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November 24, 2020

Wargame Tagebuch Folge 11 -oder- Gäddisburch

Martin Wallaceseseses Gettysburg (jetzt ausnahmsweise mal richtig geschrieben, gewöhnt euch aber nicht dran)

 

Gleich vorneweg:

Sollten euch in diesem Artikel andere Schreibweisen zu o.g. Ortsnamen begegnen, dann liegt das daran, dass ich mich eingängig mit der Geschichte dieses Orts beschäftigt habe und so auf verschiedenste historische Schreibweisen gestoßen bin, die allesamt natürlich Gültigkeit besitzen, und nicht an meinem Unvermögen mir die korrekte Schreibweise zu merken.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und jetzt zurück zum eigentlichen Programm.

 

Meine erste Begegnung mit Martin Wallace hatte ich durch sein „A Few Acres of Snow“ und „A Study in Emerald“ beides hervorragende Spiele.

AFAoS hat leider zu Unrecht einen miesen Ruf und gilt als „broken“ weil es eine Strategie gibt, den so genannten „Halifax Hammer“ mit dem das Spiel gewonnen wird, egal was der Gegner versucht. Je nach Kartenglück und Gegneraktion mal 1-2 Züge früher oder später, aber der Sieg ist gewiss.

Schade, ist ein tolles Spiel aber viele wollen es deswegen nicht mehr spielen. Tipp von mir: Lasst doch den Hammer einfach in der Hose. Erkundigt euch nicht danach und spielt ihn einfach nicht. Fertig. Und zur Not hat der Designer nach Bekanntwerden auch einen „Patch“ nachgeliefert, meine ich zumindest mich zu erinnern.

 

A Study in Emerald ist etwas ganz besonderes. Mega gutes Artwork, sehr interessantes Spielprinzip, sehr gute Ideen.

Ein Spiel, das jeder mal gespielt haben sollte.

 

Um die beiden geht es aber nicht. Also warum erwähne ich sie dann?

Weil sie beide etwas mit Gettysburg gemeinsam haben. Im Kern geht es um Logistik. Immer muss irgendwas zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer bestimmten Stelle sein um etwas auszuführen. Für mich persönlich funktioniert es bei den beiden anderen Spielen besser als bei Gettysburg.

 

Es handelt sich um ein stark asymmetrisches Wargame, der Norden gegen den Süden, eine große Armee gegen kleine Widerstandskämpfer die nach und nach mehr Leute versammeln. Lange Nachschubwege und Bewegungseinschränkungen machen das ganze zu einem LKW-Überholmanöver auf der Autobahn Richtung Tschechien als zu einem Tourenwagen-Rennen.

 

Das ist dann auch mein Problem mit dem Spiel. In der Mitte zieht es sich ganz gewaltig. Am Anfang wird viel manövriert und attackiert, im Mittelteil wird dann viel stagniert und zum Schluss viel bombardiert.

Am Anfang gilt es den Gegner zurückzudrängen und so Platz zum Bewegen zu schaffen, während man versucht den einen oder anderen Nadelstich zu setzen so lange bis man im Stellungskrieg gefangen ist. Dann bewegt sich lange nichts und man versucht nur zu optimieren…

…und wenn man es darüber hinausschafft kommt es zum großen finalen Krach und alles geht vor die Hunde.

 

Mir ist kurz vor Schluss nach ca. 1 Stunde Stellungskrieg der Geduldsfaden gerissen und ich habe mich in mein Verderben gestürzt.

 

Für mich ist das Spiel leder nichts. Ich erkenne und würdige die Leistung von Martin Wallace ein sehr gutes Spiel zu designen, aber mir ist es zu langsam, zu statisch, zu wenig abwechslungsreich um als taktisches Spiel die große Freude hervorzurufen.

Leider nein, leider gar nicht.

 

Wer aber auf taktieren und manövrieren und nachschub…ieren und so weiter steht, der hat hier ein tolles

 

 

 

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl