Ich bin der Meinung, dass es für jeden Menschen das entsprechende Spiel gibt. Das eine ganz besondere, das selbst den entschiedensten Nichtspieler nach einer erneuten Runde fragen lässt. Sei es bedingt durch das Thema oder die Mechaniken oder sowas wie Zugänglichkeit, Spieldauer, oder so ähnlich.

 

Was ich aber nicht verstehe und wovon ich auch abrate sind die regelmäßig in Foren auftauchenden Hilferufe:

Ich würde so gerne mit meiner Partnerin/meinem Partner spielen aber die wollen nicht, haben keine Lust, denen gefallen die Spiele nicht, bla.

 

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es gar nicht so leicht ist Nichtspieler an den Tisch zu bringen. Hier muss man ganz behutsam vorgehen. Zum einen darf man niemandem ein Spiel aufzwingen. Hier ist die Erfolgsquote nämlich nicht sehr hoch.

 

Stattdessen empfiehlt es sich mit bekannten Strukturen zu arbeiten. Gibt es Spiele die der betreffende mag? Was mag er/sie daran? Wenn ich das weiß, kann ich mit ähnlichen Spielen oder Konzepten arbeiten.

Was gibt es was derjenige überhaupt nicht mag? Dann sollte ich das tunlichst vermeiden.

 

Wenn man sich aber daran hält, dann schafft man es vielleicht wirklich mal das eine oder Spiel auf den Tisch zu bringen…

…und wenn man GANZ behutsam is, dann steigert sich das auch nach und nach. Und langsam werden die Spiele dann auch anspruchsvoller.

 

Wovon man sich allerdings eventuell verabschieden muss sind die großen Brocken. Denn nur selten wird sich ein Nicht-Spieler zu einem drei stunden mega trockenen planungsintensiven Euro überreden lassen. Klar gibt es immer Ausnahmen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Spielen meistens als Zerstreuung angesehen wird und man sich eher auf eine spannenden Geschichte als einen Lexikonvorlesewettbewerb einlässt.

 

Versucht die thematische Schiene. Und wenn es trotzdem kein Thema gibt, dass genug Interesse weckt, versucht es über die Mechanik.

Wenn selbst das nicht klappt, tja dann müsst ihr es aber auch mal gut sein und die Leute von selber kommen lassen. Vielleicht ergibt sich ja doch mal eine Situation in der die Neugierde unerträglich groß wird.

 

Ihr werdet überrascht sein, manchmal findet man so sogar selber noch das eine oder andere Schätzchen.

Für mich zum Beispiel war Zug um Zug nie „die spielerische Erfüllung“ aber als meine Nicht-Spieler-Freundin irgendwann nach dem einen oder anderen behutsamen kleinen Spiel selber mal angekommen ist und mich mit freudigen Augen angestrahlt hat „Schau mal was ich gefunden hab. Das fand ich immer voll gut. Können wir das spielen?“ habe ich festgestellt, dass der geistige Vorgänger „Elfenland“ zwar nicht schöner, aber spielerisch ansprechender ist. Zumindest für mich.

 

So haben wir einen Gelegenheitsspieler und ich hab sogar was draus gelernt. Ist das nicht schön?

Und die Moral von der Geschicht? Schreckt auch vor alten Spielen nicht.

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl