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November 18, 2019

Roll Player -oder- Charaktererschaffung mal anders

Letzte Woche haben wir schon gelernt, dass der Mr. Schnizzl auf Dice Placement steht.

Viele kennen bestimmt Sagrada. Was fast genauso viele aber nicht wissen ist, dass es genau dieses Spiel kurz vorher schon mal gab. Da hatte es nur ein noch komischeres Thema, als Kirchenfenster zu bauen, und kam von Kickstarter und wurde aber (glaub ich) erst später übersetzt:

 

Roll Player, das Spiel um die Erschaffung eines Rollenspielcharakters. Richtig wir erschaffen einen Charakter. Nein, mehr nicht, das ist alles.

Ja, ist es wirklich. Kein Scheiß.

 

Früher, in grauer Vorzeit… Nein, Schmarrn, jeder der sich mit Rollenspielen beschäftigt müsste eigentlich die Klassiker kennen, bei denen die Charaktererschaffung hauptsächlich aus Würfeln bestand.

Wie stark ist mein Charakter? Wie klug? Wie zäh?

All das wurde einfach ausgewürfelt… und dann galt friss oder stirb. Was kann ich jetzt aus diesen Werten basteln?

 

Um dieses Prinzip wurde ein Spiel gebastelt.

Hier beginne ich mit der Rasse. Bin ich lieber ein Halb-Ork oder Gnom? Elf oder Zwerg? Minotaur oder Mensch?

Dann bekomme ich noch meine Gesinnung, meine Klasse, meine Hintergrundgeschichte. Alles zufällig in Form von gezogenen Karten.

 

Und dann versuche ich meinen Charakter entsprechend gut auszuwürfeln und auszustatten.

Dies passiert in Form von Dice draft. Zu Beginn der Runde wird eine bestimmte Anzahl an Würfeln gewürfelt und aufsteigend sortiert.

Kleine Augenzahlen haben eine höhere Initiative als höhere. Sprich wer einen schlechteren Würfel nimmt kommt früher dran und darf sich die schöneren Gegenstände vom Markt kaufen, sofern man das nötige Kleingeld hat. Die Spieler mit dem besseren Würfel müssen das nehmen was übrig bleibt, haben sie doch schließlich den besseren Würfel. Wer sich für die undankbare Mitte entscheidet wird mit einem Goldstück belohnt.

 

Wichtig bei den Würfeln sind nicht nur die Augenzahlen, denn je nach Charakterklasse hat man verschiedene Zielkorridore. Ein Magier braucht ne Menge INT aber STR kann er verzichten. Wenn man  jetzt genau die angegebenen Ziele „trifft“ bekommt man Bonuspunkte. Genauso bekommt man die Zielgesinnung vorgegeben und auch die Farben der eingesetzten Würfel. Man muss also versuchen alles so zu arrangieren, dass eine große Anzahl von verschiedenen Vorgaben möglichst erfüllt wird. Hierbei helfen verschiedene Effekte die entweder von der Rasse stammen, von gekauften Karten oder vielleicht sogar von dem Slot wo der Würfel platziert wird.

 

Sobald alle Slots voll sind endet das Spiel und es wird gezählt. Ja, genau, der Charakter ist erschaffen und das Spiel ist vorbei.

Klingt irgendwie unbefriedigend, oder? Finde ich auch…

Daher gibt es auch schon eine Erweiterung die uns die Möglichkeit gibt den Char auch einzusetzen und ein paar Monster zu verkloppen. Mehr dazu wenn ich sie hab…und es nicht vergesse.

 

Das Material ist top, die Idee ist einzigartig, und das Spielprinzip sollte auf jeden Fall mal ausprobiert werden.

Ob ihr jetzt aber lieber Charaktere erschafft oder Kirchenfenster zusammenklebt, das müsst ihr entscheiden.

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl