Heute mal eine Folge aus der Kategorie: Mechaniken und deren Mechaniker

Seit „Säulen der Erde“ bedient sich gefühlt jedes zweite Spiel einer Variation von Action Selection, dem so genannten Worker Placement.
Moment, ich dachte das ist das gleiche…oder was anders…ich bin verwirrt.
Worker Placement ist der Dackel, Action Selection der Hund. Jeder Dackel ist ein Hund, aber nicht jeder Hund ein Dackel.

Aber fangen wir mal vorne an. Bei Action Selection wählt jeder Spieler entweder durch Auslegen einer verdeckten Karte oder durch setzen eines Spielsteins (worker placement) aus was er machen möchte. Manchmal passiert dies gleichzeitig wobei dann bei gleicher Auswahl entweder die Aktion aus dem Verkehr gezogen oder verändert wird (z.B. aufteilen der Belohnung) oder aber nacheinander wo dann bereits besetzte Felder nicht mehr verfügbar sind oder aber erst freigekauft werden müssen.

Ihr merkt schon, je nach Ausgestaltung, kann hier dennoch ein gewisser Kampf um die Startspielerrolle entbrennen oder aber der Mindfuck hält Einzug, wenn es ums bluffen und double-bluffen geht: Ich weiß, dass du weißt, dass ich da hin will, aber vielleicht kann ich vorher noch das und dann hiervon ablenken…

Simpel wie elegant findet man Worker Placement fast überall. Aber, der Fortschritt ist überall und somit hat sich auch worker placement verändert. Es gibt mittlerweile auch Spiele bei denen nicht nur das Platzieren sondern auch das Einsammeln eine wichtige Rolle spielt. Welchen Arbeiter hole ich mir wann zurück? Bei Spielen die auf diese Variation setzen ist das zurückholen der Arbeiter die einzige Aktion die man in seinem Zug dann macht, daher muss gut getimed werden wann ich quasi eine Runde aussetzen möchte bzw. wie lange ich es hinauszögern kann.

Bei Manhattan Project blockieren die gesetzten Arbeiter die entsprechenden Felder die ansonsten auch vom Gegner benutzt oder sabotiert werden könnten. Bei Tzolkin fällt die Belohnung für die Aktion immer höher aus je länger ich auf meinen Arbeiter verzichte.

Immer öfter verliert man diese Arbeiter auch, es sei denn man sorgt für einen bestimmten Unterhalt. Entweder muss man sie ernähren oder bezahlen, oder sie halten einfach nur eine gewisse Zeit lang, wie bei Village wo die alten Arbeiter irgendwann an Altersschwäche sterben. Es gibt auch eine weitere Variation bei der gewisse Dinge erst zur Verfügung stehen wenn ein Arbeiter dauerhaft dort eingesetzt wird, der aber wiederum andere Voraussetzungen hat. Hierfür ist „Die Kolonisten“ ein riesen (Bei-)Spiel.

Gerne werden auch Arbeiter durch Würfel ersetzt was wiederum eine ganz andere Tiefe ins Spiel bringt, was wir uns aber erst in einer zukünftigen Folge näher ansehen werden.

Wie ihr seht steckt hinter einer einfachen Aktion viel mehr Möglichkeiten als man manchmal vermutet und irgendwie fühlt es sich so an als wären noch nicht alle Möglichkeiten ausgelotet. Daher hoffe ich noch auf viele interessante Ideen die das nächste Spiel etwas mehr von der Masse abheben.

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Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl