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November 30, 2020

The Last Hundred Yards von GMT Games

Eigentlich bin ich mehr so der Fan von Spielen auf taktischer Ebene und da bin ich prinzipiell immer auf der Suche nach was neuem bzw. nach interessanten Systemen. So bin ich zum Beispiel auch zu Fighting Formations gekommen, mehr dazu aber in (naher) Zukunft.

 

Ein anderes System das ich so entdeckt habe ist

 

The Last Hundred Yards von GMT Games

 

Ein, in meinen Augen, sehr cineastisches System. Ein Spieler ist der aktive Spieler und der einzige agierende in der Runde. Der Gegenspieler kann mit seinen Einheiten nur auf die erfolgten Aktionen reagieren und das auch nur in beschränktem Maße. Wenn das alles abgehandelt ist endet die Runde und es wird ermittelt wieviel Zeit vergangen ist. Denn aus der vergangenen Zeit und dem Verlustverhältnis beider Parteien errechnet sich der aktuelle Punktestand.

 

Die Truppen einer Seite bestehen meist aus mehreren Zügen und man kann pro Runde nur einen Zug (mit Glück auch zwei) aktivieren und nur die Einheiten die nicht aktiviert werden können überhaupt reagieren. Macht aber natürlich auch Sinn, denn während ich ein Feld in die nächste Deckung renne kann ich mir selber nicht gleichzeitig Feuerschutz gegen, auf meine Bewegung resultierendes, Sperrfeuer geben, das muss schon ein Kamerad erledigen.

 

Schon das erste Szenario liest sich sehr merkwürdig einseitig, aber alleine durch das Zeit-Verluste-Verhältnis entsteht so eine spannende Situation, die vorher eigentlich gar nicht so abzusehen ist.

 

Auch der Kampf verfolgt einen interessanten neuen Ansatz. Denn es wird nicht einfach gewürfelt sondern der Schuss wird quasi angemeldet, die Modifikatoren errechnet und das Ziel bekommt einen Marker mit dem finalen Wert. Erst nachdem alle Aktionen abgehandelt wurden werden dann diese Feuermarker der Reihe nach ausgewürfelt. Das bedeutet auch, dass man eventuelle Marker im Falle einer Bewegung mit sich nimmt.

Klingt alles recht gestelzt, aber nach der ersten Runde hat man das System drin.

Es funktioniert echt hervorragend und geht wahnsinnig schnell von der Hand.

 

Allgemein entsteht durch die Regeln ein sehr schnelles, abwechslungsreiches Spiel. Wie schon gesagt, sehr cineastisch. Ich bin auf jeden Fall auf dem Weg zum Fan… und die Serienbestellung bei GMT ist auch schon raus.

 

Das Material ist klasse. Es werden 4 Würfel mitgeliefert, die Spielpläne sind schön gestaltet und haben eine angenehme Größe, etwas kleiner als bei Conflict of Heroes. Die Tokens sind schön groß und mit schönem Artwork versehen. Bei Spielen mit größerem Maßstab empfinde ich Nato-Symbole schon auch angenehm aber wenn es auf taktischer Ebene mit einzelnen Soldaten und Fahrzeugen rund geht, dann finde ich da eine realistische Darstellung der Einheiten viel passender.

Das einzige was mir etwas missfällt sind die Szenario-Karten. Hier wurden quasi die Szenarien und deren Regeln samt Aufstellung auf Din A4 große Pappbögen gedruckt. Diese unnötige Materialverwendung hätte nicht sein müssen, da hätte ein Abschnitt im Regelbuch oder im Playbook auch absolut gereicht, wie sonst auch.

 

Für The Last Hundred Yards kann ich auf jeden Fall eine Empfehlung aussprechen. Wenn euch taktische Simulationen gefallen, dann schaut euch das an. Wenn euch das Spiel gefällt könnt ihr euch das raussuchen was euch am ehesten zusagt. Die erste Ausgabe behandelt Feuergefechte in der Normandie, die zweite aktuell noch in Produktion die Fallschirmjäger der 82nd und 101st Airborne, die dritte bereits angekündigte die Marines der 25th Infantry auf den Solomonen… und the folgenden sind auch schon bekannt. Vol 4 geht um die Britischen Fallschirmjäger in der Normandie und während Operation Market Garden. Vol 5 behandelt die Ostfront und den Myshuryn Rog Brückenkopf. In weiteren Ausgaben wurde schon Nord Afrika und Italien in Aussicht gestellt, sowie zusätzliche Mission Packs. Aber ob man die braucht wird sich noch zeigen, denn im ersten Spiel sind schon 12 Szenarien enthalten.

 

Wir werden sehen. Ich bleib auf alle Fälle an der Sache dran.

 

 

Roll One – A Board Game Story  Der Wöchentliche Blog Roll One – A Board Game Story, erscheint jeden Mittwoch neu, geschrieben von Mr.Schnizzl