ist Tabletop Wargaming eine gelungene Abwechslung und wie ich letzte Woche geschrieben habe, habe ich mein Wunschsystem in Battletech gefunden. Man kann sich so richtig reinarbeiten…

…allerdings braucht man natürlich auch erst jemanden der bereit ist auch in diesen Hasenbau hinab zu steigen. So, jetzt muss ich aber zurück an den Tisch, denn ich glaube mein Gegner hat seinen Space Marine zu weit bewegt…ansonsten hätte der doch gar keine Sichtline von da…oder?

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl